Was geschah am 19. Februar 2025? (Krieg Tag 502)

21. Shevat 5785

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Die IDF plant für die morgen stattfindende Übergabe der sterblichen Überreste von vier Geiseln eine kurze militärische Zeremonie, bei der auch ein Rabbiner anwesend sein wird. Die Särge werden vom IRK zu einem temporären Standort der IDF in Gaza gebracht. Von dort werden sie, eingehüllt in die israelische Flagge von Militärfahrzeugen in das Forensik-Institut  ‘Abu Kabir’ in Jaffo gebracht. Die Identifizierung kann bis zu 48 Stunden dauern. Untersucht wird, sofern möglich, vorrangig die Todesursache. Anschliessend werden die betroffenen Familien offiziell informiert. Um welche Uhrzeit die Übergabe stattfinden wird, ist nicht bekannt, die IDF geht aber davon aus, dass es wahrscheinlich wie bei den bisherigen Übergaben am frühen Vormittag sein wird. Unbekannt ist auch, in welcher Form die Übergabe erfolgt, die IDF hat die Medien aufgefordert, von einer Live-Übertragung abzusehen.

Die Hamas hat angekündigt, dass neben den sterblichen Überresten von Shiri, Kfir und Ariel Bibas, eine weitere, bisher unbenannte tote Geisel übergeben wird.

Ein hochrangiger Vertreter der Hamas soll sich gegenüber AFP dahingehend geäussert haben, dass sie bereit seien, alle verbleibenden lebenden Geiseln an einem Tag während der zweiten Phase des Abkommens freizulassen. Unklar ist, ob auch die sterblichen Überreste der toten Geiseln damit gemeint sind, die, so sieht es das derzeitige Abkommen vor, erst in der dritten Phase übergeben werden sollen. Nach dem Ende der ersten Phase werden 59 Geiseln in Geiselhaft bleiben, von denen derzeit 35 von den israelischen Behörden als tot bestätigt wurden.

Der ägyptische Präsident Abdel Fattah el-Sissi betonte bei einer Pressekonferenz gemeinsam mit dem spanischen PM Pedro Sanches, dass «die internationale Gemeinschaft einen Plan unterstützen muss, Gaza wieder aufzubauen, ohne die Palästinenser umzusiedeln. Fort von ihrem Land, an dem sie hängen und das ihr Heimatland ist, das sie nicht aufgeben wollen.» Sanches, einer der stärksten Verteidiger der ‘palästinensischen Sache’ innerhalb der EU, stimmte zu und sagt: «Gaza gehört den Palästinensern und ist Teil ihres zukünftigen Staates. Ihre Vertreibung ist nicht nur unmoralisch und widerspricht dem internationalen Recht und den UN-Resolutionen. Es ist auch ein destabilisierender Faktor in der Region.»

Der Präsident der VAE, Mohammed bin Zayed Al Nahyan, erklärte gegenüber dem US-amerikanischen FM Marco Rubio, derzeit auf seiner ersten Reise im Nahen und Mittleren Osten, dass die VAE den Gaza-Plan von Trump ablehnen.

Ronen Bar und David Barnea

Das Büro des PM hat derzeit unglaublich viel zu tun, um Netanyahus Aktionen, Verbalentgleisungen, taktische Shticks und Tricks, Vertuschungsmanöver und Ähnliches zu korrigieren und abzumildern. Jetzt gerieten die erfahrenen und nicht-korrumpierbaren Chefs des Mossad David Barnea und des Shin Bet Ronen Bar ins Kreuzfeuer des ‘möchtegern-Autokraten’. Eine ‘hochrangige Quelle’ griff heute die beiden Sicherheitschefs an, die bisher massgeblich in den Verhandlungsteams verankert waren und nun beide von Netanyahu aus dem Team entfernt wurden. Die Quelle betonte, dass Netanyahu und nur Netanyahu die Tagesordnung für die Verhandlungen festgelegt hat, was den israelischen Standpunkt betraf. Seine Top-Mediatoren waren ‘zahnlose Tiger’ die jeden Schritt von Netanyahu absegnen lassen mussten. Die ‘Quelle’ betonte, dass jedes Stocken in den Verhandlungen nur den beiden geschuldet war. Wer’s  glaubt! Die beiden haben immer wieder versucht, Netanyahu zum Umdenken und Einlenken zu bringen und nicht nur seine eigene politische Karriere im Blick zu haben. Dafür bekamen sie nun beide den Fusstritt. Ihren Job übernimmt ab sofort der Minister für strategische Angelegenheit Ron Dermer. Ein Intimus und Speichellecker des PM. Da helfen auch die Bemühungen seines Büros nicht mehr.

Für Oppositionsführer Yair Lapid wieder einmal Grund genug, Netanyahu anzugreifen: «Die Ankündigung des Büros des PM wirft Bedenken hinsichtlich der Stabilität seines Urteilsvermögens auf», sagt Lapid in einer Erklärung. «Dies ist eine feige Aussage und ausserdem eine komplette und absolute Lüge. Netanyahu gibt weiterhin anderen die Schuld für seine Fehler und missbraucht die Familien der Geiseln weiterhin für politische Zwecke.» Doch nicht genug damit: «Jeder, der für Netanyahu arbeitet, sollte wissen, dass er früher oder später öffentlich für eine halbe Schlagzeile geopfert wird. Das ist eine Gewissensfrage und er sucht nach Anerkennung. Er sollte aufhören, sich hinter anonymen Briefings zu verstecken, und dafür sorgen, dass alle Geiseln nach Hause kommen.»

Der Kaktus des Tages geht diesmal erneut an Sara N.: Im St. Regis Hotel in Miami kann man heute Nacht für schlappe US$ 1.637,– nächtigen. Zugegeben, es gibt hier noch teurere, aber auch preiswertere Hotels. Das St. Regis gehört zu Marriott Kette. Gepachtet ist das Haus allerdings von Al Rayyan Tourism Investment Co., Doha, Qatar, einer Tochtergesellschaft der Al Faisal Holding Co.. Marriott hatte das Haus zusammen mit anderen an die katarische Gesellschaft verkauft, führt sie aber unter eigenem Namen weiter.

Genau dieses Hotels suchte sich Sara N. aus, um zwei Monate dort ein ruhiges Leben fernab des unruhigen Israels zu verbringen. Eine israelische NGO stellte nun den Antrag bei GStA Gali Baharav-Miara, ob hier möglicherweise ein Konflikt vorliegt. Das Gericht möge auf das Genaueste überprüfen, ob ihr Aufenthalt aus staatlichen Mitteln finanziert wurde oder ob externe Quellen ihn mitfinanziert haben.

Seit Tagen findet man immer wieder Hinweise in den Medien, die die Verbindungen zwischen dem PM und Katar auf gesetzliche Unregelmässigkeiten untersuchen. Hier könnte sich der nächste Skandal um Netanyahu und Sara N. anbahnen.



Kategorien:Israel, Politik

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