Krieg in Israel – Tag 588

18. Ijjar 5785

Jüdische Siedler-Terroristen sollen während der Nachtstunden 17 private Pkws von palästinensischen Arbeitern in der Nähe der Stadt Ariel in Shomron in Brand gesetzt haben. Die Reaktion der Polizei auf den Vorfall steht noch aus. In Deir Istiya wurde versucht, ein Haus in Brand zu setzen, in dem nur eine 60-Jahre alte Frau lebt. Der Anschlag konnte von aufmerksamen Nachbarn gestoppt werden. Dieses Gebiet ist in unmittelbarer Nähe von Bruchin, wo gestern eine Israelin bei einem Terror-Anschlag getötet wurde (s. gestern). In der Nähe des benachbarten arabischen Ortes Burqin stellten Siedler ein Zelt auf und entzündeten ein Lagerfeuer zu Ehren des jüdischen Festtages Lag Ba’Omer.

Wie gestern bereits von Oppositionsführer Yair Lapid bemerkt hatte, betont heute auch das ‘Forum für Geiseln und vermisste Familien’, dass Israel nur noch wenige Stunden habe, um zu einem Deal mit der Hamas zu kommen. Während Lapid die Situation gestern noch positiv bewertete (s. gestern), sehen die betroffenen Familien heute ein ganz anderes Szenario. Israel hatte angekündigt, unmittelbar nach dem Ende des Besuchs von Trump im Mittleren Osten mit der Verstärkung der Offensive in Gaza zu beginnen. Die Abreise Trumps steht unmittelbar bevor. «Die verpasste historische Chance – ein eklatantes Versagen Israels. Die Bemühungen, die vorliegenden Vorschläge zu blockieren, werden für immer in Erinnerung bleiben», heisst es in der Erklärung. «Dies sind entscheidende Stunden, Stunden, die über die Zukunft unserer Angehörigen, die Zukunft der israelischen Gesellschaft und die Zukunft des Nahen Ostens entscheiden werden. Wir fordern den Premierminister und den Präsidenten der Vereinigten Staaten dringend auf, einen Durchbruch zu erzielen.» Das weitaus aggressivere ’Tikwa Forum’ hingegen verlangt nach wie vor die vollständige Zerschlagung der Hamas und die Verstärkung der Operationen gegen den Gazastreifen.

Bei seiner Pressekonferenz an Bord der ‘Air Force One’ zeigte Trump sich pessimistisch: «Ich weiss nicht, ob PM Netanyahu in der Lage ist, den Geiseldeal zu fixieren. Wir werden es bald herausfinden. Wir werden es sehr bald wissen. Sie [die Geiseln] sind in keiner guten Verfassung. Einigen von ihnen geht es besser, anderen schlechter. Es hängt davon ab, wo sie sich befinden. Aber wir arbeiten mit ihnen [der Hamas?] sie bald zu bekommen.» In Richtung Teheran forderte er: «Sie sollen jetzt schnell eine Entscheidung zu unserem Vorschlag treffen, oder etwas sehr Schlimmes wird geschehen.» Neben dem sicher für das Trump-Imperium, vielleicht auch für die USA wirtschaftlichen Erfolg der Reise in den Orient, sei sie auch ‘sehr gut für Israel’ gewesen. Worin dieses ‘gut für’ besteht, das verriet er uns nicht.

Erneut wurde am Donnerstagabend eine von den Houthi-Terroristen gegen Israel abgeschossene Langstrecken-Rakete abgefangen. Der Alarm wurde zwischen Jerusalem und Tel Aviv ausgelöst. Trümmerteile der Rakete stürzten auf das Gebiet von Alon Shvut zwischen Bethlehem und Hebron ab, in Judäa ab. Schäden wurden nicht gemeldet. Kurze Zeit später meldete sich ein Sprecher der Houthi-Terroristen, Yahya Sarea, und vermeldete: «Wir haben soeben erfolgreich den Flughafen Ben-Gurion angegriffen. Unser Ziel ist es, den Flugbetrieb so lange zu blockieren, bis Israel seine Angriffe auf Gaza und die Blockade des Gazastreifens beendet.»

Die von der Hamas geführte palästinensische Zivilverteidigung gab bekannt, dass seit Mitternacht mehr als 100 Personen bei verschiedenen Angriffen der IAF auf gazanisches Gebiet getötet worden sind. Der Sprecher der Organisation, Mohammed al-Mughayyir, erklärte, dass ihre Rettungsteams in den betroffenen Regionen arbeiten.

Die IDF bestätigt, vor allem Angriffe in der Region Jabaliya und Beit Hanoun durchgeführt zu haben. Palästinenser, die trotz des Beschusses versuchten, aus der Region zu fliehen, wurden festgenommen oder zurückgeschickt. Im Süden waren hauptsächlich Al-Qarara und Khan Younis betroffen. In einer von der Hamas besetzten Schule wurden zahlreiche Verhaftungen ausgeführt.

Die gute Nachricht des Tages: Yuval Raphael hat sich für das Finale des ESC qualifiziert. Ihr Auftritt, von der Jerusalem Post mit denen der jungen Barbra Streisand verglichen, hob sich wohltuend von den anderen Darbietungen ab, die zumeist auf starke Show-Effekte setzten. Yuval, Überlebende des Musik-Festivals von Re’im zeigte, dass das Erleben des Massakers authentisch in den Text ihres Liedes einfloss, ohne kitschig zu wirken. Unter https://www.esc.vote  kann jeder seine Stimme für seinen Favoriten abgeben, Stimmen für das eigene Land sind nicht zulässig.



Kategorien:Israel, Politik

Schlagwörter:

Hinterlasse einen Kommentar