Krieg in Israel – Tag 619

20. Siwan 5785

Der Name der Geisel, deren sterbliche Überreste in der vergangenen Woche in Khan Younis geborgen wurde, wurde gestern bekannt gegeben. Es handelt sich um Aviv Atzili, 49, s’’l, aus dem Kibbuz Nir Oz. Atzili war Mitglied der Verteidigungsgruppe des Kibbuz und wurde während des Massakers vom 7. Oktober ermordet. Sein Leichnam wurde nach Gaza verschleppt. Zunächst galt er als vermisst, wurde aber Ende 2023 für tot erklärt. Seine Frau Liat wurde während des Massakers verschleppt. Sie wurde im Zuge des ersten Waffenstillstands im November 2023 freigelassen. 

Seit Beginn des Beschusses durch Israel auf die iranische Hauptstadt machen sich zahlreiche Einwohner auf den Weg aus der Millionenstadt. An den Tankstellen bilden sich lange Schlangen, das Benzin ist vielerorts bereits ausverkauft. Die meisten Flüchtenden versuchen in den Osten des Landes zu kommen, der noch als relativ sicher gilt. Auch der Norden des Landes, die Urlaubsregion am Kaspischen Meer, ist eines der Ziele der Flüchtenden.

Macron führt „Marianne“, die französische Nationalfigur einem Iman zu. Der fragt: „Ist sie wenigstens noch Jungfrau“ © k.k. /Netzfund

Das französische Verteidigungsministerium hat unmittelbar vor Beginn der Pariser Luftfahrtschau die vier Pavillons der israelischen Aussteller mit schwarzen Wänden vom Rest der Ausstellung abgetrennt. Als Grund wird angegeben, dass Israel Angriffswaffen ausgestellt hat und der Aufforderung, diese zu entfernen, nicht nachgekommen ist. Die Stände wurden von Elbit, Rafael, IAI und Uvision genutzt.

Die jüdische Gemeinde in Isfahan, die mehr als 1.200 Mitglieder hat und über 16 Synagogen verfügt, hat eine antiisraelische Nachricht veröffentlicht. «Die Brutalität der Zionisten, die jeder menschlichen Moral widerspricht und zum Märtyrertod einer Reihe unserer geliebten Landsleute, darunter unschuldige Kinder, geführt hat, hat uns alle tief getroffen», heisst es in einer Erklärung der Gemeinde, der INRA übermittelt wurde. «Wir sind zuversichtlich, dass die stolze und ehrenwerte Islamische Republik Iran dem zionistischen Regime eine vernichtende und bedauerliche Antwort geben und es seine schändlichen Taten bereuen lassen wird.» Es ist nicht die erste antiisraelische Äusserung, die von der jüdischen Gemeinde publiziert wird. Man darf davon ausgehen, dass diese Meldungen nicht der Meinung der Gemeinde entsprechen, sondern von einem regimetreuen Journalisten geschrieben oder diktiert wurden. Insgesamt leben etwa 8.500  Juden im Iran, die meisten in Teheran, Isfahan und Shiraz. Die Juden im Iran sind Geiseln dieses unmenschlichen Regimes.

Die letzten drei Aktivisten der Madleen, die seit Dienstag die Gastfreundschaft im Abschiebegefängnis in Ramle genossen, wurden heute über den Landübergang zwischen Jordanien und Israel, die Allenby Bridge, nach Jordanien begleitet. Sie werden vom Flughafen in Amman in ihre Heimatländer ausreisen. 

Verkehrs-Ministerin Miri Regev hat sich wieder einmal als unempathische Quasselstrippe erwiesen. Statt einfach gar nichts zum Thema zu sagen und sich ihren eigentlichen Aufgaben zu widmen, wünschte sie den im Ausland gestrandeten Israelis eine schöne Zeit. «Geniesst den Aufenthalt im Ausland so gut es geht.» Benny Gantz reagierte postwendend: «Ministerin Regev: eine ältere Frau, die auf eine Operation wartet; eine junge Frau, deren Mann im Krieg ums Leben gekommen ist und die für ein paar Tage verreist ist und ihr vierjähriges Kind in Israel zurückgelassen hat – das sind nur zwei Fälle von Tausenden Geschichten von Menschen, die nach Hause zurückkehren müssen», twittert Gantz. «Ihre Aufgabe und die der Regierung ist es nicht, ihnen zu sagen, was sie tun sollen, sondern sie sicher nach Hause zu bringen.»

Eine ‘aus dem Osten’ heranfliegende Drohne löste auf meinem Handy 51 (!) Alarmanzeigen aus. Der Alarm begann im Jordantal im Osten und wurde während der folgenden 19 Minuten quer durch den Norden des Landes bis in die Küstenregion bei Caesarea ausgelöst. Erst dann wurde der erfolgreiche Abschuss der Drohne gemeldet. Im Laufe des Vormittags und frühen Nachmittags wurden weitere vier Drohnen aus dem Iran abgeschossen, bevor sie israelischen Luftraum erreichten.

Insgesamt wurden seit Freitag etwa 350 Langstreckenraketen aus dem Iran auf Israel abgeschossen. 24 Personen wurden seit Freitag getötet. Während der letzten Angriffswelle gegen 4 Uhr Ortszeit gab es acht Todesopfer und 95 Verletzte. Vier Personen wurden in Petah Tikwa getötet, drei in Haifa und eine in Bnei Brak. 

Zwei Personen in Petah Tikwa wurden getötet, obwohl sie sich im Schutzraum ihrer Wohnung befanden. Der Schutzraum im vierten Stock des Gebäudes wurde direkt von einer mit 100 kg Sprengstoff beladenen Rakete getroffen. Die Einwohner des Hauses, die Schutz in den Schutzräumen der anderen Stockwerke gesucht hatten, blieben unverletzt. Ein drittes Opfer befand sich in der Wohnung oberhalb, jedoch ausserhalb des Schutzraumes, das vierte hielt sich im Nachbarhaus auf und wurden von der Druckwelle erfasst. Das ‘Home-Front-Command’ weist darauf hin, dass trotz des heutigen tödlichen Vorfalls die Schutzräume, vor allem in modernen Gebäuden, den besten Schutz bei einem direkten Einschlag bieten. Auch die unterirdischen öffentlichen Schutzräume bieten, so die Aussage, immer noch ausreichenden Schutz. 

Die drei Opfer in Haifa wurden unter einem zusammenbrechenden Haus in der Ölraffinerie Bazan begraben und konnten von den Rettungskräften nicht erreicht und geborgen werden. Zusätzlich brach ein Feuer aus und behinderte die Arbeit der Rettungskräfte.

In Bnei Brak wurde ein Mann Opfer eines direkten Treffers auf eine Bildungseinrichtung für 300 Kinder mit speziellen Bedürfnissen. Gemeinsam mit anderen Personen versuchte er, den Schutzraum aufzusuchen, fand diesen jedoch verschlossen vor. Unmittelbar darauf stürzte das Haus zusammen. 

In der Nähe des Weizmann Instituts in Rehovot brach aufgrund eines Treffers ein Feuer aus, das in der Umgebung grosse Schäden anrichtete. Durch die enorme Druckwelle des Einschlages entstand am Gebäude grosser Schaden. Unklar ist, ob auch Schrapnells am Schaden beteiligt waren. Im benachbarten Campus zersplitterten Fenster und kleinere Feuer brachen aus. Dies berichteten Studenten. Verletzt wurde niemand. Am Gebäude des Bahnhofs entstand Sachschaden. In Rehovot selbst, wo ein direkter Treffer beobachtet wurde, wurden 37 Personen verletzt. Die Bewohner des zerstörten Gebäudes wurden in Notunterkünften untergebracht.

Nachdem die IAF ein Drittel der Raketen-Abschuss-Vorrichtungen im Iran zerstört hat, ist die Zahl der Raketen pro Welle eingeschränkt. Die Revolutionsgarden gaben bekannt, dass sie bei den letzten Angriffen eine neue Methode zum Einsatz gebracht haben. Diese würde dazu führen, dass das israelische Abfangsystem sich gegenseitig behindert. Die IAF hingegen stellte klar, dass seit Langem bekannt ist, dass etwa 5 – 10 % der Raketen vom System nicht erfasst werden. Zu diesen gehören Raketen, die auf offenem Gebiet einschlagen werden, ohne Schaden anzurichten, aber auch die, die leider nicht abgefangen werden und dann in bebauten Gebieten Schäden anrichten. Am Mittag gab Israel bekannt, die volle Kontrolle über den Luftraum über Teheran zu haben, nachdem mehr als 100 Abschuss-Vorrichtungen zerstört wurden.

Vier Mitglieder des iranischen Aufklärungsdienstes, inklusive des Chefs der Aufklärungseinheit der Revolutionsgarde, wurden gestern bei einem gezielten Luftangriff der IAF neutralisiert. Kampfjets griffen das Gebäude an, in dem eine Sitzung der Einheit stattfand.

Der Farsi-sprechenden IDF-Sprecher, Kamas Penhasi, hat eine Evakuierungsmassnahme für weite Teile von Teheran ausgegeben: «Sehr geehrte Bürger, zu Ihrer eigenen Sicherheit bitten wir Sie, den genannten Bereich im Bezirk 3 von Teheran unverzüglich zu verlassen. In den kommenden Stunden wird die israelische Armee in diesem Gebiet operieren, wie sie es in den letzten Tagen in ganz Teheran getan hat, um die militärische Infrastruktur des iranischen Regimes zu zerstören», heisst es in der Warnung weiter. 



Kategorien:Israel, Politik

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