14. Shevat 5785
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Werde ich bald schon wieder meine Überschrift ändern müssen? Wenn es kein Wunder gibt, und daran glaube ich schon seit meiner Kindheit nicht mehr, dann wird das so sein. Das Sicherheitskabinett scheint unsicher zu sein, was Trump meinte, als er sagte: «Wenn nicht alle Geiseln bis Samstag um 12 Uhr ich denke, das ist ein angemessener Zeitrahmen, freigelassen sind, dann sagt es [das Abkommen] ab und lasst die Hölle losbrechen.» Sind alle Geiseln alle 76, die sich derzeit noch in Gaza befinden, oder sind es die 17, die noch bis zum Ende der ersten Phase freigelassen werden müssen? Von denen aber nach derzeitigem Wissensstand nur mehr neun am Leben sind. Je nachdem, wie Trumps Worte interpretiert werden, wird wohl die Entscheidung ausfallen.

Die palästinensische Terror-Organisation Hamas bereitet sich offensichtlich auf die Wiederaufnahme der Kämpfe im gesamten Gazastreifen vor. Terroristen werden wieder im gesamten Gebiet positioniert. Führende Hamas-Mitglieder wurden angewiesen, aber sofort keine Handys mehr zu benutzen. Dies teilte der arabische Kanal von i24News mit.
Ägypten plant, einen umfassenden Plan für den Wiederaufbau von Gaza vorzulegen, der es den Palästinensern ermöglicht, während dieser Phase im Land zu bleiben. Sie hoffen, gemeinsam mit Trump und seiner Regierung an einem umfassenden und gerechten Frieden für die Region zu arbeiten. Trump hingegen fordert, alle Palästinenser aus Gaza in umliegende arabische Staaten umzusiedeln. Bisher hat er aber aus diesen Staaten nur eine strikte Ablehnung seines Plans erhalten. Ägypten und Jordanien kamen überein, dass Gaza aufgebaut werden muss, ohne die Palästinenser auszusiedeln.

Staatspräsident Abdel Fatah el-Sisi lehnt es derzeit ab, nach Washington zu reisen und sich dort mit Trump zu treffen, solange die Umsiedlung der Palästinenser diskutiert werden soll. Der jordanische König machte Trump das Angebot, 2.000 kranke Kinder aus Gaza, das sind etwa 0.1 % der Gesamtbevölkerung, aufzunehmen. Trump zeigte sich begeistert: «Das ist so schön, das ist Musik in meinen Ohren.» König Abdullah erklärte, dass er für so eine Aktion die Hilfe von COGAT in Anspruch nehmen muss. Gemessen an den überfallartigen von Trump gestellten Forderungen hat er sich doch noch halbwegs elegant aus der Schlaufe ziehen können.
Israel hat Staatsanleihen in Höhe von 5 Milliarden US$ ausgegeben. Damit soll das Haushaltsdefizit verringert und der Krieg finanziert werden. Angeboten wurden Anleihen mit fünf oder zehn Jahren Laufzeit. Die Nachfrage nach den Titeln lag mit einem Volumen von 23 Milliarden nahezu fünfmal höher als das Angebots-Volumen. Die Ausgabe wurde von Bank of America, der Citi Bank, der Deutschen Bank, Goldman Sachs und JP Morgan geleitet. 300 Investoren aus 30 Ländern, darunter zumeist globale Investoren, zeichneten die Papiere.

MK Moshe Gafni, United Torah Judaism, hat sich heute als Vorsitzender des Finanzausschusses bis auf die Knochen blamiert. Zu Gast waren einige Mitglieder der ‘Familien der Hinterbliebenen’, die die sofortige Bildung einer staatlichen Untersuchungskommission (s. gestern) fordern. Gafni betonte: «Wenn es eine Sache gibt, die für mich überhaupt nicht zur Diskussion steht, dann ist es die Rückkehr der Geiseln. Dies ist eine Frage der absoluten pikuah nefesh (Erhaltung des Lebens). Darüber gab es für mich nie eine Debatte», woraufhin sich folgender Dialog zwischen ihm und Eyal, dem Vater von Sgt. Roni Eshel, s’’l, (s. gestern) entwickelte:
«MK Gafni, wir sind trauernde Eltern. Guten Morgen. Von welchen Geiseln reden Sie?», sagte er und erhob seine Stimme. «Sehen Sie hier jemanden, der eine Geisel ist? Das ganze Land wird als Geisel gehalten. MK Gafni, wir sind trauernde Familien!»
«In Ordnung», sagte Gafni knapp.
«In Ordnung? Was ist in Ordnung?», verlangte Eshel. «Wir befinden uns fast 500 Tage in diesem israelischen Holocaust. MK Gafni, ich möchte Sie um Ihre Unterstützung für unsere einzige und grundlegende Forderung bitten: die Einrichtung einer staatlichen Untersuchungskommission. Damit wir verstehen können, was hier vorgefallen ist und welche Fehler begangen wurden. Schauen Sie mir einen Moment in die Augen.»
Daraufhin antwortete Gafni, der nach unten schaute: «Ich möchte nicht.»
«Sie möchten mir nicht in die Augen schauen?», fragte Eshel. «Warum? Warum? Zeigen Sie selbst jetzt noch so viel Verachtung?»
Anschliessend bat MK Gafni um eine fünfminütige Pause, bevor allen Hinterbliebenen das Rederecht im Ausschuss erteilt wurde, was von Eyal Eshel kommentiert wurde: «Gafni, mach keinen Aufstand mit uns. Du bist zu spät gekommen, wir waren alle um 09:25 hier.» Darauf Gafni: «Na und?», was von Eshel abschliessend nochmals kommentiert wurde: «Du wolltest eine vorzeitige Pause, das ist schon eine Fortsetzung der Missachtung, die hier im Repräsentantenhaus herrscht.»

Das Erziehungsministerium plant, die Schulen im Norden des Landes, die seit Ausbruch des Krieges gegen die Hisbollah am 8. Oktober 2023 geschlossen waren, wieder zu öffnen. Ab Anfang März soll dort wieder regulärer Unterricht stattfinden. Dieser Termin ist mit der Regierung abgestimmt, die diesen Tag für die Rückkehr der seit 16 Monaten evakuierten Bevölkerung vorgesehen hat. Der Waffenstillstand mit der Hisbollah trat am 27. November 2024 in Kraft und sieht vor, dass sich die Terror-Organisation bis nördlich des Litani-Flusses zurückziehen muss. Gleichzeitig muss sich Israel aus dem Süden des Libanons zurückziehen. Das Gebiet darf dann nur mehr vom libanesischen Militär und der UNIFIL besetzt sein. Der Waffenstillstand ist aber sehr fragil, die IDF hat bereits zweimal um Verlängerung der Frist, die am 27. Januar ablief, gebeten. Das neue Datum für den Abzug ist der 18. Februar…
Das IRK hat heute ein Statement herausgegeben, in dem sie Israel und die Hamas dringend dazu aufrufen, in die Verhandlungen zur zweiten Phase einzutreten und ein Wiederaufflammen des Krieges zu verhindern. Dazu sei es nötig, dass alle Geiseln befreit werden. Es ist meines Wissens das erste Mal seit dem 7. Oktober, dass das IRK sich zu Wort meldet. Bisher hat sich ihre Aktivität in Gaza auf den Transport der Geiseln nach der Freilassung durch die Hamas bis zur Übernahme durch die IDF beschränkt. Genau das ist das Selbstverständnis des IRK: Immer, wenn es um Juden geht, dann hält es sich konsequent aus jeder Verpflichtung heraus. Es wurden keine Versuche unternommen, die Geiseln zu besuchen oder ihnen individuelle Medikamente zukommen zu lassen.
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