8. Aw 5785

Der US-Sonderbeauftragte Steve Witkoff hat sich mit drei Stunden mehr Zeit für die Familien von Geiseln und Vermissten genommen, als es ein Regierungsmitglied jemals geschafft hat. Von Netanyahu ganz zu schweigen. Bei einem Treffen auf dem ‘Platz der Geiseln’ betonte er: «Eine Mehrheit der Israelis will die Geiseln zu Hause haben, und eine Mehrheit der Bevölkerung in Gaza will die Rückkehr der Geiseln, weil sie den Wiederaufbau des Gazastreifens will. Es gibt keinen Sieg, ohne alle nach Hause zu bringen. Sie alle sind Teil meiner Familie geworden.» Er betonte, und widersprach damit den Plänen der Regierung, dass die Gespräche das Ende des Krieges und die Freilassung aller lebenden und toten Geiseln anstreben müssen. Es darf, so Witkoff, nicht wieder ein Teilabkommen geben.

Die Hamas verurteilt den Besuch des Sonderbeauftragten Witkoff an einem Standort der GHF. Sie erklärt, dass sie die Waffen nicht niederlegen wird, bevor es nicht einen «vollständig souveränen Staat Palästina mit der Hauptstadt Jerusalem gibt.» Damit verschärfen sie erneut die Bedingungen für ein Abkommen zur Freilassung der Geiseln und einen Waffenstillstand. «Der Besuch ist nichts anderes als eine vorab inszenierte Theateraufführung, die darauf abzielt, die öffentliche Meinung zu täuschen, das Image der Besatzung aufzupolieren und ihr politischen Rückhalt zu verschaffen, um die Hungersnot zu verwalten und die systematische Tötung von Kindern und unbewaffneten Zivilisten unseres Volkes im Gazastreifen fortzusetzen.»





Die Hamas hat am Freitag ein weiteres Geisel-Video veröffentlicht. Bei der Geisel handelt es sich um Evyatar David, 25, der in einem Tunnel gezeigt wird, in dem er kaum völlig aufrecht stehen kann. Evyatar ist nur noch Haut und Knochen und kann kaum noch laufen. In einem zweiten Video sieht man Evyater auf einem Blatt markieren, was er seit Anfang Juli zu essen bekommen hat. Es ist zu wenig zum Leben. Am Ende des Videos sieht man, wie er gezwungen wird, sein ‘eigenes Grab’ zu schaufeln.
Im Februar war Evyatar von der palästinensischen Terror-Organisation Hamas gezwungen worden, gemeinsam mit Guy Gilboa-Dalal, 24, der ‘Verabschiedungszeremonie’ von freigelassenen Geiseln von einem Pkw aus zuzuschauen.







Rom Braslavski, von dem am Donnerstag ein Video veröffentlicht wurde, Alon Ohel, Itay Chen, Gali und Ziv Berman, Tamir Nimrodi und Tamir Adar sind deutsch-israelische Doppelbürger. Wo blieb der laute Aufschrei, als Aussenminister Wadephul zeitgleich mit dem Sonderbeauftragten Witkoff in Israel war? In den ARD-Tagesthemen zeigte er sich recht gleichgültig: «Wir brauchen jetzt endlich einen Waffenstillstand und eine Einigung darüber, dass die Geiseln freigelassen werden. Ich habe noch einmal mit Geiselfamilien, übrigens ja auch deutsche Geiseln gibt es, gesprochen….» Das war es, keine Namen, keine Hinweise auf die Videos, keine Klage gegen die Hamas, die er im gesamten Interview fast wie mit Samthandschuhen anfasst. Und wo bleibt die Verurteilung der Hamas durch die UN-Gremien? Hunger und Folter sind klare Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Nein, ich will nicht davon ablenken, dass man auch beim Verhalten Israels sehr genau wird hinschauen müssen. Aber die konsequente einseitige Verurteilung Israels muss endlich aufhören!
Anna Angrest, die Mutter von Matan, der sich seit 666 Tagen in den Fängen der Hamas befindet, klagt, dass ihr Sohn nur mehr ‘Haut und Knochen’ ist. Der Vermittler der Regierung in Geiselfragen, Gal Hirsch, hat auf diese Anklage so reagiert, dass dies nur ‘Propaganda der Hamas ist’. Hirsch twitterte daraufhin, man habe ihn falsch verstanden. «Ich habe in einer persönlichen Nachricht an einen Angehörigen einer Geisel gestern Abend gesagt, dass die von Terrororganisationen veröffentlichten Videos von Geiseln ‘Teil der Hunger-Kampagne der Hamas’ seien, und nicht, dass das Leiden der Gefangenen selbst Propaganda sei.»
Angesichts der schrecklichen Bilder, die in den letzten Tagen mit der Bewilligung der betroffenen Familien veröffentlicht wurden, ist klar, dass sich die noch lebenden Geiseln wahrscheinlich in einem finalen Zustand befinden, der kaum noch reversibel ist. Einige der betroffenen Familien vergleichen das Leiden, das ihre Kinder erdulden müssen mit einem Holocaust. Andere warnen, dass der Staat Israel kurz davorsteht, zerstört zu werden, wie damals der erste und zweite Tempel in Jerusalem. Die Schuld an diesem desaströsen Zustand weisen sie der Regierung Netanyahu zu.
Seit der Veröffentlichung des ‘Dinah Projects’, das versucht, die sexualisierte Gewalt, die die Hamas systematisch seit dem 7. Oktober 2023 als Kriegsmittel einsetzt, aufzuarbeiten und den Opfern eine Stimme zu geben, hat sich etwas geändert. Als würde die palästinensische Terror-Organisation das Projekt als Rechtfertigung für ihre ‘Verbrechen gegen die Menschlichkeit’ einsetzen wollen, wird Israel immer wieder des ‘Genozids’ angeklagt. Beide Strafbestände werden im ‘Römischen Statut’ festgeschrieben. «Ein Völkermord ist gekennzeichnet durch die spezielle Absicht, eine nationale, ethnische, rassische oder religiöse Gruppe als solche ganz oder teilweise zu zerstören. Daher wird er auch als „einzigartiges Verbrechen“, als „Verbrechen der Verbrechen“ (engl. „crime of crimes„) oder als das „schlimmste Verbrechen im Völkerstrafrecht“ bezeichnet. Völkermord wird oftmals auch als „Genozid“ bezeichnet.» Viele Untersuchungen haben ergeben, dass dieses Verbrechen Israel nicht vorgeworfen werden kann! Verbrechen gegen die Menschlichkeit liegen z.B. dann vor, wenn «Einzeltaten wie die Tötung eines Menschen, die Absicht, eine Bevölkerung ganz oder teilweise zu zerstören oder auch das Betreiben von Menschenhandel erkennbar sind.»
Trump erklärte, der Fokus vom Sonderbeauftragten Witkoff beim Besuch in Israel habe eindeutig auf der Verbesserung der Lebensmittellieferungen gelegen. «Er hat eine Menge Leute getroffen, und das Hauptthema war die Ernährung. Er hat auch einige andere Treffen, von denen ich euch [den anwesenden Reportern] später erzähle. Aber er hatte ein Treffen, wie man die Menschen ernähren kann. Und das ist es, was wir wollen.»



Heute Morgen haben sich drei Hamas-Terroristen der IDF ergeben und wurden zur weiteren Befragung gebracht. Die drei waren plötzlich aus einem Tunnel aufgetaucht. Sie erklärten nach ihrer Festnahme, dass sie versucht hätten, aus der Gegend zu fliehen, nachdem ein vierter Terrorist in einem Feuergefecht mit der IDF erschossen worden war. Die Festgenommenen führten die IDF zu einem Waffenlager in der Nähe des Tunnels. Bevor dieser von der IDF zerstört wurde, wurde er untersucht und kartografiert. Man fand dort nicht nur gut ausgestattete Infrastrukturen, sondern auch Lebensmittel, Wasser und andere Vorräte, die für einen längeren Aufenthalt von mehreren Personen ausreichend waren. Mit der Aufgabe dieser drei Terroristen erklärte die IDF das ‘Beit Hanoun Bataillon’ für ausgeschaltet.
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