7. Adar 5785

Morgen ist Weltfrauentag. Dieser Tag geht zurück auf die Frauen-Demonstrationen seit 1858 und erinnert an den Kampf um mehr Rechte der Frau und gegen Diskriminierung, Benachteiligung und Unterdrückung. Die meisten Forderungen beziehen sich heutzutage in Europa um Arbeitsbedingungen, die Frauen mit Kindern gerecht werden und um eine geschlechter-gleiche Bezahlung für gleiche Arbeiten.






Morgen sollten wir andere Frauen in den Mittelpunkt unserer Veranstaltungen weltweit stellen, Frauen wie Einav Zangauker, die seit dem 7. Oktober 2023 unermüdlich um das Leben ihres Sohnes Matan kämpft, der sich immer noch in Geiselhaft befindet. Oder wie Danielle Aloni, die mit ihrer kleinen Tochter Emilia, 5, vor der schweren Entscheidung stand, im Schutzraum ihres brennenden Hauses zu ersticken oder sich den Terroristen auszuliefern. Sie entschied sich für diese Variante. Und musste 50 Tage alles daransetzen, Emilia zu schützen, zu trösten und vor der Verzweiflung zu bewahren. Beide wurden im November 23 freigelassen. Oder wie Avital Dekel-Chen, der es gelang, hochschwanger im Schutzraum des Hauses mit ihren beiden Töchtern zu überleben, während ihr Mann, Sagui, sich von der Hamas verschleppen liess, um sie zu schützen. Erst nach seiner Freilassung erfuhr Sagui, dass seine Frau ihr drittes Kind geboren hatte. Oder wie Rachel Goldberg-Polin, die 328 Tage lang hoffte, ihren Sohn Hersh, 23, s’’l, wieder gesund in die Arme schliessen zu können und dann erfahren musste, dass er Opfer der Hamas geworden war. Auch sie kämpft unablässig weiter, nimmt jeden Weg in Kauf, um für die Freilassung der Geiseln zu kämpfen. Oder die jungen Soldatinnen der Einheit 8200, die noch exakte Meldungen an die Vorgesetzten weitergaben, als die Hamas bereits auf dem Gelände der Militärbasis war. Ihre Warnungen, die sie seit dem Sommer 2023 ausgesprochen hatten, wurden nicht beachtet, im Gegenteil, sie wurden von den Vorgesetzten beschimpft.Und Shiri Bibas, die versuchte, ihre Söhne Kfir, 9 Monate und Ariel, 4, s’’l, während der Verschleppung und der anschliessenden Geiselhaft in Gaza zu schützen.
Diese Namen stehen nur für die vielen, die seit dem 7. Oktober 2023 kämpften. Für ihre Kinder, ihre Partner, ihre Eltern, die Kranke pflegten, versuchten ihre Familien zusammenzuhalten. Sie wuchsen über sich selbst hinaus. Sie sind Heldinnen, vergessen wir sie nicht!


Knesset Sprecher Amir Ohana entschuldigte sich bei den Hinterbliebenen und Angehörigen von Geiseln für die chaotischen und brutalen Vorkommnisse, die sich am vergangenen Montag in der Knesset abspielten. Eine Gruppe, die sich frühzeitig und ordnungsgemäss für eine Teilnahme an der Sitzung angemeldet hatte, wurden von Knesset-Wachen teils gewaltsam am Betreten der Besuchergalerie gehindert. Im Gedränge gab es Verletzte auf beiden Seiten. «Ich entschuldige mich von ganzem Herzen bei den trauernden Familien, die diese Woche in der Knesset verletzt wurden. Dies ist ein Ereignis, das nicht hätte passieren dürfen, und wir werden in der Lage sein, eine Wiederholung mit gutem Willen auf beiden Seiten zu verhindern. Das Entscheidende ist, dass alle Familien, die dies wünschten, auf der Tribüne anwesend waren, bevor die beiden Schlüsselfiguren, der Premierminister und der Oppositionsführer, ihre Reden hielten.»

Der beliebte IDF-Sprecher Konteradmiral Daniel Hagari wird in den kommenden Wochen seine Tätigkeit und auch seinen militärischen Dienst beenden. Offiziell spricht man von einer ‘Absprache mit dem neuen Generalstabschef Eyal Zamir’, jedoch wird der Rücktritt als klarer Schachzug angesehen, einer Entlassung zuvorzukommen. Hagari war weder während seiner Dienstzeit, die im März 2023 begann, befördert worden, noch war er jetzt für eine solche vorgesehen. Auch wenn Zamir ihn für eine Beförderung vorgesehen hätte, wäre diese wahrscheinlich nicht vom VM Katz unterschrieben worden. Zwischen Katz und Hagari war es vor allem in den letzten Monaten immer wieder zu teils offen ausgetragenen Missstimmigkeiten gekommen. Diese haben ihren Ursprung mit grosser Wahrscheinlichkeit im Büro von Netanyahu, der sich lieber eine weniger ehrliche, dafür beschönigende Berichterstattung gewünscht hätte.
Hagari war der erste nicht-journalistische Sprecher der IDF. Von 2012 bis 2014 war er Büroleiter des damaligen Generalstabschefs Benny Gantz und von 2016 bis 2019 Assistent des damaligen Generalstabschefs Gadi Eisenkot, bevor er als Kommandeur zu Eliteeinheit Shayetet 13 zurückkehrte. Herzlichen Dank für die professionelle, umfassende und immer objektive Berichterstattung, die das Verstehen von komplexen Situationen während des Krieges ermöglichte! Yishar koach!

Zehntausende Muslims haben sich zu den ersten Freitagsgebeten während des Ramadans auf dem Tempelberg eingefunden. Die jordanische Waqf, die die Oberaufsicht über das Gebiet hat, sprach sogar von bis zu 90.000 Betern. Aus Sicherheitsgründen war, wie bereits in den vergangenen Jahren, der Zutritt für Kinder nur bis 12 Jahre und Männer ab 55 Jahren erlaubt, Frauen mussten älter als 50 Jahre sein. Die Sicherheitskräfte in und um die Altstadt wurden verstärkt. Insgesamt machen aktuell 3.000 Polizisten Dienst in ganz Jerusalem
Hilfsorganisationen im Gazastreifen müssen ihre Hilfsprogramme stark zurückfahren oder sogar ganz einstellen. Der Grund ist die Entscheidung Trumps, die vertraglich vereinbarten Zahlungen von US-Aid in Höhe von mehreren Millionen US$ einzufrieren. Am 31. Januar seien noch US$ 383 Millionen zugesichert worden, die aber bisher nicht angekommen sind. Mitarbeiter haben bereits anfallende Zahlungen aus den eigenen Taschen gezahlt, ein Zustand, der natürlich auf Dauer nicht bestehen kann. Davon betroffen ist u.a. das ‘International Medical Corps’, das eines der grössten Feldlazarette in Gaza betreibt. Sie mussten laut eigenen Angaben bereits 700 Mitarbeiter entlassen. In den Krankenhäusern wird nur noch eine Grundversorgung angeboten. Auch die Ernährungsprogramme fahren nur mehr auf einem Notprogramm.
Die Schlinge um den Hals von Netanyahu zieht sich Tag für Tag ein wenig mehr zusammen. Der öffentlich-rechtliche Sender ‘Kan’ bezog sich am Dienstag auf eine Sendung von ‘Kanal 12’ im letzten Monat, dass Netanyahu nur sechs Tage vor dem Massaker vom 7. Oktober 2023 die Sicherheitschefs angewiesen habe, eine ‘zivile Einigung’ mit der Hamas anzustreben. Was auch immer diese Einigung umfassen sollte.
Shin-Bet-Chef Ronen Bar hatte am 1. Oktober 23 die Tötung von Yahya Sinwar empfohlen, was von Netanyahu abgelehnt wurde. Zu dem Zeitpunkt war der Geldfluss aus Katar, der von Netanyahu regelmässig nach Gaza ‘durchgewunken’ wurde, nahezu versiegt. Netanyahu habe daher ‘beschlossen und angewiesen’, die Hilfszahlungen nach Gaza als eine Art ‘Zuckerbrot-und-Peitsche-Taktik’ zu erhöhen und gleichzeitig Attentate innerhalb von Gaza vorzubereiten.

Natürlich dementierte das Büro des PM und betonte, es handele sich hierbei nur um die «vergebliche Bemühung, die Öffentlichkeit vom massiven Versagen des Shin Bet und seines Chefs abzulenken.» Es war der Shin Bet, so hiess es in der Erklärung, der ‘die Nutzung humanitärer Privilegien für die Hamas empfohlen’ habe, während Netanyahu ‘vor den Bemühungen regionaler Akteure warnte, in naher Zukunft zu einer Eskalation zu führen’, und die Sicherheitschefs anwies, ‘die Provokationen der Hamas nicht zu ignorieren oder ihnen nachzugeben’.

Der ehemalige Polizeichef und stv. Chef des Shin Bet, Roni Alsheich, betonte am Donnerstag in einem Interview mit dem Sender ‘Kan’ «Ich habe Netanyahu angefleht, die Beziehungen zu Katar zu kappen», nachdem, wie er sagte, das Büro des PM in Ermittlungen zu Berichten über illegale Verbindungen zwischen Beamten im Büro des Premierministers und Doha verwickelt ist. «Wie konnten wir die Verbindung zu Katar nicht sofort bei Ausbruch des Krieges kappen?», fragte er. «Schliesslich will Katar, dass die Hamas regiert, wie passt das zusammen? Jemand ist wahrscheinlich sehr besorgt darüber, was bei den Ermittlungen aufgedeckt werden könnte», fügte er hinzu. «Das ist viel ernster, als wenn zwei Personen Kontakt zu Kataris haben.»
Hinterlasse einen Kommentar