Krieg in Israel – Tag 608

9. Siwan 5785

Die sterblichen Überreste von Judith Weinstein, 70, und Gadi Haggai, 72, s’’l, wurden gestern in Gaza geborgen und zur Beisetzung nach Israel gebracht. Das Ehepaar war am 7. Oktober im Kibbutz Nir Oz ermordet und anschliessend nach Gaza verschleppt worden. Sie wurden bereits im Dezember 2023 für tot erklärt. Der Lageplatz der Leichname wurde der IDF und dem Shin Bet nach einer intensiven Befragung eines palästinensischen Gefangenen mitgeteilt. Das Ehepaar wurde von den Mujahideen Brigaden in Khan Younis festgehalten. Diese kleine Terror-Gruppe war auch verantwortlich für die Entführung und grausame Ermordung von Shiri, Ariel und Kfir Bibas, s’’l.

Eine Gewerkschaft, die Lkw-Fahrer in Gaza vertritt, hat den Transport von Hilfsgütern innerhalb des Gazastreifens eingestellt. Dieser Streik ist die Reaktion auf einen Vorfall von Dienstag, bei dem ein Konvoi angegriffen wurde. Bewaffnete erschossen mehrere Fahrer und verletzten und entführten andere. Am Warenübergang Kerem Shalom warten Hunderte Lkws mit Lebensmitteln und Hilfsgütern auf den Weitertransport nach Gaza. Wie sich der Streik auf die Lieferungen auswirken wird, ist noch unklar. Vor dem Krieg waren die meisten Gewerkschaften im Gazastreifen mit der Hamas verbunden, ob das auch heute noch der Fall ist, weiss niemand.

Nach grossteils widersprüchlichen Aussagen zu den Schiessereien im Umfeld der Lebensmittel-Verteil-Zentren, in denen sich die IDF bemüht, jede Schuldzuweisung abzuweisen, werden heute US-amerikanische und israelische ‘Expertenanalysen’ veröffentlicht. Nachdem in den verschiedenen Zeitungen völlig gegensätzliche Aussagen stehen, verzichte ich auf eine Wiedergabe, bis der Sachverhalt abschliessend geklärt ist.

Die IDF zeigt sich besorgt über die Zunahme der Drohnenangriffe der Hamas. In den letzten Tagen hatte eine Drohne über einem Operationsgebiet der IDF eine Granate abgeworfen. Dabei wurde ein Soldat schwer und ein zweiter moderat verwundet. Reservisten beobachten eine Zunahme der Bedrohungen durch Drohnen, wobei diese noch hauptsächlich eingesetzt werden, um Informationen über Bewegungen der IDF zu sammeln und Angriffe zu planen. «Wir gehen davon aus, dass sie uns rund um die Uhr mit Fernbeobachtungsposten, Ferngläsern und Drohnen ausspionieren. Uns wurde gesagt, dass sie es geschafft haben, während der Waffenruhe Drohnen zu schmuggeln, als 600 Lastwagen pro Tag einfuhren. Es könnte auch über Luftschmuggel geschehen sein. Wenn sie Handys, Drogen und Zigaretten schmuggeln können, warum dann nicht auch Drohnen?»

Die israelische Militärzensur gab eine Meldung frei, die ziemlich bedenklich klingt. Mit Zustimmung des Sicherheitskabinetts habe die IDF einer bewaffneten Gruppe im Gazastreifen Kalaschnikow-Gewehre zur Verfügung gestellt. Bei der Gruppe handelt es sich um die oppositionelle ‘Abu Shaba Gang’, die manchmal als Miliz und manchmal als kriminelle Bande bezeichnet wird. Ihr Anführer, Yasser Abu Shabab, gehört zu den grossen Clans, die im Süden des Gazastreifens leben. Die Gruppe agiert in Rafah und wurde dort auch schon von der IDF ins Visier genommen. Sie selbst behaupten, humanitäre Hilfskonvois zu sichern. Heisst das nicht, den Fuchs zum Hüter der Gänse zu machen? Zumindest der ehemaligen VM Avigdor Liberman hinterfragt, ob das mit rechten Dingen zugegangen ist. «Die israelische Regierung liefert Waffen an eine Gruppe von Kriminellen und Schwerverbrechern, die mit dem Islamischen Staat in Verbindung stehen, auf Anweisung des Premierministers», erklärt Liberman gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Sender Kan. «Meines Wissens wurde dies nicht von der Regierung genehmigt.»

Arabische Zeitungen behaupten, dass bei einem Angriff der IAF auf ein Pressezentrum in der Nähe des Al-Ma’amadani Krankenhauses in Gaza City zwei Journalisten getötet wurden. Es handelt sich um Ismail Badr, Kameramann bei ‘Palestine today’ und Suleiman Hajaj. ’Palestine today’ ist mit dem ‘Palästinensisch Islamischen Djihad’ affiliiert.

„Bei den Befragungen haben sie 1788-mal gesagt’Ich einnere mich nicht.“ „Ich erinnere mich nicht!“ © Amos Biderman, Facebook

Kann man sagen, dass Netanyahu unter der Persönlichkeitsstörung ‘Pseudologia phantastica’ leidet? Kann er also dann gemäss ICD-10 68.1 unter einer ‘artifiziellen Störung’ leiden, zu denen auch das Münchhausen-Syndrom gehört? Heute erklärte er beim Kreuzverhör vor dem Bezirksgericht Tel Aviv: «Als wir [Milchan und Netanyahu] uns das erste Mal trafen, bot er mir eine Zigarre an, und als er sah, wie sehr ich sie genoss, sagte er: ‚Ich gebe Ihnen noch eine.‘ Später brachte er eine ganze Schachtel mit… Ich sage Ihnen, Milchan hat mir ständig Zigarren gegeben», sagte Netanyahu.

«Die Freundschaft in diesen Jahren war bei weitem nicht so eng und innig, wie Sie behaupten», entgegnete Staatsanwalt Tadmor. «Ich glaube, Sie irren sich … Ich habe ihn in Israel und im Ausland getroffen», entgegnete Netanyahu. Tadmor bat Netanyahu daraufhin, genau anzugeben, wo in Israel sich die beiden getroffen hätten, woraufhin der Premierminister antwortete: «Ich erinnere mich nicht.»

Im Jahr 2017 erklärte er bei einer Befragung zum Verdacht der Korruption: «Ich kann jedes Jahr mehrere Monate lang nicht einmal eine Zigarre in den Mund nehmen, daher sind die Schätzungen über die Kosten in Höhe von mehreren Hunderttausend Schekel übertrieben.» In dem Bericht hiess es auch, Netanyahu habe gesagt, er habe die Zigarren, die er rauchte, selbst gekauft. Aufgrund eines medizinischen Problems habe er schon lange zuvor mit dem Rauchen aufgehört. 2024 erklärte er bei einer Befragung durch seinen Chef-Verteidiger: Er habe sich nur eine seltene Zigarre gegönnt – und wegen des Drucks, unter dem er als Premierminister stehe, habe er sie wegen ständiger Unterbrechungen gar nicht zu Ende rauchen können.

Online-Shop ‚Baur en ville‘ Zürich

«Manchmal sündige ich mit einer Zigarre, die ich wegen der ständigen Unterbrechungen nicht einmal in Ruhe rauchen kann», beklagte er sich vor Gericht. «Übrigens hasse ich Champagner.» Er liebt die Sorte ‘Behike 56’ aus der Zigarren-Manufaktur Cohiba, das Stück um CHF 485.00, die er in Rauch aufgehen liess…Sara N. liebt den Nobel Champagner (so sagt man jedenfalls) ‘Dom Pérignon Rosé um schlappe CHF 498.00.



Kategorien:Israel, Politik

Schlagwörter:

Hinterlasse einen Kommentar