Krieg in Israel – Tag 631

2. Tammus 5785

© Moshik Gulst, Netzfund

Amnesty International Schweiz’ (AI) hätte am kommenden Montag zu zwei Podiumsveranstaltungen zur Lage im Gazastreifen und zur Suche nach Gerechtigkeit eingeladen. Ort der Veranstaltung war die Uni Bern. Eine zweite Veranstaltung ist für den 3. Juli geplant.  Veranstalter sind Agnès Callamar, Generalsekretärin von AI und Francesca Albanese, UNO-Sonderberichterstatterin. Seitens der Uni Bern kam jetzt ein Rückzieher: «Wir haben uns im Vorfeld auf Aussagen von AI Schweiz verlassen, dass es sich bei den Diskussionsteilnehmern um unabhängige und besonnene Stimmen handelt. Jetzt hat sich aber herausgestellt, dass die Ausgewogenheit der Veranstaltung nicht gewährleistet ist.» Dass diese fehlende ‘Ausgewogenheit’ bei Albanese liegt, ist klar, wenn man ihre Aussagen zu Israel heranzieht. Das Massaker vom 7. Oktober sei als Reaktion auf die Unterdrückungspolitik Israels zu verstehen, Gaza sei das «grösste und beschämendste Konzentrationslager des 21. Jahrhunderts», Antisemitismus werde gezielt als Waffe gegen Personen eingesetzt, die die israelische Regierung kritisieren, Vergewaltigungen im Umfeld des Massakers hätten nie stattgefunden….. AI wehrt sich, man habe im Vorfeld die Uni klar und transparent über die Veranstaltung informiert. Albanese sei eine öffentliche Person, deren Ansichten hinreichend bekannt seien. Spät, aber nicht zu spät, hat die UNI Bern einen wichtigen und richtigen Schritt gemacht, indem sie die Veranstaltung absagte.

Das Weizman Institut in Rehovot, das durch den Beschuss aus dem Iran grosse Schäden erlitt, gab bekannt, dass das Institut einen Rückschlag in seiner Forschung und Arbeit um einige Jahre erfahren hat. Das Institut beschäftigt rund 2.500 Forscher und Mitarbeiter in über 30 Labors, in denen Doktoranden in Mathematik, Physik, Chemie, Biologie, Biochemie und Informatik ausgebildet werden. Ein Gebäude für Biowissenschaften, in dem Forscher in der Krebsforschung arbeiteten, sowie das Institut für ökologische Nachhaltigkeit müssen abgerissen und neu gebaut werden. Im Gebäude gelagerte Gewebeproben sind unwiderruflich verloren, während die schriftlich festgehaltenen Arbeiten sicher sind. Einer der Studenten sagte: «Das Einzige, was nicht verloren gegangen ist, ist unsere Motivation.»

UN-Generalsekretär Antonio Guterres lehnt es grundsätzlich ab, dass die UNO gemeinsam mit der GFH für die Lebensmittelverteilung in Gaza verantwortlich ist. Deren Vorgangsweise sei nicht neutral, weil sie ausschliesslich von den USA unterstützt wird. Darüber hinaus trage die Militarisierung [durch die Kontrolle der Zugangswege zu den Verteiler-Zentren] nicht zur Sicherheit der Verteilung bei. Guterres beklagte auch, dass es immer wieder zu Schiessereien kommt, die Menschenleben fordern. Israel als Besatzungsmacht sei verpflichtet, Hilfslieferungen in und durch das palästinensische Gebiet zu genehmigen und zu erleichtern. Die GFH reagiert wie erwartet: «Unter dem Strich wird unsere Hilfe sicher geliefert. Anstatt von der Seitenlinie aus zu streiten und Beleidigungen auszustossen, würden wir es begrüssen, wenn die UNO und andere humanitäre Organisationen sich uns anschliessen und die Menschen in Gaza mit Lebensmitteln versorgen würden.» Auf ihrer eigenen Webseite behauptet GHF, bis zum 22. Juni pro Tag mehr als eine Million Mahlzeiten in Paketen zu jeweils 57.75 kg ausgegeben zu haben. Insgesamt sollen es mittlerweile mehr als 48 Millionen Mahlzeiten sein, die in 34 Tagen ausgeliefert wurden. Ein Ding der Unmöglichkeit!

Die Houthi-Terroristen gaben bekannt, heute am Morgen erfolgreich ein ‘sensibles Ziel’ in der Nähe von Beer Sheba angegriffen zu haben. Der Alarm wurde in Beer Sheba, Dimona, Arad und der Umgebung ausgelöst. «Die Aktion war erfolgreich, Dank sei Allah!» verkündeten die Houthis. Die IDF erklärte, die Rakete sei ‘wahrscheinlich’ (!) abgefangen worden. Es gab keine Berichte über Einschläge.

Eine Militärstreife, die unterwegs nach Kfar Malik war, wurde von Dutzenden randalierenden jüdischen Siedler-Terroristen angegriffen. Nach dem Angriff auf das Dorf vor drei Tagen wurde das Dorf abgeriegelt und zur Militärzone erklärt. Truppen wurden aufgestellt, um die jüdischen Siedler, die sich vor dem Dorf versammelten, zu zerstreuen. Die ankommende Verstärkung der IDF wurde mit Steinen beworfen und verbal sowie physisch angegriffen. Die jüdischen Siedler-Terroristen schlitzten die Reifen eines Polizei-Fahrzeuges auf und versuchten, einen Polizisten zu überfahren. Neun Randalierer wurden zur Befragung festgenommen.

CNN berichtet, dass beim US-amerikanischen Angriff auf Isfahan keine Bunker-Bomben (MOP) zum Einsatz kamen. Die Anlage liegt so tief unter der Oberfläche, dass der Einsatz sich wahrscheinlich nicht gelohnt hätte. Dieser Ansicht ist zumindest ein hoher US-amerikanischer General. Zum Einsatz kamen Tomahawk-Raketen, die von Schiffen aus abgefeuert wurden. Das Militär geht davon aus, dass etwa 60 % des hoch angereicherten Uraniums hier gelagert wurden. Die MOP wurden nur in Fordo und Natanz eingesetzt.

Trump erklärte gestern in gewohnt vollmundigen Worten, er sei sicher, «dass es möglich ist, einen Waffenstillstand in Gaza in der kommenden Woche zu erreichen.» Er sagte, er habe gerade mit einigen der Personen gesprochen, die an den Bemühungen um einen Waffenstillstand im Krieg zwischen Israel und der Hamas beteiligt seien. Namen, mit welchen Personen er gesprochen haben will, nannte er nicht.

Mitglieder des ‘Abu Shabab Clans’, die bereits vor wenigen Tagen mit der Hamas in der Nähe des ‘Nasser Spitals’ zusammengestossen waren, haben nach einem heftigen Schusswechsel die Kontrolle über das Spital übernommen. Die Hamas ist bemüht, einige Clan-Mitglieder festzunehmen. ‘Abu Shaba’ gehört zu den Gruppen, die angeblich von der IDF Waffen erhalten haben, um sich gegen die Hamas durchzusetzen und aus dem Gazastreifen zu vertreiben. Yasser Abu Shabab, der Clanchef hingegen betonte: «Wir arbeiten nicht mit Israel. Das sind einfache Waffen, die wir von der Bevölkerung eingesammelt haben.» Er schloss aber nicht aus, in der Zukunft aus humanitären Gründen mit der IDF zusammen zu arbeiten.

Mindestens 34 Personen wurden in der Nacht auf heute und am heutigen Vormittag durch israelische Angriffe in Gaza getötet. Das teilte das von der Hamas geführte ‘Gesundheitsamt’ mit. 12 Personen wurden im ‘Palestine- Stadion’ in Gaza Stadt getroffen, das als Auffanglager galt, acht weitere in ihren Wohnungen. Sechs weitere verloren in ihrem Zelt in Muwasi, im südlichen Gazastreifen ihr Leben. Die Angriffe waren die Reaktion auf eine aus dem Gazastreifen auf Israel abgeschossene Rakete, die abgefangen wurde. Anschliessend wurde von der IDF eine Evakuierungsmassnahme aus dem Gebiet in Richtung Süden angekündigt.



Kategorien:Israel, Politik

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