24. Shevat 5785
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Der Heimatkibbutz von Yarden, Shiri, Ariel und Kfir Bibas, Nir Oz, gab heute Vormittag bekannt, dass Shiri ebenso wie ihren beiden Buben von Al Mujahedeen-Terroristen[1] bereits in den ersten Wochen nach dem 7. Oktober 2023 grausam ermordet wurde. Damit endet die Unsicherheit und die geringe Hoffnung, dass Shiri, Ariel und Kfir, s’’l, noch leben könnten. Die Hamas hatte vorgestern in einem neuen, unglaublich sadistischen Vorgehen zunächst die sterblichen Überreste einer Palästinenserin an Israel zurückgegeben. Gestern in den frühen Abendstunden wurde dann der ‘richtige Sarg’ an das IRK übergeben.
IDF-Sprecher Daniel Hagari sprach am Freitagabend mit Yarden, der erst vor wenige Wochen aus der Geiselhaft freigelassen wurde. Yarden hat ihn gebeten, Details zu veröffentlichen, wie seine Familie ermordet wurde, damit ‘die Welt erfährt, was tatsächlich geschehen ist’. Die Hamas-Schlächter hatten die Kinder nicht erschossen, sondern mit ihren blossen Händen grausam ermordet. Später hatten sie mit schrecklichen Taten versucht, diese Gräueltaten zu vertuschen.

Trotz der späten Stunde und dem windigen und nasskalten Wetter säumten wieder Hunderte Menschen die Strassen, die der Konvoi aus Gaza kommende nach Jaffa nahm.


Die Hamas hat sich für die heutige letzteGeiselfreilassung der ersten Phase erneut etwas ‘Besonders’ einfallen lassen. In der bereits bekannten Inszenierung wurden zunächst nur zwei Geiseln Avera Mengistu und Tal Shoham dem IRK übergeben. Beide können selbstständig laufen, werden aber von schwarz gekleideten und vermummten Terroristen gestützt, als sie zur ‘Verabschiedung’ auf die Bühne gezerrt werden. Anschliessend werden sie dem IRK übergeben, das sie zum Stützpunkt der IDF in Gaza bringt, von wo aus sie nach Israel zurückgefahren werden. Das erste Treffen nach 15 Jahren zwischen Mengistu und seiner Familie verlief deutlich verhaltener als das der anderen Geiseln, die in den Wochen zuvor freigelassen worden waren. 15 Jahre ohne Lebenszeichen sind eine lange Zeit, man ist sich fremd geworden.




Drei weitere Geiseln, Omer Shem Tov, Eliya Cohen und Omer Wenkert wurden in der Zeremonie im Flüchtlingscamp Nuseirat dem IRK übergeben. Hier standen andere Terroristen mit auf der Bühne, gekleidet in Camouflage-grüne Uniformen. Während Eliya Cohen und Omer Wenkert nur zögerlich der Aufforderung zu winken nachkamen, schien Omer Shem Tov nahezu ausser sich vor Freude zu sein, er winkte fröhlich in die Menge, mehr als das, er zog die Köpfe von zwei Terroristen zu sich herunter und küsste sie auf den Scheitel. Ich kann es nicht glauben, was seine Grossmutter Sara verkündete: «Das ist Omer. Er kommt mit allen klar. Sogar mit der Hamas….. sie haben ihn sogar dort lieb.» Ich glaube viel eher, dass seine zur Schau getragene Fröhlichkeit Teil der grausamen und sadistischen PR ist und dass hier irgendwelche Psychopharmaka nachgeholfen haben. Es kann auch sein, dass sich ein Abwehrmechanismus zeigt, bei der der Entführte versucht, mit dem Trauma klarzukommen, indem er eine Pseudo-Verbindung zu seinem Peiniger aufbaut.

Die sechste und für diese Phase letzte lebende Geisel, Hisham al-Sayed wird angeblich ohne begleitende Zeremonie in Gaza City an das IRK übergeben werden. Das berichtete al-Jazeera. Am frühen Nachmittag wurde er dann tatsächlich völlig formlos an eine Mitarbeiterin des IRK übergeben, die ihn zur IDF fuhr.
Die Hamas hat die Liste der 602 freizulassenden Gefangenen an Israel übergeben. 50 der Gefangenen sind zu lebenslanger Haft verurteilt. 445 sind nach dem Massaker vom 7. Oktober 2023 festgenommen worden und werden wieder in den Gazastreifen gebracht. 47 Gefangene wurden im Rahmen des Shalit-Deals 2011 freigelassen und erneut aufgrund von neu begangenen Verbrechen festgenommen. Sechs von ihnen haben sich einer Deportation ins Ausland widersetzt und bleiben daher im Gefängnis.


Die Rosen des Tages erhalten 3.500 religiöse Frauen. Seit dem 7. Oktober 2023 haben sich 3.500 religiöse Frauen, die grundsätzlich vom Dienst in der IDF befreit sind, freiwillig gemeldet. 10 % von ihnen werden sogar bei der kämpfenden Truppe dienen. Ohr Torah Stone, eine modern orthodoxe Bewegung, beschreibt das neue Phänomen. Die IDF hat aufgrund der erhöhten Einschreibungen einen Ausbildungskurs für Kampfaufklärung innerhalb der Grenzschutz-Ausbildungsschule ins Leben gerufen. Der Kurs dauert acht Monate, danach werden die jungen Soldatinnen in einem bereits bestehenden Frauen-Kampf-Bataillon dienen. Private Maayan, 18 aus Los Angeles und Private Amalia, 20, aus Washington, haben sich freiwillig gemeldet und eine Infanterieausbildung absolviert. Für sie ist es wichtig, dass die IDF ihren religiösen Anforderungen gerecht wird und sie diese auch in den militärischen Alltag integrieren können.
Die Massaker vom 7. Oktober trugen massgeblich dazu bei, sich als Freiwillige zu melden. «Was am 7. Oktober passiert ist, darf nie wieder passieren. Und wenn ich etwas tun kann, um an der Veränderung mitzuwirken, werde ich alles in meiner Macht Stehende tun, um sicherzustellen, dass so etwas unserem Volk nie wieder passiert», erzählt Maayan. «Für meine Eltern bestand die Angst, dass ich religiös ins Militär eintrete und säkular wieder heimkomme. Aber hier hat sich meine Religion noch gefestigt.» Von religiösen Frauen in einer religiösen Umgebung umgeben zu sein, gibt ihnen ein Gefühl der Zusammengehörigkeit. «Wir machen das alle zusammen», sagte sie.









Und noch eine Rose vergebe ich heute an den ehemaligen VM Yoav Gallant. Yoav hat nach dem unfreiwilligen Ausscheiden aus dem Amt seine Mission nicht vergessen, sich ganz besonders den Familien von Geiseln zu widmen und ihnen Trost und Beistand zu bringen. Er ist derjenige der Regierung gewesen – ich spreche hier nicht von der Opposition! – der immer wieder bei einer Shiwa erschien, sich nicht scheute, Trauernde, wenn sie es wollten, in den Arm zu nehmen. Er war der, der immer wieder Verletzte im Spital besuchte und sie so spüren liess, wie wichtig der einzelne Soldat, auch wenn er temporär oder für immer dienstunfähig ist, für Israel, für die IDF ist.
Jetzt freut er sich umso mehr, freigelassene Geiseln bei ihren Familien besuchen zu können. Zuzuhören, was sie schon über die dunkle und qualvolle Geiselhaft erzählen können und wollen. Das Glück in den Augen der Kinder zu sehen, die endlich den Vater, die Mutter, Bruder oder Schwester wieder bei sich haben.
Er war auch bei der Familie von Yarden Bibas und hat mit ihnen gehofft und später gemeinsam mit ihnen getrauert.
In der vergangenen Woche hat er eine Gruppe von sechs ehemaligen Geiseln getroffen. Unter ihnen welche, die regelmässig israelische Nachrichten hören oder sogar sehen konnten. Sie wussten genau, wer in der Regierung für sie kämpfte und wer immer wieder die Verhandlungen torpedierte. «Du warst das helle Licht in der tiefen Dunkelheit», hat eine der ehemaligen Geiseln ihm gesagt. Yishar Koach Yoav, dass du deine eigene politische Karriere der Menschlichkeit geopfert hast!
[1] Die Al-Mujahedeen spalteten sich zu Beginn der zweiten Intifada von der Fatah ab. Zunächst waren sie als Fraktion der Al-Aqsa-Märtyrer-Brigaden tätig, bevor sie zu einer unabhängigen terroristischen Gruppe wurde. Die Organisation folgt einer radikalen salafistischen Ideologie, die darauf abzielt, zu den ihrer Meinung nach ultrakonservativen Wurzeln des Islam zurückzukehren, und extreme Massnahmen befürwortet, um ihre Ziele zu erreichen. Die Terroristen, die für die Anschläge auf das World-Trade-Zentrum verantwortlich waren, gehörten allesamt dieser Organisation an.
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