Krieg in Israel – Tag 713

25. Elul 5785

Leider muss die IDF auch heute wieder den Tod von vier Soldaten bekannt geben. Maj. Omri Chai Ben Moshe, 26, Lt. Eran Shelem, 23, Lt. Eitan Avner Ben Itzhak 22, und Lt. Ron Arieli, 20, s’’l, verloren heute ihr Leben durch eine Mine, die unter ihrem Humvee explodierte. Gleichzeitig wurden drei weitere Soldaten teils schwer verletzt. Der Vorfall fand im Gebiet von Rafah statt.

Freunde waren sie eigentlich nie, sie waren immer schon zwei alte weisse Männer, die nur ihre eigenen Interessen verfolgten. Der eine will den Friedensnobelpreis erhalten und der andere will nicht ins Gefängnis. Doch je länger diese Zweckgemeinschaft dauert, desto deutlicher werden die Brüche. Trump will einen Waffenstillstand in Gaza aushandeln, Netanyahu will ihn durch brachiale Gewalt gegen die Hamas, zuletzt auch in Katar, erreichen. In einem kleinen Kreis explodierte Trump: «Der Kerl verarscht mich!» Im Original sagte Trump: « He’s fucking me!»Doch warum lässt Trump, der normalerweise davon ausgeht, dass alle nach seiner Pfeife tanzen, ihm weiter freie Hand? Es hat nichts Gutes an sich, der Krieg wird sinnlos verlängert, es gibt viel zu viele Tote, die Geiseln schweben in akuter Gefahr, Trumps Expansions-Pläne in Gaza hängen am seidenen Faden. Die Annäherung arabischer Staaten an Israel steht vor dem Aus. Und Trump schaut zu. Aus Israel ist zu hören, dass «die Interessen und Grundwerte der USA und Israels eng aufeinander abgestimmt sind.» Zwei Drittel der Republikaner in den USA unterstützen Netanyahu im Gegensatz zu nur 9 % der Demokraten. Es zeigen sich erste Risse in der starken Unterstützung Israels durch die Republikaner. Mitglieder von Trumps MAGA-Koalition haben Israel und insbesondere Netanyahu offen kritisiert und argumentiert, dass der anhaltende Krieg in Gaza die USA tiefer in den Konflikt hineinziehen könnte. Doch Trump ist stolz auf sein bisheriges ‘Lebenswerk’ die Abraham-Accords, und fühlt sich geschmeichelt, wenn Netanyahu wieder einmal etwas nach ihm benennt. Diesmal ist es eine Strasse. Das wiederum nutzt Netanyahu weidlich aus. Hier würde man sagen, ‘er schleimt sich bei Trump ein’. Oder wie Damian Murphy, ehemaliger Stabschef der Demokraten, festhielt: «Netanyahu weiss, dass das Weisse Haus zwar ein wenig murren mag, aber dass ein Ansatz nach dem Motto ‚Um Vergebung bitten, nicht um Erlaubnis fragen‘ wirklich keine Nachteile hat.»

Wären die USA nicht der immer noch nicht in der Neuzeit angekommene, gesellschaftlich verknöcherte Staat, so könnte die Präsidentin Kamala Harris heissen und ihr Vize Pete Buttegieg. In der Zusammenfassung ihres neuen Buches ‘107 Tages’ schreibt sie: «Pete Buttigieg wäre meine erste Wahl gewesen, wenn ich ein ‘heterosexueller weisser Mann’ wäre.» Was sie offensichtlich nicht ist. Aber, so fährt sie in ihrem Buch fort, «wir verlangten bereits viel von Amerika: eine Frau zu akzeptieren, eine schwarze Frau, eine schwarze Frau, die mit einem jüdischen Mann verheiratet ist. Ein Teil von mir wollte sagen: Scheiss drauf, lass es uns einfach tun. Aber da ich wusste, was auf dem Spiel stand, war das Risiko zu gross.» Es wäre wünschenswert, dass die Amerikaner nach nunmehr 250 Tage des gefährlichen Trump-Regimes aufgewacht sind und erkennen, dass das Team: ‘schwarze weibliche Präsidentin mit jüdischem First Husband und homosexuellem Vize’ allemal die bessere Wahl gewesen wäre. Hoffentlich nutzen sie ihre Chance im Jahr 2028!

„War kills hostages“ gegenüber des US-amerikanischen Konsulates in Tel Aviv

Ein Szenario wie der Krieg gegen Gaza würde es bei einer Präsidentin Harris nicht geben. Als Juristin hätte sie ganz andere Interessen für die Zukunft von Gaza gehabt. So aber, bei Trump, geht es nur um Geld, am liebsten vermehrt durch spekulative Immobiliengeschäfte. Der rechtsextreme, ultranationalistische Finanzminister Smotrich verfolgt ähnliche Pläne. Wenn auch aus ganz anderen Gründen. Gaza, Judäa und Samaria so schnell wie möglich jüdisch zu besiedeln. Er hängt der Lebens(t)raum-Ideologie der Nationalsozialisten an, die das Ziel hatte, dass ein Staat verpflichtet wäre, ausreichenden Siedlungsraum zur Verfügung zu stellen. Was den Gazastreifen betrifft, so sieht Smotrich ihn als ‘Immobilien-Goldschatz’ – hier will er beides vereinen, Geld und Landgewinn. Er sei schon im Gespräch mit den Amerikanern. «Dieser Krieg ist sehr teuer. Wir müssen sehen, wie wir das Land prozentual aufteilen», sagte Smotrich und fügte hinzu: «Die Zerstörung, die erste Phase der Erneuerung der Stadt, haben wir bereits hinter uns. Jetzt müssen wir bauen. Es gibt einen Geschäftsplan, der von den professionellsten Leuten hier ausgearbeitet wurde und der auf dem Schreibtisch von Präsident Trump liegt.»

Die WHO beklagt, dass aufgrund der intensiven Angriffswellen im Norden des Gazastreifens die noch funktionierenden Krankenhäuser kurz vor dem Kollaps stehen. Die Spitäler leiden bereits dramatisch unter Überbelegung. Der Zugang zu den Spitälern ist oft blockiert und es ist unmöglich, lebensrettende Massnahmen zu ergreifen.

Gestern Abend tauchten wieder jüdische Siedler-Terroristen in Taybeh in der Nähe von Ramallah auf. Ein Video zeigt, dass sie dort, wo zwei Beduinen-Familien lebten, deren Schafe und Ziegen stahlen und offenbar auf einen Mann einschlugen, der hinter einem Zaun stand. Nachdem der Vorfall gemeldet wurde, eilten Soldaten der IDF dorthin und fanden einen israelischen Zivilisten leicht verletzt vor. Er konnte vor Ort medizinisch versorgt werden. Kurz darauf wurde in unmittelbarer Nähe ein zweiter Vorfall gemeldet. Die Soldaten gaben in der Nähe Warnschüsse ab. Zwei Palästinenser wurden offenbar zuvor bereits leicht verletzt, konnten aber ebenfalls vor Ort behandelt werden. Zunächst zeigen die Aufnahmen nur einen Siedler mit seinen Tieren vor Ort, später kommen weitere hinzu, die beginnen, einen Palästinenser zu schlagen. Der Bewohner des Hauses erzählt eine andere Geschichte. Zwar sei zu Beginn wirklich nur ein Siedler gekommen und habe das Haus betreten. Gemeinsam mit den Soldaten seien kurz darauf Dutzende jüdische Siedler-Terroristen in das Haus eingedrungen. Sie hätten seine Frau, seinen Bruder und Nachbarn mit Stöcken geschlagen. Die beiden Männer mussten nach Ramallah ins Spital gebracht werden. Insgesamt wurden laut Angaben der Eigentümer über 100 Tiere gestohlen. Während die IDF nicht einschritt, erklärte die Polizei, den Vorfall untersuchen zu wollen. Sie waren aber gar nicht selbst vor Ort, was genau wollen sie untersuchen?

Die IDF hat eine Warnung an die Bewohner von einigen Städten im südlichen Libanon ausgegeben. Dort sollen in Kürze wieder Angriffe auf terroristische Infrastruktur der Hisbollah stattfinden. Konkret handelt es sich um die Orte Mays al-Jabal, Kfar Tebnit und Dibbin. Die Terror-Organisation ist dort dabei, sich wieder neu aufzustellen, was klar dem Waffenstillstandsabkommen widerspricht. Offenbar gelingt es dem PM des Libanon nicht, seine Ankündigung, die Hisbollah durch das reguläre Militär entwaffnen zu lassen, zu erfüllen.

Von zwei mit Sprengstofffen beladenen Drohnen aus dem Jemen konnten nur eine abgefangen und zerstört werden. Die zweite schlug in den Einfahrtbereich eines Hotels in Eilat ein,

An der Grenze zu Jordanien, am Grenzübergang Allenby Bridge, kam es heute zu einem tödlichen Attentat. Der Fahrer eines Lkws, der Hilfslieferungen nach Gaza bringen sollte, eröffnete das Feuer auf die Soldaten, die den Lkw kontrollieren wollten. Nachdem seine Handfeuerwaffe offenbar klemmte, sprang er aus dem Führerhaus und stach auf zwei Soldaten ein. Die beiden erlagen noch vor Ort ihren schweren Verletzungen. Der Terrorist wurde neutralisiert. Am Abend wurden die Namen der Opfer bekannt gegeben: Lt. Col. (res.) Yitzhak Harosh, 68, und Sgt. Oran Hershko, 20, s“l.



Kategorien:Israel, Politik

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