8./9. Tammus 5785


Auch heute muss die IDF leider den Tod von zwei Soldaten bekannt geben. Sgt. Yair Eliyahou, 19, s’’l, starb bei einem tödlichen Vorfall, der noch untersucht wird. Sgt. Asaf Zamir, 19, s’’l, verlor sein Leben, als sein Panzer unter Beschuss geriet. Die tödlichen Vorfälle fanden in der Nähe von Khan Younis statt. Zwei weitere Soldaten wurden sehr schwer verletzt und kämpfen im Krankenhaus um ihr Leben.


Die GHF, die schon seit einigen Tagen in der Schweiz mit rechtlichen Problemen zu kämpfen hat (s. Tag 635) hat jetzt zusätzliche Probleme, in der Schweiz ein Bankkonto einzurichten. Sowohl der Bank-Riese UBS als auch Goldman Sachs lehnten entsprechende Anträge ab. Die GHF, deren Schweizer Geschäftsstelle derzeit in Liquidation steht, wollte mit dem Konto in der Schweiz Spendeneingänge ausserhalb der USA vereinfachen, hiess es aus gut informierten Kreisen. Abgelehnt wurden die Anträge auch, weil die Herkunft der Gelder der Stiftung zu wenig transparent war.

Nachdem der Iran die Zusammenarbeit mit der internationalen Atombehörde aufgelöst hat, haben die Mitarbeiter des Büros Teheran verlassen. Die Auflösung der Zusammenarbeit erfolgte, nachdem die USA und Israel während des 12-Tage-Krieges die iranischen Atomanlagen schwer beschädigt haben. Gleichzeitig eskalierten die Beziehungen zwischen Teheran und der UN-Atombehörde. Die Mitarbeiter sind an den Hauptsitz der Behörde in Wien zurückgekehrt.

Am Donnerstagabend kam es bei einer Sitzung des Sicherheitskabinetts zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen Netanyahu und Generalstabschef Zamir. Das Thema der Sitzung waren Notfallpläne, die für den Fall erstellt werden müssen, dass die derzeit diskutierten Pläne nicht greifen. Smotrich und Ben-Gvir griffen das Militär an, und behaupteten, den Krieg in Gaza zu verzögern. Worauf Zamir heftig reagierte: «Hören Sie auf, zu sagen, wir würden die Sache hinauszögern. Es gibt keine Verzögerungstaktik in Gaza. Wir führen genau das aus, was Sie uns aufgetragen haben. Ich schlage vor, Sie achten auf Ihre Worte – unsere Soldaten fallen im Kampf.»

Netanyahu fordert daraufhin, ihm einen umfassenden Plan vorzulegen, wie die komplette Zivilbevölkerung in den Süden des Gazastreifens evakuiert werden kann. Smotrich drängte darauf, den Norden des Gazastreifens zu belagern, um wie er hofft, die Vorherrschaft der Hamas zu brechen. Zamir lehnt den Vorschlag vehement ab und erklärt, dass die Militärherrschaft über zwei Millionen Palästinenser leicht ausser Kontrolle geraten könne. «Ich will keine Militärverwaltung», soll Netanyahu gesagt haben, «aber ich will die Gazaner in ein grosses ziviles Gebiet umsiedeln. Ich werde nicht zulassen, dass die Hamas in irgendeiner Form in Gaza bleibt. Die Alternative wäre, den Gazastreifen zu überrennen und die Geiseln zu opfern – und das werde ich auch nicht zulassen.» Die IDF beherrscht derzeit 65 % der Gesamtfläche von Gaza.
Das saudische Nachrichtenportal ‘Ashraq News’ berichtet, dass die Hamas Bereitschaft gezeigt hat, was die israelische Bedingung für einen Waffenstillstand als conditio sine qua non verlangt: die Entwaffnung der palästinensischen Terror-Organisation. Die Hamas würde sich verpflichten, den Waffenschmuggel einzustellen und ihre gesamten Waffenbestände an einem Ort zu übergeben, an dem sie nicht präsent sind. Eine nicht bezifferte symbolische Zahl von ranghohen Mitgliedern könnte temporär aus dem Gazastreifen ausgewiesen werden. Kein Entgegenkommen zeigt die Hamas an der Bedingung, keine Rolle mehr in der Verwaltung von Gaza zu spielen. Möglicherweise werden sie darauf bestehen, die Kontrolle über die Strafverfolgungssysteme zu behalten. «Die ‘Bewegung’ ist die einzige Instanz, die die Dynamik der Gesellschaft in Gaza versteht und dort für Sicherheit sorgen kann», sagte eine Quelle gegenüber der saudischen Nachrichtenagentur.
In der Nacht auf Samstag hat Israel die Antwort der Hamas auf den vorliegenden Vorschlag zum Geisel-Deal erhalten. Die Antwort wird nun analysiert. Offenbar ist sie grundsätzlich ‘positiv’, erfordert aber noch einige Nachbesserungen. Der Palästinensisch Islamische Djihad unterstützt zwar grundsätzlich das Papier, erwartet aber klare Garantien, dass die Waffenpause nach 60 Tagen zu einem andauernden Waffenstillstand führen wird. «Wir haben der Hamas eine Reihe detaillierter Punkte zum Mechanismus für die Umsetzung des Vorschlags der Vermittler vorgelegt und wollen zusätzliche Garantien, die uns versichern, dass Israel seine Aggression nach der Freilassung der Geiseln nicht wieder aufnimmt.»
Zwei Komitees des Gesundheitsministeriums und des militärischen Geheimdienstes arbeiten derzeit daran, Informationen über den Gesundheitszustand der noch lebenden Geiseln zu sammeln. Sie werden gemeinsam entscheiden, welche Geisel zu welchem Zeitpunkt der Waffenruhe freigelassen werden soll. Nach nunmehr 638 Tagen Geiselhaft gelten alle Geiseln als ‘humanitäre’ Fälle, trotzdem wird, je nach individuellem Zustand, eine Empfehlung an das Verhandlungsteam abgegeben. Der derzeitige Vorschlag sieht vor, dass am ersten Tag acht lebende Geiseln freigelassen werden, am 50. Tag zwei weitere und die restlichen zehn, sobald ein andauernder Waffenstillstand ausgehandelt wurde. Das heisst, wir sprechen hier über das Leben und ‘Wohlergehen’ von 20 Menschen, die verzweifelt darauf warten und hoffen, das Grauen lebend hinter sich zu bringen und von denen jetzt von der eigenen Regierung vorbestimmt wird, wann das der Fall sein wird. Ob die, die bis zum Schluss warten müssen, noch einmal die Kraft haben, sich gegen ihre Peiniger zu stemmen, ist fraglich. Genau deshalb war es eine Forderung, alle Geiseln zusammen unmittelbar nach Abschluss des Geisel-Deals freizulassen.

Das ‘Forum für Familie von Geiseln und Vermissten’ vergleicht den Plan, die Geiseln schrittweise freizulassen, mit der Liste von Oskar Schindler. «In dieser kritischen Zeit ist es verboten, sich den verschiedenen Schindler-Listen zu fügen, als wäre es unmöglich, sie alle schon längst zurückzuholen.» Sie verglichen das Vorgehen der Regierung mit dem der Nazis, die zahlreiche Juden für den Tod in den KZs auswählten und andere ‘retteten’, indem sie zur Zwangsarbeit ausgewählt wurden. «Alle Entführten hätten schon vor vielen Monaten zur Rehabilitation und Bestattung zurückgebracht werden können, wenn die Regierung sich nur dazu entschlossen hätte und nicht aus Gründen des politischen Überlebens gezögert hat.» Die geplante Selektion durch die Kommissionen würde ‘eine unerträgliche Unsicherheit’ bei den betroffenen Familien auslösen.

Die komplette beduinische Gemeinschaft des Dorfes Mu’arjat, nördlich von Jericho, ist aus ihrem Dorf geflohen. Jüdische Siedler-Terroristen aus den umliegenden illegalen Siedlungen haben die Bewohner des Dorfes in den letzten Monaten regelmässig schikaniert, ihnen das Vieh gestohlen und Menschen angegriffen. Zuletzt hatten die jüdischen Siedler-Terroristen einen neuen ‘Aussenposten’ in unmittelbarer Nähe der Dorf-Schule errichtet. Die Eigentümer der Häuser wurden vertrieben und ihr Eigentum wurde gestohlen. Israelische Sicherheitskräfte griffen nicht ein. Das ist es, was die rechte Regierung von Netanyahu stillschweigend akzeptiert und was von seinen rechts-extremen Koalitionspartnern tagtäglich praktiziert wird. Eine erzwungene Vertreibung der palästinensischen Bewohner, um selbst mehr Land für neue Siedlungen in Samaria und Judäa zu gewinnen.

Es ist makaber, dass der Begriff ‘Lebensraum im Osten’ der Nationalsozialisten im Jahr 2025 für Israel eine neue zynische Bedeutung erlangt, jetzt, wo eine illegale Annektierung von Samaria und Judäa kurz bevorsteht.

In der Nacht auf Freitag wurden bei Angriffen der IAF/IDF in Gaza mindestens 15 Personen getötet. Das erklärte der Sprecher der Zivil-Verteidigung, Mohammad al-Mughayyir. Sieben Personen, darunter ein Kind, wurden angeblich beim Angriff auf eine Zeltstadt von Evakuierten südlich von Gaza getötet. Acht weitere Personen, darunter ein Kind, wurden bei zwei angeblichen Angriffen auf Zeltstädte in der Nähe von Khan Younis getötet. Die IDF reagierte mit dem Hinweis, ohne genaue Koordinaten könne sie keine Informationen zu den Vorfällen abgeben.



Am heutigen Samstag wurden, so die Zivilschutzbehörde, bei israelischen Angriffen mindestens 20 Personen getötet. Fünf Personen seien beim Angriff auf eine Schule in Gaza City getötet worden, drei weitere verloren ihr Leben bei einem Angriff auf eine weitere ehemalige Schule, die als Auffanglager diente. Bei diesem Vorfall sollen auch etwa zehn Personen verletzt worden sein. Über die restlichen Opfer wurden keine Angaben gemacht. Die IDF betonte, nie gezielt Zivilisten anzugreifen. Die Hamas würde immer wieder Schulen, Krankenhäuser und andere zivile Einrichtungen als Schutzschild für ihre Terrorattacken nutzen und sich so hinter den dort lebenden Zivilisten verstecken.
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