27. Elul 5785


Die libanesische Zeitung ‘Al Akhbar’ berichtet, wie Ägypten auf einen möglichen Massen-Exodus der Gazaner in den Sinai reagieren wird. Innerhalb von 72 Stunden nach einem solchen Vorfall werden sie die Truppenstärke entlang der Grenze verdoppeln und schwere Waffen und Truppen auf den Sinai verlegen. Eine derartige Aktion muss, entsprechend dem Friedensvertrag zwischen Israel und Ägypten, von Israel bewilligt werden. Ägypten hofft, dass diese vermehrte Militärpräsenz Israel davon abhalten wird, die Gazaner über die Grenze ‘zu treiben’.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres hat am Freitag in einem Interview mit AFP betont, die Welt dürfe sich nicht von Israel einschüchtern lassen. Israel treibt, so Guterres, die Zerstörung von Gaza mit Druck voran und verfolgt die schleichende Annektierung von Judäa und Samaria. Die Annektierung ist die israelische Reaktion auf die angekündigte Anerkennung von Palästina als Staat durch zahlreiche Länder vor der UNO-Generalversammlung am morgigen Sonntag. «Gleichgültig, was wir tun oder nicht tun, die Dinge werden ihren Lauf nehmen. Trotzdem, es besteht die Chance, sie zu verhindern, wenn unser Druck auf Israel stark genug wird.» Man muss leider festhalten, dass die UNO, gleich in welchem ihrer Gremien, jemals etwas für Israel getan hat. Immer wurde Israel konsequent beschuldigt, ohne die tatsächlichen Urheber, die Hamas auch nur zu erwähnen. Wünschenswert wäre es immer noch eine klare Verurteilung und Anweisung an die Hamas und deren Auftraggeber Iran, die Geiseln sofort freizulassen.
Der rechtsextrem-nationalistische Finanzminister Smotrich weigert sich seit Monaten Zölle, die Israel für die PA einnimmt und treuhänderisch verwaltet, an die PA weiterzuleiten. Diese Gelder machen jedoch einen Grossteil des Budgets aus, sodass die PA mittlerweile knapp vor dem finanziellen Kollaps steht. Frankreich, Norwegen, Spanien und Saudi-Arabien bemühen sich jetzt, Gelder für ein Nothilfepaket für die PA zu lukrieren. Darüberhinaus soll Israel bewogen werden, die Gelder freizugeben. Die Länder gehen aber davon aus, dass Israel nicht einlenken wird und haben deshalb ein Spendenziel von US$ 200 Millionen für jeden der kommenden sechs Monate vereinbart. Mit dieser Summe können die Betriebskosten der PA abgedeckt werden. «Finanzielle Engpässe dürfen nicht zum Scheitern des palästinensischen Staates und zur Destabilisierung des Nahen Ostens führen.» Hoffentlich haben Gutmenschen auch nicht aus dem Blick verloren, dass ein beträchtlicher Teil des Budgets für Gelder eingeplant ist, die Terroristen und deren Familien für jeden Mord an einem Juden finanziell sehr gut belohnen.

Trump hat Reportern im Oval Office gegenüber wieder seltsam anmutende Äusserungen getätigt. Zur Frage, ob die israelischen Offensive auf Gaza-City das Leben der Geiseln in grössere Gefahr bringt, orakelte er: «Sie könnten einem grösseren Risiko ausgesetzt sein. Die überwiegende Zahl der 48 Geiseln, so um die 40 könnten tot sein. Sie könnten aber auch genau wegen der Angriffe befreit werden. Eine Menge seltsamer Dinge geschehen im Krieg. Manchmal ergeben sich Dinge, von denen man nie dachte, dass sie geschehen könnten.» Auf die Frage, ob Israel in Gaza Genozid begehe, antwortete er: «Habe ich nicht gesehen, muss ich mir erst anschauen», um dann auf den 7. Oktober 2023 einzugehen «Aber hat jemand am 7. Oktober Genozid begangen? Die abgeschlagenen Köpfe, Arme, Beine, das ist ganz sicher Genozid. Oder Mord, nennen Sie es wie sie wollen.» Wie viele der Geiseln noch am Leben sind, wollte ein Reporter wissen: «Schauen Sie, junge Leute sterben nicht ohne Grund, sie sterben nicht einfach so. Sie können eine Menge aushalten. Aber eine grosse Anzahl starb in diesen schrecklichen Tunneln. Sie werden meist dort festgehalten.»

Die Hamas hat ein neues PR-Poster veröffentlicht, auf dem die noch in Gaza festgehaltenen Geiseln abgebildet sind. Doch statt ihrer eigenen Namen werden sie alle als ‘Ron Arad’ bezeichnet, der auch als erster abgebildet ist. Ron Arad stürzte mit seinem Flugzeug im ersten Libanonkrieg ab und wird seit 1988 vermisst. Übrigens sind auf dem Poster nicht 48, sondern nur 46 Geiseln abgebildet. Auf dem Post steht: «Wegen der Weigerung von PM Netanyahu und der Kapitulation von Zamir – ein Abschiedsgeschenk, bevor die Offensive beginnt.»



Jeder, der in den letzten zwei Jahren in Israel war, kennt den nervigen Ton, mit dem das ‘Home Front Kommando’ die Vorwarnung zu einem bevorstehenden Alarm gibt und dringend dazu auffordert, den nächsten geschützten Raum aufzusuchen. In vielen älteren Gebäuden ist es das Treppenhaus, weil der eigentliche Schutzraum in 15 Sekunden nicht erreichbar ist. Betroffen hiervon sind, so der Bericht des Rechnungshofes vom Juni 25, 6.2 Millionen Israelis. Nimrod Shani, Absolvent der Fakultät für Industriedesign am ‘Holon Institute of Technology’ stellte sein Projekt ‘Shelter 1’ als Master-Abschluss vor. Aus einem normalen Schrank wird innerhalb von 5 Sekunden (!) ein Schutzraum, der Platz für drei Personen bietet. Der Schrank besteht aus zwei Teilen, einer festen Aussenhülle und einer mobilen Inneneinheit, die sich auf einer Schiene bewegt. Zieht man an einem Hebel an der Vorderseite des Schrankes, gleitet der Innenteil nach vorne, verriegelt sich von aussen und bildet so den Schutzraum. Dieser teils transparente Raum bietet Schutz gegen Druckwellen und Splitter. Während der Forschungsphase wurde Nimrod bewusst, dass Menschen gerne wissen, was aussen geschieht. Daher wählte er eine opaque Farbgebung. Ein eingebautes Belüftungssystem und eine automatische Innenbeleuchtung sorgen für weitere Sicherheit und Komfort. Der Preis von nur NIS 16.000 und der einfache Aufbau machen ‘Shelter 1’ für die Massenproduktion geeignet. Die erste Testphase am israelischen Standard-Institut hat das Projekt schon absolviert. Sobald auch die zweite Testphase absolviert ist, kann mit der Produktion begonnen werden.
Hinterlasse einen Kommentar