Krieg in Israel – Tag 692

04. Elul 5785

Sollte das Bezirksgericht in Jerusalem darauf bestehen, die Anzahl der Anhörungen von Netanyahu von drei auf vier Termine pro Woche zu steigern, drohen die Verteidiger, ihr Mandat niederzulegen. Als Begründung geben sie an, dass diese Regelung es ihnen verunmögliche, andere Mandanten zu verteidigen. Den Fall, dass das Rechtsanwaltsteam aufgibt, gab es seit Beginn des Gerichtsverfahrens schon mehrfach. Bisher hat das immer dazu geführt, dass das Verfahren sich monatelang verzögerte, weil, wie es hiess, ‘die Anwälte Zeit brauchten, sich in den Fall einzuarbeiten’. Welche Auswirkungen ein Austausch des Verteidigerteams hat, wird sich zeigen.

Die IDF gab bekannt, dass sie, während die Vorbereitungen zur grossen Offensive auf Gaza-City laufen, Dutzende Terror-Ziele zerstört hat. Die Operationen fanden in Khan Younis und am Bereich des Magen Oz-Korridors statt, der die östlichen mit den westlichen Vororten von Gaza-City verbindet. Im Norden im Bereich von Jabaliya wurden einige Tunnelanlagen zerstört.

VM Israel Katz betonte: «Unsere Kräfte kämpfen an allen Fronten, Tag und Nacht, um die Sicherheit Israels zu garantieren.» Er bezog sich damit offensichtlich auf die nächtliche Operation der IDF im syrischen Gebiet von Jabal Manea, einem Hügel südlich von Damaskus, ohne auf weitere Hintergründe einzugehen. Jabal Manea war in der Zeit des Assad-Regimes eine der wichtigsten Luftwaffen-Stellungen des Irans in Syrien. Eine Einheit der IDF drang gestern mit vier Helikoptern in das Gebiet ein, führte eine zwei-stündige Operation durch und zog sich dann wieder nach Israel zurück. Die syrische Nachrichtenagentur SANA berichtete, dass die ersten israelischen Drohnenangriffe am Dienstag auf Soldaten abzielten, die während einer Patrouille ‘Überwachungs- und Abhörgeräte’ entdeckt hätten. Durch die anhaltenden Angriffe konnten zu Hilfe kommende Soldaten erst am Mittwoch in das Gebiet eindringen und die am Vortag getöteten neun Soldaten bergen. Das syrische Aussenministerium erklärte, der israelische Angriff stelle «eine klare Verletzung der Souveränität und territorialen Integrität der Arabischen Republik Syrien dar. Er ist eine grobe Verletzung des Völkerrechts und der Charta der UN.» Israel und Syrien befinden sich seit 1948 offiziell immer noch im Krieg.

Netanyahu pokert um das Schicksal der Geiseln und verliert. Trump deutet an, dass die Zeit rennt. © Guy Morad, Facebook

Kein Glück haben die Passagiere, die auf dem Flaggschiff ‘Crown Iris’ des israelischen Kreuzfahrtunternehmens Mano in Griechenland unterwegs sind. Seit Juli werden die Schiffe bei jeder Reise in allen Häfen von pro-palästinensischen Demonstranten empfangen. Auf der Webseite von ‘World Federation of Trade Unions’ mit Sitz in Athen steht zu lesen: «Gewerkschaften und Organisationen veranstalteten eine Grossdemonstration im Hafen von Piräus anlässlich der Ankunft des Kreuzfahrtschiffs Crown Iris, das israelische Mörder, Soldaten der israelischen Streitkräfte, die in Griechenland Urlaub machen, um sich von dem Völkermord zu erholen, den der mörderische Staat Israel gegen das palästinensische Volk begeht, transportiert. – Die Geschichte hat eine gerechte Seite – mit Palästina bis zur Freiheit!» Die Landgänge der Passagiere fanden entweder in stark verkürzter Form oder unter Polizeischutz statt. Bei einigen Destinationen durften die Passagiere erst gar nicht von Bord gehen.



Kategorien:Israel, Politik

Schlagwörter:

Hinterlasse einen Kommentar