17. Ijjar 5785

Yinon Magal, ein politischer Kommentator aus dem rechten Lager, griff Edan Alexander und seine Familie heftig an, nachdem sie sich zwar bei Trump, nicht aber bei Netanyahu für die Bemühungen zur Freilassung des israelisch-amerikanischen Doppelbürgers bedankt hatten. Im Jahr 2015 war er Mitglied der rechten Partei ‘HaBeit HaYehudi’ von Naftali Bennett. Er schrieb auf seinem ’X’-Account: «Das ist eine abstossende Darstellung von Undankbarkeit und Kulturlosigkeit. Nur in der vergifteten und gestörten Atmosphäre, die die Linke und die Medien hier schaffen, kann so etwas passieren.» In der Sendung ‚The Patriots‘ auf Kanal 14 greift er auch Alexander selbst an und behauptet, «Die Umstände, unter denen er entführt wurde, sind problematisch.» Was er damit zum Ausdruck bringen will, verschweigt er. Das ist eine infame Beleidigung von Edan Alexander.
Der US-amerikanische Sonderbeauftragte für den Nahen Osten, Steve Witkoff, und der Sonderbeauftragte für Geiseln, Adam Boehler, trafen sich gestern mit Familienangehörigen von noch in Gaza festgehaltenen Geiseln. Bei diesem Treffen teilte ihnen Witkoff mit, dass «die Hamas Angst vor Trump hat. Und das mit gutem Grund.» Ein Teil des Treffens wurde im TV-Sender ‘Kan’ ausgestrahlt. Witkoff fuhr fort: «Es geht Edan Alexander besser, als ich gedacht hätte. Sie haben ihn tatsächlich besser behandelt. Für diejenigen, die Verwandte haben, die noch am Leben sind, ist das meiner Meinung nach ein wichtiger Hinweis.» Edan habe ihm berichtet, dass er seit der Wahl Trumps deutlich besser behandelt worden sei. Witkoff hofft auf diplomatische Erfolge. Wenn diese nicht zu positiven Ergebnissen führen, so sieht er das als persönlich schlimmsten Misserfolg an. Edan war in den vergangenen Monaten zusammen mit Matan Zangauker festgehalten worden. Dessen Gesundheitszustand sei sehr schlecht, er müsse als nächster freigelassen werden. Als Einav Zangauker, die mittlerweile das Gesicht der Familienangehörigen ist, dies hörte, brach sie vor laufender Kamera in Tränen aus.

Trump hat sich entschlossen, alle Sanktionen gegen Syrien aufzuheben. Dieser Entscheid wurde auf Drängen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman getroffen. Beide bezeichnet Trump als ‘Menschen, denen er grossen Respekt entgegenbringt’. «Ich werde die Aufhebung der Sanktionen gegen Syrien anordnen, um ihnen eine Chance auf Grösse zu geben», verkündete Trump in Riyad am ersten Tag seiner Nahost-Reise. «Die Sanktionen waren brutal und lähmend und hatten damals eine wirklich wichtige Funktion, aber jetzt ist es an der Zeit, dass die neue syrische Regierung glänzt. Also sage ich: ‘Viel Glück, Syrien.’» Israel zeigt sich der neuen syrischen Regierung gegenüber deutlich vorsichtiger und verlangt diese Haltung auch von den USA.
Auf seinem Flug von Riyad nach Doha erklärte Trump den mitreisenden Journalisten, dass der syrische Präsident, der eine der Al-Qaida verbundene Djihadistengruppe gegründet hatte: «Er ist ein junger, attraktiver Mann. Ein harter Kerl. Mit einer starken Vergangenheit. Einer sehr starken Vergangenheit. Ein Kämpfer. Er hat eine echte Chance, das Land zusammenzuhalten», sagte Trump und fügte hinzu: «Ich habe mit Präsident Erdogan gesprochen, der ihm sehr freundschaftlich gesinnt ist. Er glaubt, dass er eine Chance hat, gute Arbeit zu leisten. Es ist ein zerrissenes Land.» So sehr ich jedem eine Chance gebe, sich wirklich neu zu orientieren, im Fall von Al-Sharaa fällt mir das angesichts der Morde an den Alewiten und Drusen schwer. Ich hoffe, Trump wacht nicht eines Tages auf und muss erkennen, dass er sich geirrt hat. Seine Träume können sich sehr schnell in Traumata waneln. In Bezug auf Israel betonte er, dass er mit seinem Besuch im Mittleren-Osten Israel nicht umgangen hat. «Meine guten Beziehungen zu diesen Ländern ist gut für Israel. Beziehungen wie ich sie habe….. ja ich denke, das ist sehr gut für Israel.»
Netanyahu hat während seines Besuches in Washington dringend darum gebeten, dass Trump die Sanktionen gegen Syrien nicht aufhebt. Er habe Angst, dass Syrien einen ähnlichen Angriff auf Israel starten könne, wie es die Hamas mit dem Massaker vom 7. Oktober 2023 getan hat. Dass Trump die Sanktionen aufgehoben hat, ist ein weiterer Hinweis auf die veränderten Beziehungen zwischen Israel und den USA.

UN-Sprecher Stephane Dujarric sieht in der Aufhebung der Sanktionen: «Eine positive Entwicklung, die zu mehr Investitionen in dem Land führen wird. Die Aufhebung der Sanktionen werde den Wiederaufbau Syriens unterstützen und dem syrischen Volk helfen, sich von mehr als einem Jahrzehnt des Konflikts und einer jahrzehntelangen Unterfinanzierung zu erholen. Der Fokus werde nun stärker auf die wirtschaftliche Entwicklung, auf private Unternehmen und Investitionen gelegt.» Dujarric versicherte auch, dass die UN die Entwicklung Syriens uneingeschränkt unterstützen wird.
Während seines Treffens mit Ahmed al-Sharaa forderte Trump den Syrer auf, das Abraham-Abkommen mit Israel zu unterzeichnen. Das Treffen fand in Riyad statt, mit dabei war auch der saudische Kronprinz. Der türkische Präsident war via Videokonferenz zugeschaltet. Trump bedauerte, dass sein Traum, dass sich Saudi-Arabien dem Abraham-Abkommen anschliesst, sich nicht erfüllte. «Ich verstehe aber, dass Riyad diesen Schritt zu einem von ihnen selbst gewählten Zeitpunkt machen wird.»


Gestern Abend wurde erneut eine Langstreckenrakete aus dem Jemen nach Israel abgeschossen. Der Alarm wurde nicht ausgelöst, nachdem klar war, dass sie lange vor Erreichen des israelischen Luftraumes abstürzen würde. Eine weitere Rakete war zuvor von den Houthi-Terroristen abgeschossen worden und löste den Alarm im Zentrum von Israel zwischen Tel Aviv und Jerusalem aus. Sie konnte erfolgreich abgefangen werden.

Die IDF hat als Warnung vor möglichen Angriffen auf drei weitere von den Houthi-Terroristen betriebenen Häfen eine dringende Evakuierungs-Aufforderung ausgesprochen.

Palästinensische Medien berichten von neuen Angriffen der IAF auf die Region um das ‘Europäische Krankenhaus’ in Khan Younis. An dieser Stelle war gestern schon ein gezielter Angriff auf den Hamas-Führer Muhammad Sinwar geflogen worden. Allerdings ist unklar, ob er bei dem Angriff getroffen wurde oder ob er sich frühzeitig in Sicherheit gebracht hat. Die heutigen Angriffe sollen wahrscheinlich verhindern, dass sich jemand einem Tunnel nähert, der sich unter dem Krankenhaus befindet.
Seit dem Morgengrauen sollen im Gazastreifen bei zahlreichen Angriffen der IAF 80 Menschen getötet worden sein, 59 davon im Norden. Das erklärte Mohammed al-Mughayyir vom Zivilschutz der palästinensischen Terror-Organisation Hamas.
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