Krieg in Israel – Tag 562

22. Nissan 5785

Erneut hat die IDF die traurige Pflicht, den Tod eines Soldaten bekannt zu geben. Warrant Officer G’haleb Sliman Alnasara, 35, s’’l, verlor sein Leben in einem Kampf in Beit Hanoun. Die Soldaten entdeckten einen Tunnel in der Nähe des Grenzzauns und begannen mit dessen Zerstörung. Offenbar wurden sie von Hamas-Terroristen entdeckt, die ihnen einen Hinterhalt legten und begannen die IDF-Soldaten zu beschiessen. Hierbei wurden eine Offizierin und ein Sanitäter schwer verletzt. Ein Spurenleser und zwei weitere Soldaten wurden ebenfalls schwer verletzt. Alnasara verlor sein Leben, als er den Verletzten helfen wollte.

Die IDF hat jenen Soldaten entlassen, der verantwortlich für den Vorfall vom 23. März ist, bei dem 15 Rettungskräfte in Gaza getötet und verscharrt worden waren. Es handelt sich dabei um den stv. Kommandanten der Golani Aufklärung-Brigade, einer der Eliteeinheiten der IDF. Hinzu kommt, dass er den Bericht über den Vorfall ‘unvollständig und ungenau’ abgegeben hat. Der Kommandant, der die Operation in Rafah leitete, als sich der Vorfall ereignete, wurde wegen seiner Gesamtverantwortung bestraft. Die Untersuchungen einer unabhängigen militärischen Einrichtung, zuständig für besondere Ereignisse im Kriegsfall, ergaben, «dass bei dem Vorfall keine Verstösse gegen den Ethikkodex der IDF vorlagen, jedoch mehrere ‘professionelle Fehler’ und Handlungen von Soldaten, die gegen das Militärprotokoll verstiessen, sowie eine unzureichende Meldung des Vorfalls stattfanden.»

Katars Chefunterhändler, Mohammed Al-Khulaifi zeigt sich besorgt und frustriert, dass eine neue Verhandlungsrunde ohne Ergebnis zu Ende gegangen ist. «Wenn diese Militäroperation Tag für Tag weitergeht, stehen Menschenleben auf dem Spiel. Wir werden uns trotz der Schwierigkeiten weiterhin für die Verhandlungen einsetzen».

Shin-Bet Chef Ronen Bar wird einer Aufforderung des OGH nachkommen und in einem Schreiben näher auf die seiner Meinung nach wahren Gründe eingehen, aus denen Netanyahu und die Regierung ihn entlassen haben. In einem ersten Schreiben an das Gericht hatte Bar behauptet, Netanyahu habe wiederholt von ihm verlangt, den Richtern im Strafprozess gegen den Ministerpräsidenten mitzuteilen, dass dieser aus Sicherheitsgründen nicht regelmässig vor Gericht aussagen könne.

Bar erklärte, seine Weigerung, der Aufforderung Netanyahus nachzukommen, sei der Grund für den von Netanyahu beschriebenen Vertrauensbruch zwischen den beiden gewesen. Da das Schreiben keine Rechtskraft hatte, wurde Bar vom Gericht aufgefordert, eine formelle Erklärung mit Daten und weiteren Details zu seinen Vorwürfen gegen Netanjahu einzureichen. Das wird Bar nun nachreichen. Der Brief wird nicht vollständig veröffentlicht werden.

Netanyahu telefonierte heute mit Arbeitsminister Yoav Ben Tzur, Shas, dessen Mutter Mazal, 91, s’’l, in der vergangenen Woche verstarb. Im Gespräch betonte Ben Tzur die Herausforderungen, denen sich Netanyahu stellen muss «Du wirst weiterhin erfolgreich sein, wir stehen alle hinter dir. Ich weiss, wie schwierig das ist, aber du hast göttliche Unterstützung. Ohne die könntest du keinen Erfolg haben.» Worauf Netanyahu antwortet: «Gott ist die wichtigste Partei in unserer Koalition.» Das sagt der Mann, der das religiöse Judentum nur aus politischen Gründen beachtet. Ein PM, der bei einem seiner verlängerten Wochenenden in Italien in einem der weltbesten nicht-koscheren Restaurants speiste, welches für seine Hummer, Kaninchen und Schnecken berühmt ist. Auch in New York wurde er mit seinen Freunden Sheldon und Miriam Adelson und natürlich Sara N. am Shabbat in einem Restaurant gesichtet. Auf dem Beitisch befand sich ein Teller mit servierbereitem Hummer.

Die Zivilverteidigung in Gaza gab bekannt, dass seit dem frühen Morgen mindestens 25 Personen, darunter Frauen und Kinder, durch israelische Angriffe getötet wurden. Von den Getöteten seien, so Mahmud Bassal, der Sprecher der Gruppe, fünf Zivilisten bei einem Drohnenangriff in Rafah getötet worden.

Bei einem gezielten Angriff der IAF auf einen Pkw auf der Verbindungsstrasse zwischen Sidon und Tyre im Küstengebiet des Libanon wurde eine Person getötet und eine weitere verletzt. Die Namen wurden mittlerweile bekannt gegeben. Es handelt sich um den stv. Chef der ‘Einheit 4.400’, Hussein Alai Nasr. Diese Einheit ist zuständig für den Waffenschmuggel in den Libanon.

Die Hamas gab an, 30.000 neue Mitglieder rekrutiert zu haben. Sie wurden in geheimen Trainingscamps der palästinensischen Terror-Organisation ausgebildet. Es wird jedoch berichtet, dass sie über keine militärischen Fähigkeiten verfügen, die über ‘Guerillakrieg’, Raketenbeschuss und das Verlegen von Sprengstoff hinausgehen.

Das libanesische Militär berichtete, dass es ihnen gelungen ist, einen Raketenangriff der Hisbollah auf Israel zu verhindern. Es wäre dies der erste direkte Angriff seit Inkrafttreten des Waffenstillstandsabkommens gewesen. Die Armee stürmte ein Appartement in Sidon, wo sie Raketen und Raketenwerfer auffanden und mehrere Personen festnahmen.



Kategorien:Israel, Politik

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