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Avigdor Liberman, Vorsitzender von Ysrael Beitenu, derzeit mit sechs Sitzen in der Knesset vertreten, bringt sich als Bewerber um den Posten des israelischen PM in Position. In einem Bericht in Radio 103 FM wies er eine gemeinsame Kandidatur mit Gadi Eisenkot, derzeit Nummer zwei hinter Benny Gantz weit von sich: «Ich habe vor, als Regierungschef zu kandidieren. Ich respektiere Eisenkot wirklich, aber das ist nicht meine Weltanschauung, wir sind völlig verschieden. Wir sind in Bezug auf Politik, Sicherheit und Gesellschaft verschieden, sogar noch mehr als Yesh Atid-Führer Yair Lapid und Gantz. Ich denke, das ist völlig legitim – ich werde mit meiner Weltanschauung antreten.» Zu den Wählern Libermans zählen hauptsächlich die mehr als eine Million russischer und osteuropäischer Zuwanderer.

Der Vater von Yair und Eitan Horn kam gestern, noch schwer gezeichnet von einer Operation, zum ‘Platz der Geiseln’, um sich an Netanyahu zu wenden. «Dies ist der 526. Tag, an dem 59 Geiseln in der Hölle von Gaza festgehalten werden“, sagte Itzik Horn während einer Presseerklärung zusammen mit anderen Angehörigen von Geiseln in Tel Aviv. «Ich bin heute hierher gekommen, um Netanyahu einen Spiegel vorzuhalten, während ich mich von einer Operation erhole. Dieser Spiegel zeigt die schrecklichen Ergebnisse von Netanyahus Selektionen.» Sein Sohn Yair wurde vor wenigen Wochen aus der Geiselhaft freigelassen, während Eitan noch immer in Gaza festgehalten wird. «Der Premierminister der Juden lässt Juden im Stich, die einen Holocaust durchleben. Netanyahu, schau mir in die Augen … Wir fordern, dass du den Krieg sofort beendest und alle auf einmal zurückbringst, und zwar jetzt.»

Der deutsche Antisemitismusbeauftragte Felix Klein zog seine Anmeldung zu einer Konferenz in Jerusalem ebenso zurück wie der französische Philosoph Bernard-Henri Levy. Beide mussten erfahren, dass zwei französische Rechtsextreme, Jordan Bardella, Nachfolger von Marine le Pen und Marion Marechal, ebenfalls auf der Liste der Eingeladenen standen. Marion Marechal ist eine Nichte von Marine le Pen, ehemalige Vorsitzende der rechtsextremen Partei ‘Rassemblement National’
Nach den Luftangriffen der USA auf Ziele der Houthi-Terroristen gab der stellvertretende Leiter des Medienbüros, Nasruddin Amer, bekannt: «Die Luftangriffe werden uns nicht abschrecken und wir werden Vergeltungsmassnahmen gegen die USA ergreifen. Sanaa [die Hauptstadt des Jemens] wird Gazas Schutzschild und Unterstützung bleiben und Gaza nicht im Stich lassen, egal wie gross die Herausforderungen sind.» Bei den Angriffen wurden laut dem Gesundheitsministerium der Houthis mindestens neun Zivilisten getötet und neun weitere verwundet. Aus US-amerikanische Kreisen war zu hören, dass die Kampagne der USA gegen die Houthi-Terroristen ‘viele Tage’ dauern werde.


Der russische Aussenminister Sergei Lavrov ersucht die USA dringend, die Angriffe auf die Houthi-Terroristen einzustellen. Sie sollten, so Lavrov, die Lösung im politischen Dialog suchen und weiteres Blutvergiessen in der Region vermeiden. Das erklärte Lavrov während eines Gesprächs mit seinem US-amerikanischen Amtskollegen Marco Rubio. Die russischen Massaker an Zivilisten in der Ukraine sind für ihn offenbar in Ordnung.
Auch der Iran verurteilte die US-amerikanischen Angriffe auf den Jemen auf das Allerschärfste. «Die brutalen Luftangriffe stellen eine grobe Verletzung der Grundlagen der UN-Charta dar.» Bei den bisherigen Angriffen starben laut Angaben der Houthi-Terroristen mindestens 31 Personen und nicht, wie gestern veröffentlicht, neun. Trump hatte angekündigt, die Angriffe so lange fortzusetzen, bis die Houthi-Terroristen ihre Angriffe beenden würden. An den Iran gewandt forderte er, sofort die finanzielle Unterstützung zu stoppen. Andernfalls müsste der Iran die Folgen der Angriffe tragen.
Was muss Netanyahu alles verbergen, dass er sich so gewaltig gegen die Installation einer staatlichen Untersuchungskommission zu den Verfehlungen und Versäumnissen rund um den 7. Oktober 2023 sträubt? Präsident Isaac Herzog hat mit dem Präsidenten des OGH Isaac Amit, ein Papier ausgearbeitet, das von Amit bewilligt wurde. Die beiden einigten sich darauf, dass bei der Zusammenstellung der Mitglieder einer solchen Kommission der neue stv. Präsident des OGH, Noam Sohlberg, konsultiert wird. Doch nur wenige Minuten nach der Veröffentlichung des Vorschlages wurde der auch schon vom Büro des PM abgelehnt. Dabei war in diesem Vorschlag ein Argument, das Netanyahu immer wieder vorgebracht hat, ausgeräumt worden, indem nicht der Präsident des OGH, sondern sein Stellvertreter der Ansprechpartner bei OGH wäre. Netanyahu zweifelt an der Objektivität von Amit gegenüber der Regierung.
Die Hamas beschuldigt Israel eines aussergewöhnlichen Brechens des Waffenstillstands, nachdem bei einem Vorfall im nördlichen Beit Lahiya gestern nach Angaben gazanischer Medien neun Zivilisten ums Leben kamen. «Die Besatzungsmacht Israel hat im nördlichen Gazastreifen ein schreckliches Massaker verübt, indem sie eine Gruppe von Journalisten und humanitären Helfern ins Visier nahm und damit in eklatanter Weise gegen das Waffenstillstandsabkommen verstiess», so Hamas-Sprecher Hazem Qassem in einer Erklärung. Unter den Opfern sollen sich drei Journalisten befinden. Die IDF hatte erklärt, einen Drohnenangriff auf zwei Verdächtige ausgeführt zu haben, die ihrerseits die Soldaten mit einer Drohne bedrohten. Eine kurze Zeit nach dem Angriff sammelten maskierte Terroristen die Drohne und die dazu gehörende Ausrüstung ein und verluden sie auf ein Fahrzeug. Diese Gruppe wurde von der IDF ein zweites Mal angegriffen. Die IDF gab später bekannt, dass die Verdächtigen versucht hätten, mindestens eine Bombe am Netzarin-Korridor zu platzieren.

Die IDF gab heute die Namen der sechs Hamas-Terroristen bekannt, die gestern bei Luftangriffen in der Region von Beit Lahiya eliminiert wurden. Einer von ihnen hat nachweislich aktiv am Massaker vom 7. Oktober 2023 teilgenommen. Einige der Terroristen waren als Journalisten getarnt, ein weiterer war erst vor wenigen Wochen im Rahmen der Freilassung von Gefangenen nach Gaza ausgeliefert worden.
In der syrischen Küstenstadt Latakia, der Hochburg der alewitischen Bevölkerung in Syrien, explodierte Munition aus Kriegszeiten. Durch die Explosion stürzte ein Haus zusammen und begrub mehr als ein Dutzend Menschen unter sich. Unter den Opfern befanden sich fünf Frauen und Kinder. 18 weitere Personen wurden verletzt. Die Munition dürfte sich in einem Schrottlager im Erdgeschoss des Hauses befunden haben.
Eine von Houthi-Terroristen abgeschossene Rakete landete über Nacht unweit der ägyptischen Küstenstadt des Roten Meeres Sharm el-Sheik. Die IDF untersucht, ob die Rakete ursprünglich auf Israel gerichtet war. Es dürfte aber schwierig sein, diese Vermutung zu bestätigen.
Im südlichen Libanon wurde heute durch einen Drohnenangriff ein Hisbollah-Terrorist eliminiert. Eine zweite Person, die sich ebenfalls im Pkw befand, wurde verletzt. Die beiden waren dabei, Spionagetätigkeit entlang der Grenze auszuüben. Ausserdem waren sie an vorherigen Angriffen im Gebiet von Yater und Mays al-Jabal beteiligt. «Dies stellt eine klare Verletzung des Waffenstillstandsabkommens dar», betonte die IDF.








Erste Untersuchungsergebnisse der IDF setzen sich mit dem Überfall auf den Kibbutz Kfar Aza auseinander und versuchen zu klären, warum die Kibbutznikim so unendlich lange auf das Eintreffen der IDF warten mussten. Der Kibbutz liegt nahe der Grenze zum Gazastreifen. Vor dem Massaker vom 7. Oktober lebten dort 750 Menschen. 62 Menschen, darunter ganze Familien und die Sicherheitskräfte des Kibbutz wurden im Laufe des Tages vergewaltigt, gefoltert und grausam ermordet. 19 Bewohner des Kibbutz wurden in den Gazastreifen verschleppt.

Im November 2023 wurden 12 Frauen und Kinder aus dem Kibbutz freigelassen. Zwei Geiseln, Yotam Haim und Alon Shamritz, s’’l, kamen bei einem tragischen Zwischenfall durch ‘friendly fire’ der IDF ums Leben. Im Januar und Februar 2025 wurden drei weitere Geiseln freigelassen. Zwei Geiseln, die Zwillinge Gali und Ziv Berman, befinden sich nach wie vor in der Gewalt der Terroristen.
Am Morgen des 7. Oktober 2023 drangen etwa 30 Terroristen in den Kibbutz ein, der völlig ohne Schutz war. Zuvor hatten die Terroristen zwei in der Nähe gelegene Militärstützpunkte überfallen. Drei Terroristen landeten um 06:42 mit Gleitschirmen in Kfar Aza. Gegen 06:50 durchbrachen weitere ohne Gegenwehr an zwei Stellen den Schutzzaun des Kibbutz und begannen ihr grausames Terror-Werk. Vor jeder Lücke warteten bereits Lkws mit Terroristen, die gezielt an verschiedenen Orten abgesetzt wurden. Weitere Hamas-Schlächter trafen mit Motorrädern ein.
Die Waffen der Sicherheitskräfte des Kibbutz waren sorgsam verschlossen, sie mussten von den Einsatzkräften erst ausgegeben werden. Bis 08:10 versuchten sie die Waffenkammer zu verteidigen, was ihnen aber nicht gelang. Sieben der 14 Mitglieder wurden ermordet, ein weiterer verletzt. Zu dem Zeitpunkt befanden sich etwa 150 Terroristen im Kibbutz.
Zwar wurden um 06:45 drei Streifenwagen der IDF angewiesen, sofort zur Unterstützung nach Kfar Aza zu fahren, einer von ihnen kam jedoch selbst unter Beschuss, die beiden anderen wurden in Kämpfe in Sderot verwickelt.
Gegen 07:25 gelang es einem Panzerfahrer, sich ausserhalb des Kibbutz zu positionieren und das Feuer auf jeden Terroristen zu eröffnen, der sich dem Gebiet näherte. Etwa um 8:33 erreichten 18 Soldaten Kfar Aza. Bis zu diesem Zeitpunkt waren bereits 37 Menschen ermordet worden.

Kurze Zeit später trafen die Soldaten Brigadegeneral (a.D.) Yisrael Shomer, der nur mit einem Messer bewaffnet, versuchte, sein Haus zu verteidigen. Shomer hatte zu Beginn des Angriffs Generalstabschef Herzi Halevi telefonisch über den Überfall auf den Kibbutz informiert. Ab 09:40 ‘tröpfelten’ weitere Soldaten in Kfar Aza ein, während gleichzeitig ein weiterer Zaun durchbrochen wurde, die Terroristen befanden sich damit im Bereich für junge Familien und Jugendliche, wo sie viele Opfer fanden.
Gegen 10:20 wurde der Panzer zu einer anderen Einsatzstelle beordert.
Um 10:34 trafen weitere Soldaten aus Shomron ein. Sie handelten ohne jede Anweisung und Koordination, so wie überhaupt die gesamte Aktion zur Rettung von Kfar Aza völlig planlos anlief.
Am frühen Abend, gegen 18:30 standen insgesamt 765 Soldaten im Kibbutz. Drohnen und Hubschrauber versuchten, die Grenze zum Kibbutz zu sichern.
Am Abend hatten sich etwa 50 Terroristen in den Häusern von Kfar Aza verbarrikadiert.
Warum erst um 23:00 mit der Evakuierung der Kibbutznikim begonnen wurde, bleibt ein Rätsel.
Die Kämpfe um Kfar Aza gingen erst am 10. Oktober um 17:00 zu Ende. Innerhalb des Kibbutz fand man die Leichen von 101 Terroristen, in der unmittelbaren Umgebung die von weiteren 50.
Damit war der Kampf um Kfar Aza der längste des gesamten Massakers. Er ist gekennzeichnet von völliger Planlosigkeit und dem frühen Tod von Führungskräften, die vor Ort im Einsatz waren.
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