19.Ijjar 5785
Wenige Stunden nachdem Trump verkündet hat, dem Iran einen Vorschlag gemacht zu haben, wie das Atom-Problem gelöst werden könne, beteuerte Teheran, keinen Vorschlag, weder schriftlich noch mündlich, erhalten zu haben. «Die Botschaften, die derzeit immer wieder kolportiert werden, sind verwirrend und widersprüchlich. Der Iran bleibt dennoch entschlossen und direkt: Respektieren Sie unsere Rechte und beenden Sie die Sanktionen, dann haben wir einen Deal!» Der Aussenminister des Irans, Seyed Abbas Araghchi, blieb hart: «Es gibt kein Szenario, in dem der Iran sein hart erkämpftes Recht auf Anreicherung für friedliche Zwecke aufgibt: ein Recht, das auch allen anderen Unterzeichnern des Atomwaffensperrvertrags zusteht. (…) Wir begrüssen IMMER einen Dialog auf der Grundlage gegenseitigen Respekts und lehnen IMMER jedes Diktat ab. «
Trump bemüht sich, so berichtete NBC-News gestern, Libyen zu überzeugen, bis zu einer Million Palästinenser dauerhaft aufzunehmen. Im Gegenzug würden die USA jene Gelder freigeben, die sie vor mehr als zehn Jahren eingefroren haben. Es handelt sich hierbei um Beträge von einigen Milliarden US$. Ein Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates hingegen stellte klar: «Diese Berichte sind unwahr. Die Lage vor Ort ist für einen solchen Plan unhaltbar. Ein solcher Plan wurde nicht diskutiert und macht keinen Sinn.» Libyen gilt international als ‘failed state’. Die 2021 gebildete ‘Einheitsregierung’ konnte sich nicht überall durchsetzen, der Staat wird von verschiedenen politischen und militärischen Gruppierungen uneinheitlich geführt. 97 % der Bevölkerung sind sunnitische Moslems. Basem Naim, hochrangiger Führer der Hamas betonte: «Die Palästinenser sind sehr stark in ihrer Heimat verwurzelt, fühlen sich ihrem Land sehr verbunden und sind bereit, bis zum Ende zu kämpfen und alles zu opfern, um ihr Land, ihre Heimat, ihre Familien und die Zukunft ihrer Kinder zu verteidigen. Die Palästinenser sind die Einzigen, die das Recht haben, für die Palästinenser einschliesslich Gaza und die Bewohner Gazas zu entscheiden, was zu tun ist und was nicht.» Welch schöne euphemistische Worte! Zieht man in Betracht wie jung das ‘Volk der Palästinenser’ ist, so drücken sie bestenfalls Wunschdenken, schlimmstenfalls aber bewusste Irreführung der Weltöffentlichkeit dar. Eine Massen-Übersiedlung von Gaza nach Libyen stellt neben anderen Problemen auch ein logistisches Problem dar. Abgesehen davon, dass Trump keine Vorstellung davon hat, wo diese grosse Zahl von Menschen angesiedelt werden soll und wie sie in die Gesellschaft integriert werden kann. Kurz, eine weitere, nicht durchdachte Idee!
Nur elf Tage, nachdem die IAF den Flughafen-Betrieb in Sanaa zum Erliegen gebracht hat, landete dort heute angeblich die erste Maschine. Der ‘Yemenia Airways’ Flug von Amman hatte 136 Passagiere an Bord. Beim Angriff vom 6. Mai waren Rollbahnen, der Terminal und sechs Flugzeuge zerstört worden. Laut der Webseite des Flughafens ist dieser ‘vorübergehend geschlossen’, die Seite von ‘Yemenia Airways’ zeigt ebenfalls keine verfügbaren Flüge.


Über Nacht wurden die Angriffe der IDF/IAF deutlich verstärkt, Bodentruppen näherten sich der Deir al-Balah Strasse, die den Norden des Gazastreifens mit dem Süden verbindet. Damit begann die ‘Operation Gideons Streitwagen’. Ziel dieser verstärkten Offensive ist es, die Hamas zum Aufgeben zu zwingen und die Geiseln, sowohl die lebenden als auch die toten freizulassen, resp. an Israel zu übergeben. Die noch im Norden des Landes lebenden Zivilisten sollen südlich des ‘Morag-Korridors’ evakuiert werden. Die Evakuierungs-Aufforderung betrifft auch Flüchtlingslager in Jabaliya, Tel al-Zaatar und Beit Lahiya. Vereinzelt soll es zur Bombardierung von Zeltlagern gekommen sein.


Die israelischen Behörden gehen davon aus, dass sich im Gazastreifen noch ausreichend Nahrung für einige Wochen befindet. Sollte das der Fall sein, wobei die Bilder eine ganz andere Sprache sprechen, so liegen sie eingebunkert in den Lagerhäusern der Hamas. Um die amerikanischen und jordanischen Krankenhäuser betriebsfähig zu halten, wurde in der vergangenen Woche Treibstoff in den Gazastreifen geliefert.


Das vordringlichste Ziel, die Befreiung der Geiseln, ist in einem den Kommandanten vorgelegte Einsatzbefehl auf den sechsten Platz abgefallen: ‘Niederlage der Hamas’, ‘Operative Kontrolle des Gebiets’, ‘Entmilitarisierung des Gebiets’, ‘Beschädigung von Zielen des Hamas-Regimes’, ‘Konzentration und Bewegung der Bevölkerung’ und ‘Rückkehr der Geiseln’. Die militärische Führung erläuterte, dass die neue Priorisierung durch die politischen Führer getroffen wurde. Damit konnte oder wollte sich der neue Generalstabschef, Eyal Zamir, nicht gegen Netanyahu und seine rechten Spiessgesellen durchsetzen. Zamir hatte immer betont, die Befreiung der Geiseln habe für ihn die höchste Priorität.





Es wird immer klarer, dass dieser verheerende Krieg der eines von privaten Zielen getriebenen Mannes ist, der nur sein persönliches Wohlergehen verfolgt: PM Benjamin Netanyahu.






Die Zerstörung entlang des Morad-Korridors und der Stadt Rafah © wie oben
Die von der Hamas geführte Zivilschutzbehörde gab bekannt, dass bei Angriffen am Morgen mindestens zehn Menschen getötet wurden. Den Drohnenangriffen in Khan Younis fielen drei Menschen zum Opfer, bei der Bombardierung eines Hauses in Jabaliya waren es drei weitere. In einem Appartement in der Nähe von Khan Younis soll es drei Tote gegeben haben, in einem Zelt eine weitere Person. Weiterhin sollen zahlreiche Menschen, darunter Frauen, Kinder und eine schwangere Frau, verletzt worden sein. Die Zahlen wurden bisher nicht bestätigt.

Die IDF gab an, einen Anführer der Hisbollah 30 km nördlich der israelischen Grenze im Distrikt Tyros eliminiert zu haben. Der Getötete war Kommandant der Region um Beaufort Castle, einem der wichtigsten strategischen Punkte des südlichen Libanons. Von der Ruine aus hat man einen ungehinderten 360° Ausblick bis tief hinein nach Israel. Seine Aufgabe bestand darin, die Hisbollah in der Region neu aufzustellen. «Der Wiederaufbau von terroristischer Infrastruktur und die beobachteten Aktivitäten stellen eine bedeutende Verletzung der Vereinbarungen zwischen Israel und dem Libanon dar», rechtfertigte die IDF den Angriff.
Bei der Welle von Angriffsflügen gestern Abend wurden in den von den Houthi-Terroristen betriebenen Häfen Hodeidah und Salif, die für Waffenschmuggel genutzt werden, grosse Schäden angerichtet. Früher in der Woche war die Evakuierung der Häfen angeordnet worden. Die IDF wartete bis nach dem Abflug von Trump, bevor sie die Angriffe ausführten. Man geht davon aus, dass die Wiederherstellung der Häfen bis zu einem Monat dauern kann. Nach Ablauf dieser Zeit kann der Betrieb in eingeschränktem Umfang wieder aufgenommen werden. Netanyahu, VM Israel Katz und Generalstabschef Eyal Zamir beobachteten die Angriffe in einem unterirdischen Schutzraum des IAF-Hauptquartiers,
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