3. und 4. Siwan 5785

Vor Beginn von Shavuot am Sonntagabend sind zahlreiche Traktoren auf dem Platz der Geiseln angekommen. Die Fahrer fordern das Ende des Krieges und die Freilassung aller Geiseln. Statt der allgegenwärtigen gelben bilden sie mit ihren Fahrzeugen eine bunte Schleife.

Die Houthi-Terroristen haben nach der Zerstörung des Flughafens in Sana’a durch die IAF angekündigt, jetzt direkt Flugzeuge der EL AL und anderer israelischer Fluggesellschaften wie Arkia und Israir ins Visier nehmen zu wollen. Die Houthis klagten, dass das letzte Flugzeug der jemenitischen Flugflotte ausschliesslich zum Transport von Kranken und Verwundeten zur medizinischen Betreuung im Ausland, meistens in Jordanien, genutzt wurde. Für die von den Houthis geplanten Angriffe auf israelische Flugzeuge hätten sie in der vergangenen Woche neue Waffen erhalten. Mit grosser Wahrscheinlichkeit vom Hauptlieferanten, dem Iran. Für Israel könnte das bedeuten, dass die ausländischen Fluglinien, die ihre Flüge nach Israel eingestellt haben, Ben-Gurion nicht so schnell wieder in den Flugplan aufnehmen.
Das Wall Street Journal berichtet, dass Israel befürchtet, durch die überhasteten Gespräche der USA mit dem Iran in die Enge getrieben zu werden. Sieben Wochen nach Beginn der indirekten Verhandlungen fürchtet Israel, dass Trump darauf drängt, möglichst schnell ein Abkommen zu unterschreiben und dabei die lebenswichtigen Bedingungen Israels ausser Acht lässt. Das würde bedeuten, dass der Iran weiter am Bau seiner Atomwaffen arbeiten kann, während Israel in der Möglichkeit seiner Militäraktionen eingeschränkt wird. Trump hat sich in den letzten Tagen zusehend unzufrieden mit Netanyahu gezeigt. Er hat ihn immer wieder gewarnt, einen Angriff gegen den Iran durchzuführen, weil der zu Störungen in den Verhandlungen führen könnte. Trump behauptet immer wieder, kurz vor einem Durchbruch in den Verhandlungen zu stehen. Das kann man kaum glauben, wenn man die eindeutige Haltung Teherans liest, die nicht von einem weiteren Anreicherungsprogramm abweichen wird. Israel hingegen besteht darauf, dieses Programm völlig zu stoppen.
ToI veröffentlichte am Freitag den vollständigen und von zwei Quellen als korrekt wiedergegebenen Text des Witkoff-Plans. Das meldete ToI um 00:49 Ortszeit. Um 05:17 Ortszeit schrieb ToI, dass die Hamas unter Berufung auf BBC den Vorschlag abgelehnt hat. Um 13:00 hiess es von offizieller Seite der Hamas, dass das Abkommen ‘ihre gerechten und legitimen Ansprüche nicht berücksichtigt’.
Heute, am frühen Samstagnachmittag erklärt sich die Hamas grundsätzlich mit dem Witkoff-Plan einverstanden. Sie möchten allerdings eine klare Zusage, dass am Ende des temporären Waffenstillstands auch das Ende des Krieges steht, die IDF sich dauerhaft aus dem Gazastreifen zurückzieht und die Geiseln nicht an zwei, sondern an fünf Tagen freigelassen werden.

Bei einem seiner mittlerweile regelmässigen ‘Pressekonferenzen’ im Oval Office erklärte Trump heute, am 30. Mai 2025, dass man ‘sehr nah an einer Einigung zum Waffenstillstand und zur Freilassung der Geiseln’ sei. «Wir werden Sie im Laufe des Tages oder vielleicht morgen darüber informieren, und wir haben eine Chance.» Auch an einer Vereinbarung mit dem Iran sei man ‘ziemlich nah dran’. «Sie wollen nicht in die Luft gesprengt werden. Sie würden lieber ein Abkommen schliessen, und ich glaube, dass dies in nicht allzu ferner Zukunft geschehen könnte», fährt er fort und fügt erneut hinzu, dass der Iran keine Atomwaffen haben dürfe.

VM Israel Katz droht der Hamas, den Witkoff-Plan anzunehmen oder völlig zerstört zu werden. «Die IDF setzt ihre Operation in Gaza mit voller Kraft fort, schlägt Hamas-Hochburgen und zerstört sie, während sie die lokale Bevölkerung aus allen Kampfgebieten evakuiert und das Gebiet aus der Luft, zu Lande und zu Wasser in einem noch nie dagewesenen Ausmass angreift, um den maximalen Schutz unserer Soldaten zu gewährleisten.» Er fährt fort und verweist dabei auf Israels Pläne, grosse Teile des Gazastreifens zu erobern, die meisten Gebäude zu zerstören und das Gebiet auf absehbare Zeit zu halten. “Auf diese Weise werden wir die Ziele des Krieges erreichen: die Freilassung aller Geiseln und die Niederlage der Hamas.»

Der saudische Aussenminister Prinz Faisal bin Farhan wird am Sonntag eine Delegation nach Ramallah begleiten. Die Reise wird als Reaktion auf die Ankündigung Israels, in Samaria und Judäa einen ‘jüdisch-israelischen Staat’ gründen zu wollen, angesehen. Saudi-Arabien macht die Aufnahme von diplomatischen Beziehungen zu Israel von der Gründung eines palästinensischen Staates abhängig. Mit dabei die Aussenminister der VAE, Qatar, der Türkei, Ägypten und Jordanien. Für Sonntag ist ein Treffen mit PA-Präsident Mahmoud Abbas in Ramallah vorgesehen.
Obwohl keine Reise nach Israel geplant ist, müssen die Politiker vor der Einreise die Zustimmung Israels einholen. Israel kontrolliert die Grenzen nach Samaria und Judäa und kann deshalb die Einreise verweigern. Diese ist mittels Helikoptern direkt von Jordanien nach Ramallah geplant. Die israelische Regierung hat bereits am Donnerstag beschlossen, die Reise zu blockieren.
Diese Haltung Israels wird die Beziehungen zu den arabischen Nachbarländern, die sich seit dem Ausbruch des Krieges deutlich verschlechtert haben, noch mehr belasten. Dass die Hamas durch das Massaker vom 7. Oktober 2023 den Krieg verursacht hat, ist schon lange in Vergessenheit geraten oder wird verdrängt.
Der stv. PA-Präsident, Hussein al-Sheikh, nennt die Blockade des geplanten Besuches ‘eine gefährliche Eskalation’.
Nachdem die Einreise von Israel blockiert wurde, wurde der Besuch zunächst verschoben.
Alya bint Ahmed Saif Al-Thani, Botschafterin der VAE bei der UNO erklärt, dass Qatar eng mit den USA und Ägypten zusammenarbeitet, um die humanitäre Katastrophe in Gaza und den Krieg zu beenden. «Wir sind fest entschlossen, eine Lösung für diese schreckliche Situation in Gaza zu finden.»




Palästinensische Medien gaben am frühen Samstagmorgen bekannt, dass 100 (!) mit Mehl beladene Lkws in Khan Younis geplündert wurden. Im Video sind Schüsse zu hören, es gibt keine Berichte über Verletzte. Die Gaza Humanitarian Foundation spielte die Berichte jedoch herunter. «Ein gewisses Mass an Chaos ist bei der Hungersnot in Gaza zu erwarten. Unsere Mitarbeiter haben den Gazanern erlaubt, sich selbst die Pakete zu nehmen, während sie unbeholfenen Menschen helfen. Sobald die Verzweiflung in Gaza nachlässt, wird der Ablauf geordneter werden.»
Lt. Col. (a.D.) ’Pey’ erklärte gegenüber dem Radiosender ‘Kan’ er werde kein viertes Mal zum Reservedienst einrücken. Als Grund gab er an, dass er glaube, der Krieg behindere die Bemühungen zur Freilassung der Geiseln. Auch wenn alles getan wird, um Schaden von den Geiseln abzuwenden, gebe es doch Unsicherheiten und Fehler «In allem gibt es ein Prozent Fehler. Das bedeutet, dass etwa 1.000 Geschosse auf Menschen gefallen sind, die nicht getötet werden sollten. Ob es sich nun um Geiseln, unsere Soldaten oder unbeteiligte Personen handelt», sagt er. ‘Pey’ sagt, er könne den Krieg nicht länger fortsetzen, da er nun «mit einem offensichtlichen Interessenkonflikt geführt wird, der eine Katastrophe verursacht und die Chancen auf die Befreiung der Geiseln beeinträchtigt.»

Die IDF gab gestern eine erweiterte Evakuierungsanweisung für den nördlichen Gazastreifen heraus. Er gilt für die Ortsteile: Shejaiya, Daraj, and Zeitoun. Die Menschen werden aufgefordert, sich unverzüglich in ausgezeichnete westliche Gebiete zu begeben. Die genannten Regionen werden zu ‘gefährlichen Kampfzonen’ erklärt. Die für Gazaner frei zugänglichen Gebiete des gesamten Gazastreifens werden mit etwa 23 % beziffert.

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag wurden in einer Blitzaktion mehr als 250.000 (!) Menschen von Jabalija in eine sichere Schutzzone evakuiert. Lauf Angaben der IDF war die Nacht eine der intensivsten seit Beginn des Krieges. VM Israel Katz erklärte: «Die IDF setzt ihre Operationen mit voller Kraft fort, schlägt gegen Hochburgen der Hamas zu und zerstört diese, während sie die lokale Bevölkerung aus allen Kampfgebieten evakuiert und das Gebiet aus der Luft, zu Lande und zu Wasser in einem noch nie dagewesenen Ausmaß angreift, um den Schutz unserer Soldaten zu maximieren, während die Manövriertruppen in jedes Gebiet vorrücken.»

Im Laufe des Freitags hat die IAF mehrere Ziele im Gazastreifen angegriffen und dabei, entsprechend von der Hamas veröffentlichten Zahlen, mindestens 67 Menschen getötet und einige Dutzend verwundet. Die IDF hingegen gab bekannt, bei einem Drohnenangriff in Sabra einen bekannten Waffen-Produzenten eliminiert zu haben. Eine Gruppe von Scharfschützen, die einen Hinterhalt planten, konnte neutralisiert werden. Auch einige Sprengfallen wurden zerstört.

Die IDF gibt an, mit einem gezielten Drohnenangriff ein gesuchtes Mitglied der Hisbollah im südlichen Libanon eliminiert zu haben. Ein Name wurde zunächst nicht genannt. Entsprechend den Bedingungen des Waffenstillstands-Abkommens vom November hat die IDF 150 Hisbollah-Führer eliminiert.
Hinterlasse einen Kommentar