22. Shevat 5785


Die Familien von Shiri, Ariel und Kfir Bibas und von Oded Lifshitz zeigen sich empört, dass die Namen von der Regierung bekannt gegeben wurden, ohne dass sie der Veröffentlichung zugestimmt hatten. Ofir Bibas, die Schwester von Shirin, klagte: «Für 16 Monate haben wir auf die Sicherheit gewartet, die sie [die Regierung] uns nicht geben konnte. Und jetzt wird entschieden, bevor sie [unsere Familienangehörigen] überhaupt wieder hier sind. Bevor sie identifiziert wurden? Bevor wir offiziell informiert wurden?»

Generalstabschef Herzi Halevi hat seine Reise in die USA verkürzt und wird noch heute in der Nacht zurückkommen. Angesichts der neuen Entwicklung und der Rückgabe der sterblichen Überreste der vier Geiseln morgen Vormittag hat er sein Programm vorzeitig beendet. Während seines letzten Aufenthaltes traf sich Halevi mit zahlreichen hochrangigen Mitgliedern der US-amerikanischen Verteidigungskräfte. Als Auszeichnung für seine besonderen Leistungen wurde ihm der ‘Legion of Merit’ verliehen. Yishar koach, Herzi!



Die palästinensische Terror-Organisation Hamas hat es geschafft, selbst aus der Übergabe der vier Särge mit den sterblichen Überresten von Shiri, Ariel und Kfir Bibas und von Oded Lifshitz eine Demonstration von Macht, die sie nicht haben sowie ihrem Sadismus und ihrer Bestialität zu gestalten. Die Bilder sind kaum zu ertragen und lassen sich nicht in Worte fassen. Die deutsche Aussenministerin Annalena Baerbock, kritisierte die Vorgangsweise der Hamas scharf: «Vier Särge, auf einer Bühne zur Schau gestellt – Bilder, die fast unerträglich sind. Die Familien der Geiseln sind bis zum Schluss dem grenzenlosen Terror der Hamas ausgesetzt.» Baerbock fügt hinzu, dass die kommenden Tage für die Familien erneut qualvoll sind, bis sie wissen, ob sie tatsächlich Abschied nehmen können. «Ich denke an Odeds Familie. Und an Yarden. Die nächsten Stunden werden über ihre ganze Welt entscheiden.» Kol hakavod, Annalena!


Jede Veranstaltung braucht einen Ehrengast. In der ersten Reihe der vielen aus israelischen Gefängnissen freigelassenen Gefangenen, darunter zahlreiche Mörder und Terroristen, nahm Mohammad Abu Warda, 45, Platz. Er sollte eine 48-mal-lebenslange Haftstrafe verbüssen. Zwei Terroranschläge hatte er geplant, bei denen 45, bzw. 24 Menschen ermordet wurden. Im Gespräch mit einem Reporter betonte er, «der Widerstand der Hamas wird weitergehen, bis wir die Befreiung Jerusalems und all unserer Länder erreicht haben.»
Unmittelbar nachdem Israel offiziell bekannt gegeben hat, dass die sterblichen Überreste von Shiri, Ariel und Kfir Bibas und von Oded Lifshitz vom IRK an die IDF übergeben wurden, gab Präsident Isaac Herzog ein Statement auf ‘X’ ab: «Qual. Schmerz. Es gibt keine Worte. Unsere Herzen – die Herzen einer ganzen Nation – liegen in Trümmern. Im Namen des Staates Israel senke ich mein Haupt und bitte um Vergebung. Vergebung dafür, dass wir euch an diesem schrecklichen Tag nicht beschützt haben. Vergebung dafür, dass wir euch nicht sicher nach Hause gebracht haben. Möge euer Andenken ein Segen sein.»


PM Netanyahu hatte gestern kurz darüber nachgedacht, an der Zeremonie in Gaza teilzunehmen. Allerdings liess er am Abend bekannt geben, dass er sich aus Sicherheitsgründen gegen die Teilnahme entschieden hat. MK Yair Golan, der Partei ‘Demokraten’, der sich in den letzten Wochen von einem Hinterbänkler zu einem dezidierten Kritiker Netanyahus gemausert hat, klagte: «Wieder einmal sehen wir, wie abscheulich und mörderisch die Hamas ist, wenn sie Babys, die in Gefangenschaft ermordet wurden, für eine Siegesfeier missbraucht. Wir sehen es und sind empört, dass es anders hätte aussehen können und sollen. Netanyahu hält die Hamas an der Macht und stärkt sie trotz allem sogar noch weiter. Er lässt sie [die Geiseln] immer noch im Stich, lässt die Geiseln, die kaum noch atmen, zurück. Sie sterben und er rettet sich selbst. Jeder Augenblick, den sie nicht hier sind, ist ein Verbrechen. Wir müssen sie alle zurückholen – jetzt! Wir werden kämpfen, bis die letzte der Geiseln zurückkehrt.»

Unmittelbar nach der Übergabe unterzog die IDF die Särge einer Sicherheitskontrolle. Sie prüften, ob die Verschlüsse sich öffnen liessen und die Särge nicht vermint waren. Es ist furchtbar, dass eine solche Massnahme getroffen werden muss, aber unsere Erfahrungen mit der Terror-Organisation Hamas machen das leider nötig, um die Sicherheit unserer Soldaten und später der Forensiker im Forensik-Institut ‘Abu Kabir’ nicht zu gefährden. Nach Abschluss der Untersuchung kann die militärisch-religiöse Zeremonie beginnen. IDF-Chefrabbiner, Brig. Gen. Eyal Karim, wird den religiösen Teil leiten. Ob die Zeremonie später ausgestrahlt wird, hängt von der Zustimmung der Angehörigen ab.
Nach der Zeremonie wurden die vier Särge, eingehüllt in israelische Flaggen, von der IDF nach Jaffo überführt, wo sich das forensische Institut befindet. Unterwegs säumten Tausende Zivilisten, Soldaten und Polizisten die Strassen, um den vier ermordeten Geiseln die letzte Ehre zu erweisen.



Die Familie von Oded Lifshitz teilte mit, dass sie offiziell über den Tod von Oded informiert wurden. Nach der forensichen Untersuchung steht fest, dass Oded während der Geiselhaft von de Hamas-Schlächtern ermordet wurde. Die Identifizierung ist damit abgeschlossen und seine sterblichen Überreste werden zur Beisetzung freigegeben.
In der Knesset wurden die Sitzungen von zwei Ausschüssen abgebrochen und auf den kommenden Sonntag vertagt. Yaakov Asher (United Torah Judaism), Vorsitzender des Finanz-, Innen- und Umweltausschusses der Knesset, unterbricht die Diskussion seines Ausschusses und äussert sich zum ersten Mal: «Nach dem grausamen Mord an den älteren Menschen und Kindern ist der einzige Trost, dass sie ins Heilige Land zurückgekehrt sind. Wir trauern mit den Familien. Wir hatten gehofft, dass sie überleben würden, und zu unserem grossen Bedauern war dies nicht der Fall. Unser Vater, unser König, räche das Blut deiner Diener, das vergossen wurde.»
«Nur eine neonazistische schiitische Ideologie des systematischen Mordes an Juden, die auf einer brutalen und sadistischen Kultur basiert, kann zu einer solch animalischen Barbarei führen», twittert Avichay Buaron, Likud und klagt an: «Wenn sie könnten, würden sie uns alle ermorden und all unsere Töchter vergewaltigen. Das ist die wahre Natur Amaleks. Sein Ziel, sein ganzes Wesen, besteht darin, die Juden zu jagen, zu töten und zu vernichten.»
Im 5. Moses 25: 17 – 19 lesen wir: «זָכ֕וֹר אֵ֛ת אֲשֶׁר־עָשָׂ֥ה לְךָ֖ עֲמָלֵ֑ק בַּדֶּ֖רֶךְ בְּצֵאתְכֶ֥ם מִמִּצְרָֽיִם – Erinnere dich, was dir Amalek auf deinem Weg angetan hat, nachdem du aus Ägypten geflohen bist.»
Der Plan, den die arabischen Staaten morgen in Saudi-Arabien diskutieren werden, umfasst zwei Phasen. In der ersten Phase, ausgelegt auf zehn Jahre, wird der Wiederaufbau und die Entmilitarisierung des Gazastreifens im Zentrum stehen. Die Waffen werden unter europäischer und ägyptischer Beobachtung gesammelt und gelagert. Mit diesem Plan soll verhindert werden, dass die USA nach den Vorstellungen von Trump den Gazastreifen übernehmen. Der Plan von Trump ist völlig unrealistisch und ist in völliger Unkenntnis der Gegebenheiten entstanden. In der Schweiz nennen wir das: ‘ein Furzidee’.
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