Krieg in Israel – Tag 644

15. Tammus 5785

Erneut muss die IDF den Tod eines Soldaten bekannt geben. Cpt. Reei Birna, 21, s’’l, er war Mitglied der Golani Aufklärungseinheit, verlor sein Leben durch die ungeplante Explosion einer zuvor selbst-gelegten Mine. Die Einheit hatte zwei Stunden vor dem tödlichen Vorfall in Khan Younis Häuser, die von der Hamas genutzt wurden, vermint, um sie später zu sprengen. Seit dem Massaker vom 7. Oktober 2023 verloren 450 Soldaten ihr Leben, 41 von ihnen seit der Wiederaufnahme der Kämpfe im März dieses Jahres.

Beim Einkaufszentrum an der Kreuzung ‘Gush Etzion’ fand gestern ein Terroranschlag statt, bei dem Shalev Zvuliny, 22,s’’l, erstochen wurde. Er war im Dienst als Wachmann des Einkaufszentrums, als sich zwei Terroristen mit einem gestohlenen Auto näherten. Nach dem tödlichen Anschlag entwanden sie die Waffe des Opfers und begannen auf Soldaten und bewaffnete Zivilisten zu schiessen, bevor sie selbst erschossen wurden. Die zwei Terroristen stammen aus den Orten Halhul und Tulkarem in Samaria und waren bisher strafrechtlich unauffällig. Mahmoud A’abed, 23 und Salim Malik waren laut neuesten Erkenntnissen Polizeioffiziere der PA. Einer der beiden hatte sogar die Militärakademie in Katar besucht.

Aussenminister Gideon Sa’ar, der sich gestern in Österreich aufhielt, erklärte bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinen deutschen und österreichischen Amtskollegen: «Wenn die Europäische Union über die sogenannte Siedlergewalt diskutiert, denken Sie bitte daran, welche Öffentlichkeit mehr als jede andere dem Terrorismus und der Gewalt ausgesetzt ist – die Siedleröffentlichkeit.» Sa’ar schönt mit dieser Aussage die Tatsachen: Der fast täglichen Gewalt von jüdischen Siedler-Terroristen gegen Palästinenser steht eine deutlich geringere Zahl von palästinensischen Terror-Anschlägen gegen jüdische Siedler gegenüber. Nur um es deutlich und nochmals zu sagen: Ich verurteile jede Art von Gewalt, gleich, von wem sie ausgeht und gleich, gegen wen sie gerichtet wird.

Der UN-Menschenrechtsrat gab bekannt, dass seit dem 27. Mai, jenem Tag, an dem die GHF ihre Arbeit in Gaza aufnahm, 798 Personen getötet worden. 615 wurden in der Nähe der Lebensmittel-Verteil-Zentren getötet, die anderen 183 auf den weiter entfernten Zufahrtswegen. GHF wird von den USA und Israel unterstützt und ist Teil einer in der Schweiz gegründeten Stiftung, die seit dem ersten Tag ihre Aktivitäten von der UNO heftig kritisiert wurde. GHF sei nicht in der Lage, die Bedürfnisse der Zivilbevölkerung zu befriedigen. Israel und die Hamas werfen sich gegenseitig vor, durch gezielte Erschiessungen die Verteilung der Lebensmittel zu behindern und unschuldige Opfer zu ermorden.

Der stv. Kommandant von Shejaiya, einem Teil des Palästinensisch-Islamischen Djihad Fadl Abu al-Ata, wurde gestern mit einem gezielten Angriff neutralisiert. Er leitete zahlreiche Angriffe gegen israelische Zivilisten und IDF. Beim Massaker war er mit einer Gruppe nach Israel eingedrungen. Bei einem zweiten Anschlag wurde Hamed Kamel Abd al-Aziz Iyad neutralisiert. Er für die Sprengstofflieferungen zuständig war.

Seit dem Morgen sollen angeblich 52 Personen in verschiedenen Luftangriffen der IAF getötet worden sein. Das behauptet die ‘Gazanische Zivil-Verteidigung’. Ihr Sprecher, Mohammad al-Mughair erklärte, acht Kinder und zwei Frauen seien vor einer medizinischen Einrichtung in Deir al-Balah getötet worden, vier weitere in einem Privathaus im al-Bureji Lager. Das Haus sei ohne Vorwarnung bombardiert worden. Olfat Salim, ein Bewohner, erklärte dazu: «Plötzlich – und ohne Vorwarnung – wurde das Haus mit den darin lebenden Menschen bombardiert. Wir schliefen und sahen Staub und Steine ​​auf uns herabfallen. Wir schrien, um unsere Kinder unter den Trümmern aufzuwecken. Gott sei Dank konnten wir sie herausholen.»

Zvika Mor, der Vater des immer noch in Gaza festgehaltenen Eitan Mor, ist Mitgründer der rechten Gruppe ‘Tikwa Forum’. Gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Sender ‘Kan’ erklärte er, dass «die wenigen Geiseln, die noch übrig sind, in grösster Gefahr sein werden, sollte Israel einen weiteren Deal zur teilweisen Freilassung der Geiseln abschliessen.» Das ist es, was der derzeit auf dem Tisch liegende Vorschlag vorsieht. Die teilweise Freilassung in Kleingruppen, verteilt auf die 60 Tage der geplanten Waffenruhe. Wer zu welchem Zeitpunkt freigelassen wird, bestimmt die Hamas. Nach den 60 Tagen verbleiben die letzten 22 Geiseln, zehn von ihnen vielleicht noch lebend, weiterhin auf unbestimmte Zeit in der Gewalt der Terror-Organisationen. «Der Premierminister hat mir in einem Vier-Augen-Gespräch gesagt, dass Israel keinen Einfluss auf die Liste hat», sagt Mor. «Vielleicht hat er mir das gesagt, damit wir ihm nicht mehr auf die Nerven gehen, aber es hat auch eine Logik, dass die Hamas freilässt, wen sie will, um uns desorientiert und im Unklaren zu lassen.»

Diesmal ein virtueller Kaktus des Tages: Das ist ein Geschenk für jemanden, der schon alles hat. Einer Meldung aus dem Büro des PM entsprechend hat Trump Netanyahu zwei ‘Bell Boeing V-22 Osprey’ aus der präsidialen Luftflotte geschenkt. Der erste Flug mit dem neuen Spielzeug fand von Washington aus zur Air-Base statt, wo die ‘Wing of Zion’ geparkt war. Hoffentlich sieht Sara N. den Heli nicht als privates Geschenk an, mit dem sie in Zukunft ihre Wochenend-Trips von Jerusalem nach Caesarea unternehmen wird. Zuzutrauen wäre es ihr!



Kategorien:Israel, Politik

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