Krieg in Israel – Tag 613

14. Siwan 5785

Mit einer widerlichen und  geschmacklosen Bemerkung fiel heute der Likud-Hinterbänkler, Eliyahu Revivo,während einer Sitzung des ‘Sonderausschusses für Kinderrechte’ auf. Er griff Familienangehörige von noch in Gaza festgehaltenen Geiseln verbal an, indem er sie fragte, ‘was sie mit ihrer Freizeit anfangen, wenn die Geiseln wieder daheim sind’. Seine ungehörige Frage erfolgte als Replik auf die Aussage des Grossvaters der ehemaligen Geisel, Ofir Engel: «Für die Haredi-Wehrpflicht würden Sie die Regierung auflösen, aber für die Geiseln tun Sie das nicht. Wenn Ihnen das so wichtig ist, warum lösen Sie dann nicht die Regierung auf, weil sie sie nicht zurückholt? Das hätte die Freilassung der Geiseln innerhalb einer Woche gewährleistet.» Vicky Cohen, die Mutter des entführten Soldaten Nimrod Cohen, antwortet Revivo auf X: «Da Sie neugierig sind, werde ich nach Nimrods Rückkehr Folgendes tun: Ich werde wieder ohne Schlaftabletten schlafen können, ich werde endlich wieder essen können, ich werde nicht mehr ständig Angst haben, aber vor allem werde ich Nimrod ununterbrochen umarmen – damit werde ich beschäftigt sein.» Revivo hatte im Januar schon den Vater von Nimrod Cohen scharf angegriffen, als dieser erklärte, er sei bereit, vor den Internationalen Strafgerichtshof zu gehen und zu sagen, dass Premierminister Benjamin Netanyahu nicht nur für „Kriegsverbrechen“ gegen Palästinenser, sondern auch gegen Israelis verantwortlich sei. Revivo hatte Cohen daraufhin angeschrien: „Ihre verachtenswerten Worte verurteilen Ihren Sohn zu vielen weiteren Jahren in den Kerkern der Hamas. Was glauben Sie, wer Sie sind?“ Das ist typisch für die polit-Nebbichs des Likud! Charakter- und empathielos!

Aha, die berühmt-berüchtigten Sticks ’n Tricks von Netanyahu zeigen bereits Wirkung. Zwei Mitglieder der Shas-Partei unterstützen zwar einerseits die Bemühungen ihrer Partei, das Ausnahmegesetz zu erzwingen, sind aber andererseits auch bereit, die Regierung nicht zu stürzen, wenn das Gesetz nicht verabschiedet wird. Beide gehören dem ‘Rat der Torah Weisen’ an. Sie verkündeten: «Die Abgeordneten der Shas werden sich mit der Frage befassen, sobald die Angelegenheit zu einem Ergebnis gekommen ist. Sie wird auf einer Sitzung des Rates der Torah-Weisen diskutiert und dort wird eine Entscheidung getroffen werden.»

Der Staatskontrolleur Matanyahu Englman gab heute bekannt, dass geschätzte 54 % der 60.000 evakuierten Menschen aus dem Norden des Landes nicht mehr in ihre Häuser zurückkehren werden.  «Die anhaltende Verzögerung bei der Ausarbeitung einer Regierungspolitik zur Bewältigung der Konflikte in den Gemeinden an der Konfliktlinie ist ein grundlegender Mangel in der Behandlung der Bewohner durch die Regierung, von denen viele erhebliches Leid erfahren haben“, schreibt Engelman und macht Premierminister Benjamin Netanyahu und den ehemaligen Generaldirektor des Premierministeramtes, Yossi Shelley, für diese Angelegenheit verantwortlich. Besonders negativ wirkte sich die Politik der Regierung aus, die budgetierten Gelder zunächst einzufrieren und dann um 14 % zu kürzen. Die Verantwortung für die Finanzierung wurden von Resort zu Resort verschoben, bis sie nun im Büro des PM hängt. Die Vergleichszahl dazu: nur 13 % der Evakuierten aus dem Süden gaben an, nicht in ihre frühere Region zurückkehren zu wollen.

Eine der französischen ‘Aktivisten’ von der Madleen unterschrieb freiwillig den israelische Deportationsbeschluss und befindet sich auf dem Weg nach Frankreich, ebenso wie Greta Thunberg. Fünf weitere warten im Abschiebezentrum in Ramle auf den richterlichen Beschluss. Das bestätigte das französische Aussenministerium. Bis zum Gerichtsbescheid kann es mehrere Tage dauern. Die ‘Aktivisten’ wurden am Flughafen von den Konsuln ihrer Heimatländer in Empfang genommen.

Entsprechend Meldungen der palästinensischen Medien wurden erneut 20 Menschen von der IDF in der Nähe eines Verteiler-Zentrums im Netzarin-Korridor getötet und Dutzende weitere verletzt. Die IDF gab zu dem Vorfall an, dass sie Warnschüsse auf eine Gruppe von Palästinensern im Netzarin-Korridor abgegeben haben, die sich ihnen in bedrohlicher Weise genähert hätten. Zuvor seien die Palästinenser mehrfach gewarnt worden, dass sie sich in einem aktiven Kampfgebiet aufhielten. Die IDF gab an, von Opfern Kenntnis zu haben, dass jedoch die Zahlen nicht mit denen der palästinensischen Medien übereinstimmen.

Als Antwort auf den erneuten Raketenbeschuss aus dem Jemen durch die Houthi-Terroristen hat die IAF in der Nacht die Hafenanlagen von Hodeida angegriffen. Seit dem 28. Mai haben die Houthis zumindest sieben Langstreckenraketen und mindestens eine Drohne in Richtung Israel abgeschossen. Bevor die IAF den Hafen angriff, wurde eine Evakuierungsanweisung für den Hodeida und zwei kleinere Häfen ausgegeben. Auch die Marine war mit einigen Schiffen der Sa’ar 6-Klasse am Angriff auf Hodeida beteiligt. Sie griffen aus einer Entfernung von einigen Hundert Kilometern Entfernung an.

Jüdische Siedler-Terroristen haben in der Nacht erneut einen Pkw in Flammen aufgehen lassen. Auf eine Wand kritzelten sie das Wort ‘Rache’. Sie versuchten auch, das Haus des Pkw-Eigentümers anzuzünden, was aber nicht gelang. Es gab, so wie in den letzten Monaten, keine Festnahmen.

Der Versuch, erneut Waffen mit Drohnen von Ägypten nach Israel zu schmuggeln konnte von der IDF abgewehrt werden. Die Drohne war beladen mit sieben Scharfschützengewehren, zehn Handfeuerwaffen und Munition. In den letzten Monaten hat es immer wieder Versuche gegeben, auf diese Art Drogen und Waffen zu schmuggeln.

IDF Truppen gelang es während der vergangenen Woche, 1.200 terroristische Infrastrukturen im Vorort Khuza bei Khan Younis zu zerstören. Khuza ist Teil der erweiterten Puffer-Zone zwischen Israel und dem Gazastreifen. Khuza war eine der Terror-Hochburgen, von der aus das Massaker vom 7. Oktober seinen Anfang nahm.



Kategorien:Israel, Politik

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