5. Elul 5785


Die IDF hat mit Hilfe vom Shin-Bet die sterblichen Überreste von zwei Geiseln bergen und nach Israel bringen können. Das bereits identifizierte Opfer ist Ilan Weiss, 56, s’’l, der am 7. Oktober 2023 bei der Verteidigung seines Kibbutz, Be’eri, von den Hamas-Schlächtern ermordet und nach Gaza verschleppt wurde. Seine Frau Shiri und ihre gemeinsame Tochter Noga wurden ebenfalls verschleppt. Sie wurden im Zuge der ersten Waffenruhe im November 2023 freigelassen. Noga leistet seit Mai 2024 ihren Dienst bei der IDF ab. Der Name des zweiten aufgefundenen Opfers wurde noch nicht bekanntgegeben. Die sterblichen Überreste befinden sich derzeit zur Authentifizierung im nationalen Forensik Institut.

Der UN-Sicherheitsrat hat gestern beschlossen, das Mandat der UNIFIL im Libanon mit Ende 2026 auslaufen zu lassen. Danach soll innerhalb eines Jahres der ‘geordnete und sichere Abzug’ durchgeführt werden. UNIFIL war im Jahr 1978 gegründet worden, um entlang der Grenze zwischen Israel und dem Libanon für Sicherheit und Ruhe zu sorgen. Israel hatte immer wieder betont, dass die UNIFIL ihre Aufgabe nicht erfüllt hat und es ihr nicht gelungen ist, die Hisbollah davon abzuhalten, aus der Sicherheitszone heraus gegen Israel zu kämpfen. Nach dem Beginn der Waffenruhe im vergangenen Jahr hatte Beirut darum gebeten, die Blauhelme vor Ort zu belassen, weil das reguläre Militär die Aufgabe der Grenzsicherung nicht allein übernehmen kann. Der Terror-Organisation Hisbollah gelang es unter den Augen der UNO, eine gigantische Miliz aufzubauen. Sie wurde vom Iran mit einem riesigen Waffenarsenal ausgestattet.

Der von den Houthi-Terroristen unterstützte ‘PM’, Ahmed al-Rahawi, wurde gestern in seinem Appartement in Sana’a von der IAF eliminiert. Insgesamt wurden bei dem gezielten Angriff zehn ranghohe Mitglieder der ‘Regierung’, darunter auch der ‘Verteidigungsminister’ der Houthis, eliminiert. Nachdem sie den Krieg gegen uns und die freie Seeschifffahrt im Auftrag des Iran begonnen haben, müssen sie jetzt auch mit den Folgen rechnen.
Die EU hat eine 30-tägige Deadline beschlossen, bevor die Sanktionen gegen den Iran erneut zum Tragen kommen. In diesem Zeitraum sieht EU-Aussenbeauftragte Kaja Kallas eine Chance, zu einer diplomatischen Lösung des iranischen Atom-Programms zu kommen. Wenn sie da mal nicht zu optimistisch ist!

Arye Deri: Das ist der Ausgang zu den Befreiungen – Die Stewardess: Das ist der Ausgang zur Schlange der Einberufungen © Guy Morad Facebook

Das Büro der GStA teilte der Regierung mit, dass sie nicht berechtigt ist, ultraorthodoxen Wehrdienstverweigerern die Ausreise aus Israel nach Uman zu ermöglichen. Der stv. GStA Gil Limon fügte heute hinzu, dass die Schaffung einer solchen Gesetzeslücke illegal sei. Der Shas Vorsitzende Arye Deri hatte argumentiert, die Reise sei eine ‘religiöse Pflicht’, die es zu gestatten gelte und keine ‘Ferienreise’, die verboten werden soll. Der Vorsitzender von VTJ, Yitzhak Goldknopf, hatte ein ähnliches Ansinnen für seine Wehrdienstverweigerer gefordert. «Eine Reise zu den Hohen Feiertagen nach New York und zu anderen Orten ist eine erhabene spirituelle Erfahrung, für die es keinen Ersatz gibt.» Das ist pure Bigotterie! Juden haben ihren religiösen Mittelpunkt in Jerusalem. Das Militär wird an allen Ausreisestellen Posten aufstellen, die jeden Ausreiseversuch aus diesen Gruppen verhindern und die Wehrdienstverweigerer festnehmen werden.

Israel wird nicht an der Waffen-Ausstellung in London teilnehmen, die im kommenden Monat stattfindet. Die britische Regierung hat beschlossen, israelische Regierungsmitglieder und Mitglieder der IDF von der Teilnahme auszuschliessen. Israel wird deshalb keinen eigenen Pavillon aufbauen, wird aber Vertreter der Rüstungsindustrie, die ihre Produkte präsentieren wollen, vollumfänglich unterstützen.

Beim Absturz einer israelischen Drohne im südlichen Libanon wurden gestern einige Mitglieder des regulären libanesischen Militärs getroffen. Leider starben zwei Soldaten, zwei weitere wurden verletzt. Die Drohne sollte eine Stellung der Hisbollah angreifen und zerstören, die im Widerspruch zur Vereinbarung der Waffenruhe wieder aufgebaut wurde.

Israel ist leider tatsächlich auf dem Weg zu einem Staat, in dem militärische Willkür herrscht. Ashraf Aldgamin ist ein Palästinenser aus dem Ort as-Samu, südlich von Hebron in Judäa. Gemeinsam mit seiner jüdisch-israelischen Frau und dem gemeinsamen Sohn lebt er in Beer Sheva. Das Ehepaar erwartet sein zweites Kind. Am vergangenen Freitag wurde er bei einem Besuch in seinem Elternhaus bei einer Razzia festgenommen. Die Soldaten führten die Razzia durch, ohne einen Durchsuchungsbefehl vorzulegen. Später gaben sie an, dass sich unter dem Haus ein ‘verdächtigter Hohlraum’ befunden habe. Er wurde in die berüchtigte Haftanstalt ‘Sde Teiman’ eingeliefert, in der hauptsächlich verdächtige Hamas-Mitglieder festgehalten werden. Kurz darauf wurde er ins Militär-Gefängnis Ofer, südlich von Ramallah, überstellt. Man habe ihn ins ‘Soroka-Krankenhaus’ bringen wollen, was er aber abgelehnt habe. Aldgamin gab an, die ersten Stunden mit verbundenen Augen an einen Stuhl gefesselt verbracht zu haben und dabei von den Wärtern wüst beschimpft worden zu ein. Dann wurde er mit Handschellen gefesselt in einen eiskalten Raum gebracht. Nach zwei Tagen hat er zugestimmt, ins ‘Assaf Harofeh Medical Center’ eingeliefert zu werden. Dort wurde er mit Handschellen ans Bett fixiert und ständig von zwei Soldaten bewacht. Zwischenzeitlich wurde eine Petition beim OGH eingereicht. Der stv. Präsident des OGH, Noam Sohlberg forderte daraufhin eine umfassende Erklärung der Ereignisse, die zur Verhaftung von Aldgamin geführt haben. Die IDF musste zugeben, dass kein formeller Grund zur Verhaftung vorlag. Aldgamin selbst geht davon aus, dass eine, wie sich herausstellte unberechtigte Anzeige eines Nachbarn der Grund war. Der hatte ihn bedroht, weil er mit einer Jüdin verheiratet ist.
Israel hat die täglichen Zeitfenster für die ungestörte Lieferung von Lebensmitteln und Hilfsgütern für Gaza-City gestoppt. Stattdessen wurde die Stadt insgesamt zur ‘gefährlichen Kampfzone’ erklärt. Alle anderen Regionen im Gazastreifen bleiben von der Massnahme ausgenommen. Die notwendige Versorgung der Zivilbevölkerung ist damit nicht mehr gewährleistet. Mehr als eine Million Menschen haben in der Stadt Schutz gesucht, die mit dieser Massnahme gezwungen werden, in den Süden zu fliehen, wo angeblich eine sichere Schutzzone aufgebaut wird (s.gestern).


Sabra, ein Wohnviertel von Gaza-City wurde von der IDF seit Beginn der ‘Vorbereitung’ auf die Einnahme der Stadt von der IDF dem Erdboden gleichgemacht. Und das nur nach drei Wochen seit Beginn der Angriffe. Die erschreckenden Luftbilder zeigen, wie die einst modere und prachtvolle Stadt in nur wenigen Wochen aussehen wird. Warum als Zeitrahmen für die völlige Einnahme und Zerstörung mehrere Monate bis ins Jahr 2026 genannt wird, ist unverständlich. Wenn die IDF /IAF weiter mit dieser Geschwindigkeit und Brutalität vorgehen, gibt es in Kürze keinen sicheren Platz mehr für schutzsuchende Menschen, die nicht in der Lage sind, die Stadt zu verlassen. Angesichts dieser ersten Bilder stellt sich die Frage: Wann hat der gerechte Krieg gegen die Hamas aufgehört und wann hat der Vernichtungskrieg gegen die Gazaner begonnen?
Ich möchte wieder einmal aus der Wochenend-Kolumne von Yossi Verter zitieren: Verter schildert, was sich in der vergangenen Woche bei Netanyahu so alles tat. Das Gericht hat Sommerpause, also standen keine lästigen Anhörungen an. Zeit genug, Flugreisen für die haredischen Wehrdienstverweigerer und andere ‘fromme Männer’ in die Ukraine zu organisieren. Und, um die Selbstständigkeit und Apartheid in 17 Siedlungen in Samaria zu feiern. Eine pro-forma anberaumte Sitzung des Sicherheitskabinetts wurde entsprechend kurzgehalten und verlief ohne die Diskussion von brennenden Themen. «Die vergangene Woche lieferte ein besonders empörendes, aber nicht völlig unerwartetes Beispiel für die verdrehte Agenda der Regierung und die moralische Tiefe, in die PM Benjamin Netanyahu und seine Minister gesunken sind.»



Nota bene, wir befanden uns am Vorabend der ersten Angriffe auf Gaza-City und in Gaza leiden immer noch 48 Geiseln in den Fängen der Hamas und anderer Terror-Organisationen. Wie viele von ihnen noch leben und wie viele tot sind, so recht weiss es niemand, aber man hat das Gefühl, das Interesse an ihrem Schicksal ist verklungen, versunken in der Dunkelheit und im Sand von Gaza und begraben unter den zahllosen Schichten von Trümmern. Gleichzeitig in Jerusalem im Event-Zentrum ‘Vista’vor dem Sonnenuntergang hinter der Altstadt: «Die Atmosphäre war berauschend, der Raum voller Menschen, die von Macht berauscht waren. Hier war das ‘Wunder’ geschehen. Es wurde auch viel gelacht („Hier sind mehr Minister als im Kabinett”, scherzte Verteidigungsminister Israel Katz und fasste die Veranstaltung treffend zusammen – eine Übung in Schmeichelei gegenüber den Stimmenbringern in den Siedlungen). Neben ihm sprachen auch der PM und seine Frau Sara. Auch die „Löwin“ (sic?) schaffte es, sich in diese Veranstaltung einzuschleichen.»
Was ist mit den anderen potenziellen Wählern? Den Familien und Freunden der Geiseln und Vermissten? Den Bürgern, die einfach nur kriegsmüde sind, die wollen, dass die Geiseln freigelassen werden? Die wollen, dass das sinnlose Sterben von unseren Soldaten und der gazanischen Zivilisten aufhört? «Wie wir alle wissen, liegt ein begrenzter Deal auf dem Tisch. Die Hamas hat den Bedingungen zugestimmt; Israel schweigt. Netanyahu, der in der Vergangenheit auf ein Teilabkommen gedrängt hatte („ein umfassendes Abkommen ist nicht praktikabel”, sagte er mehr als einmal), hat seine Meinung geändert. Derzeit fordert er alle [Geiseln] sofort.» Man hoffte und glaubte, dass Netanyahu die kommenden 90 Tage, bis die Knesset wieder aktiv wird, für diese 60-Tage-Lösung nutzen würde. Doch Netanyahu schweigt. Als hätte er nie von diesem drängenden Thema gehört.
Verter erklärt, dass Oppositionsführer Lapid einen Anruf aus Ägypten erhielt. «Können Sie mir erklären, was dort vor sich geht?“, fragte der Beamte. „Wovon sprechen Sie?“, fragte Lapid.
„Was Sie als ‚Witkoff-Plan‘ bezeichnen und was wir als ‚Netanyahu-Plan‘ bezeichnen, weil es von Anfang an seine Idee war – die ganze Idee eines Teilabkommens, die Rückgabe von 10 lebenden und 18 toten Geiseln und die 60 Tage Verhandlungen über den Rest, all das wurde von Netanyahu diktiert“, antwortete der Ägypter. „Witkoff hat es so präsentiert, dass es nicht so aussieht, als würde die Hamas die Forderungen Netanyahus akzeptieren.“
‘Okay, sagte Lapid, und weiter?’ „Also haben wir ihn der Hamas vorgelegt, sie dazu gebracht, ihn zu unterzeichnen, und seitdem ist Netanjahu verschwunden.“Was meinen Sie mit „verschwunden“, fragte Lapid. „Genau das, was es bedeutet“, sagte der Beamte.
„Es sind bereits zwei Wochen vergangen, und wir konnten sein Büro nicht erreichen. Ihr Verhandlungsteam sagt uns, dass sie angewiesen wurden, zu Hause zu bleiben und zu warten. Und jetzt lesen wir in den Medien, dass Ihr Premierminister ein stufenweises Abkommen ablehnt und auf einem umfassenden Abkommen besteht. Wir fragen uns also: Ist Ihnen bewusst, dass Netanyahu beschlossen hat, seinen eigenen Plan zu torpedieren?“
Dass Netanyahu einen Plan torpediert, ist nicht das erste Mal. So fiel ein Plan des Biden-Kabinetts durch. Die Geiseln mussten warten und wurden erst sechs Monate später auf Druck des neuen US-Präsidenten Trump befreit. «Das ist Netanyahu. Er täuscht alle. Mit der einen Seite seines Mundes weckt er Hoffnungen, mit der anderen zerstört er sie, unbeeindruckt vom Leid der Familien der Geiseln.» Damals war es der Philadelphi-Korridor, heute ist seine oberste Priorität, der Machterhalt für sich und seine Kamarilla. Nach den Wahlen, ob sie planentsprechend im Herbst 2026 oder hoffentlich schon früher stattfinden, wird er sich, sofern er – Gott behüte weiter wursteln darf, seinem Lebenswerk zuwenden, «dem Untergraben des demokratischen Prozesses mit allen Mitteln. Wer glaubt, dass diese Bande bereit sein wird, die Macht ordnungsgemäß zu übergeben, wenn dies durch eine Wahl beschlossen wird, glaubt auch, dass die „Eroberung“ von Gaza-Stadt darauf abzielt, die Geiseln zu befreien.
Die meisten Menschen verstehen, dass dies ein Betrug ist. Stabschef Eyal Zamir weiß, dass dies ein Betrug ist. Wird er diesem Wahnsinn ein Ende setzen, wenn der Moment der Wahrheit gekommen ist»
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