9. Ijjar 5785
21 – diese Zahl geistert seit Tagen durch die Köpfe der Familienangehörigen von noch in Gaza festgehaltenen Geiseln. Nachdem am Vorabend des Unabhängigkeitstages Sara N. ihren Mann korrigierte, der von 24 lebenden Geiseln sprach, fragte man sich, woher sie diese Information hat. Netanyahu reagierte gereizt. Hatte Sara N. eine Information des Geheimdienstes, die, auf welche Art auch immer zu ihr gelangt war, weitergetratscht? «Bis heute sind es 21, die noch am Leben sind. Drei sind gestorben», sagte Trump am Dienstagabend vor Journalisten im Oval Office, ohne weitere Details zu nennen. Offiziell beharrt Israel weiter darauf, dass es noch 24 lebende Geiseln gibt. «Wir fordern Israel erneut auf: Wenn es neue Informationen gibt, die uns vorenthalten werden, geben Sie diese unverzüglich an uns weiter», fordert das ‘Hostage Families Forum’ und ruft gleichzeitig Netanyahu dazu auf, sofort die Kampfhandlungen in Gaza zu stoppen, bis alle Geiseln zurückgebracht worden sind.

Yehuda Cohen, Vater von Nimrod Cohen kritisiert Netanyahu: «Die Tatsache, dass Trump diese Zahl beiläufig erwähnt hat, ist nur ein weiteres Zeichen dafür, wie die Geiseln von der Regierung Netanyahu im Stich gelassen wurden», sagt er gegenüber der Nachrichtenseite Ynet. «Es kursieren weltweit sensible Informationen, und jeder kann beliebige Zahlen nennen, als würde es sich um eine Ware handeln. Ein offener Markt auf Kosten der Familien der Geiseln und ihrer Gefühle. Netanyahu sitzt nur da und rechnet seine Gewinne aus.» Im Februar hatte Nimrod seinen Eltern durch eine freigelassene Geisel mitteilen lassen: «Ich bin ok, macht euch keine Sorgen um mich. Ich liebe euch!» Doch das war vor drei Monaten, eine lange Zeit für einen Menschen, der in Tunnels festgehalten wird. Yair Lapid wundert sich, wie Trump an eine solche Information kommen konnte. «Strategieminister Ron Dermer ist derzeit in Washington. Ich hoffe, Trump hat das nicht von ihm.»

Präsident Isaac Herzog wurde bei einer Konferenz an der Universität Tel Aviv von einem Studenten angeschrien: «Die Geiseln befinden sich seit 579 Tagen in Gaza und Sie sitzen hier?» Herzog antwortete unter Applaus: «Es stellt sich hier die Frage: Ist eine ernsthafte Diskussion oder eine hitzige Diskussion möglich? Wenn der Herr schreien will, soll er schreien. Ich denke, das israelische Volk erwartet eine ernsthafte und respektvolle Diskussion, und ich denke auch, dass wir, wenn wir Antworten hören wollen, zuhören müssen.» Auf die Frage, ob er zurücktreten werde, wenn sich die Regierung nach wie vor weigert, eine staatliche Untersuchungskommission einzurichten, antwortet er: «Rücktritt ist der letzte Schritt, den man tun kann. Ich bleibe auf der Brücke. Um eine Brücke zu sein, fordere ich eine staatliche Untersuchungskommission. Ich halte das für das Angemessene.»


Die Administration von Trump hat es verabsäumt, Israel im Vorfeld über das ‘Waffenstillstands-Abkommen’ mit den Houthi-Terroristen zu informieren. Trump verkündete dies bei einem Treffen mit dem neuen kanadischen PM Mark Carney im Oval Office. Die Houthi-Terroristen haben angekündigt, die Angriffe gegen Israel nicht beenden zu wollen. «Das Waffenstillstandsabkommen zwischen den Houthis und den USA dient der palästinensischen Sache und bringt Israel in Verlegenheit», sagt ein Sprecher der Houthis und fuhr fort:«Wir werden weiterhin israelische Schiffe angreifen, bis die Hilfsgüter in Gaza ankommen. Wir werden jede künftige Unterstützung der USA für Israel prüfen und unsere Position entsprechend festlegen.» Der Schaden, der durch den Angriff der IAF verursacht wurde, wird auf US$ 500 Millionen geschätzt. Beim Angriff auf den Flughafen wurden u.a. sechs Flugzeuge zerstört, nur drei davon gehörten zur jemenitischen Fluglinie.

Beim gleichen Treffen kündigte Trump an: «Wir werden eine sehr, sehr grosse Ankündigung machen. So gross wie es nur geht. Und ich verrate Ihnen nicht, wozu. Sie ist wirklich sehr positiv. Es wird eine der wichtigsten Ankündigungen seit vielen Jahren zu einem bestimmten Thema sein.» Trump erklärte, die Ankündigung noch vor seinem Abflug in den Nahen Osten bekannt geben zu wollen, wobei er den genauen Termin offenliess. Die New York Times bezeichnete diese ‘merkwürdige Episode’ als besonders deutliches Beispiel für Trumps ‘Showtalent’, das er schon während des Wahlkampfes eingesetzt hat, um die Aufmerksamkeit der Medien zu erhalten, ohne tatsächlich ‘substantielle’ Neuigkeiten zu liefern. In Israel erwartet man, dass die Ankündigung die internationale Hilfslieferungen für Gaza betrifft.

Die IDF bestätigte, dass sie in der Nacht mit einem gezielten Luftangriff auf ein Fahrzeug in der Küstenstadt Sidon einen hohen Hamas-Führer neutralisiert hat. Khaled Ahmad Ahmad war der Chef der palästinensischen Terror-Organisation Hamas im westlichen Libanon. Seine Aufgabe war u.a. der Waffenschmuggel und die Vorbereitung und Durchführung von Terroranschlägen gegen Israel.

Die mit der Hamas verbundene ‘Agentur für Zivil-Verteidigung’ gab an, dass neun Personen bei einem Angriff der IAF auf die ‘Abu Humeisa School’, die als Auffanglager für Evakuierte diente, getötet wurden. Zahlreiche weitere Personen seien verletzt worden. Die Schule war Teil des Al-Bureij Flüchtlingslagers. Bei einem Angriff, der vor einigen Tagen stattgefunden hatte, wurden 22 Personen getötet. Die IDF hat die Vorfälle noch nicht kommentiert.

Die Houthi-Terroristen haben am Nachmittag erneut eine Langstreckenrakete nach Israel abgeschossen. Die Rakete stürzte jedoch über saudi-arabischem Gebiet ab. Schadensmeldungen sind nicht bekannt.
Thank you Esther for your tireless efforts to create a humanistic chronic of the terrible events unfolding in Israel since way too long. I visited the area in april and was so inspired, i wrote my first blog post about it. I’d be honoured to hear your opinion.
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Shalom Leon, just finished your first blog, It’s very interesting, but for my understanding way to long of one post. will go on reading tomorrow and hope you will go on posting. be hatzlacha, Esther
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