Aussagen ehemaliger Geiseln / VII

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Keith Siegel, 65, der am 1. Februar aus der Geiselhaft in Gaza freigelassen wurde, hatte bereits kurz nach seiner Freilassung über seine Zeit in der Hölle von Gaza berichtet. In einem Interview mit der New York Times berichtete er Mitte April über weitere Grausamkeiten der Hamas.

Etwa einen Monat nach der Verschleppung nach Gaza kam es zu einer grauenvollen Szene. Bewaffnete Hamas-Terroristen holten eine der weiblichen Geiseln, die sich gemeinsam mit ihm in einer Wohnung befanden und befahlen ihm, ebenfalls mitzukommen. Sie führten die Frau, der eine Pistole an den Kopf gehalten wurde, in einen anderen Raum. Siegel betrat den Raum und verfiel sofort in Panik. Er befand sich in einem, wie er es nennt, ‘mittelalterlichen Folter-Keller’. Die Frau war gefesselt, die Terroristen schlugen mit primitiven Werkzeugen auf sie ein und forderten sie auf, ‘die Wahrheit zu sagen’. Seine Aufgabe war es, den Terroristen beim Erzwingen des ‘Geständnisses’ zu helfen. «Ich wurde aufgefordert, in den Raum zu gehen und der Person zu sagen, dass die Folter fortgesetzt werde, bis sie gestehe, was ihr vorgeworfen werde», sagte er. Er sah die gefolterte Frau und spürte Hilflosigkeit, ihr nicht helfen zu können. «Ich wollte sie aus dieser schrecklichen, grauenhaften Lage befreien, in der sie sich befand, in der wir uns befanden, und ich fühlte mich einfach hilflos.»

Nach dem Ende der ersten Waffenruhe vom November 2023 seien die Haftbedingungen massiv verschärft und verschlechtert worden. Die Terroristen seien zunehmend unruhiger und aggressiver geworden. Siegel wurde mehr als 30-mal zwischen einzelnen Verstecken hin- und hergeschoben, mal allein, mal mit anderen. Eine Zeitlang hat er in einem Tunnel mehr als 30 m unter der Erde verbracht. Die Zufuhr von atembarer Luft sei sehr gering gewesen. In der Zeit habe er oft an den Tod gedacht.

Eines Tages, kurz vor seiner Freilassung, vegetierte er in einem winzigen, fensterlosen Raum, der immer verschlossen war. Ein Terrorist mit einer Pistole in der Hand kam und forderte Siegel auf, die Pistole zu nehmen. Siegel weigerte sich und der Terrorist richtete die Pistole auf ihn und drohte, ihn zu erschiessen. Der Terrorist richtet dann die Waffe auf sich, scheinbar, um sich selbst zu töten. Segel geriet in Panik. Was würde geschehen, wenn er wirklich abdrückte? Würde man glauben, er habe ihn ermordet? Doch dann drehte sich der Terrorist, böse lachend um und verliess den Raum.



Kategorien:Israel, Politik

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