14. Tishri 5786
Die israelischen Teilnehmer an den Verhandlungen in Sharm El-Sheikh werden heute Nachmittag nach Ägypten fliegen. Teilnehmen werden Mitarbeiter vom Mossad und Shin-Bet, Netanyahus Berater für Aussenpolitik, Ophir Falk, und der Koordinator für Geiseln und Vermisste, Gal Hirsch. Strategieminister Ron Dermer, der Chef des Teams, wird erst am Wochenende nach Ägypten fliegen, sofern die Entwicklungen der Gespräche dies notwendig machen.
Das Verhandlungsteam der Hamas traf sich heute Vormittag noch mit Vertretern von Ägypten und Katar, bevor sie nach Sharm El-Sheikh weiterflogen. Zur Diskussion steht, unter anderem, ob bei der Freilassung aller lebenden und toten Geiseln auch der Leichnam von Hadar Goldin sein wird. Goldin wurde nach einem Angriff der Hamas während der Operation ‘Protective Edge’ 2014 erschossen. Seine Leiche wurde anschliessend nach Gaza entführt. Die Hamas bezeichnet ihn nicht als Geisel und weigert sich daher, die sterblichen Überreste freizugeben.

Trump gibt sich mehr als zuversichtlich, dass die erste Phase des Abkommens noch im Laufe dieser Woche beginnen wird. «Die Gespräche verlaufen sehr gut und schreiten rasch vorwärts. Weitere Teams werden ab Montag in Ägypten daran arbeiten, die endgültige Fassung des Vertrags zu erarbeiten.» Unklar blieb, ob er hoffte, dass die Geiseln bereits in dieser Woche freigelassen werden. Da wurde Netanyahu etwas konkreter. Er hofft, dass sie noch während der Sukkot-Feiertage, die heute Abend beginnen und am kommenden Montag, dem letzten Tag der Sukkot-Feiertage und gleichzeitig nach dem jüdischen Kalender, der zweite Jahrestag des Massakers, freigelassen werden.
Ein namentlich nicht genannter Teilnehmer an den Gesprächen warnte vor übereilten Hoffnungen. Die Gespräche würden mindestens einige Tage, vielleicht sogar eine Woche oder länger dauern. «Israel und die Hamas haben dem grundsätzlichen Rahmen zugestimmt. Der nächste Schritt wird es sein, spezifische Details zu fixieren. Das war in der Vergangenheit immer ein langer, zäher Prozess.» Beide Seiten haben lange ‘Wunschlisten’, denen wiederum beide Seiten zustimmen müssen. Von logistischen Problemen, über den Zeitrahmen des israelischen Rückzugs aus Gaza bis zur Übergabe der de facto Macht in Gaza und des internationalen Verwaltungsteams. Auf der anderen Seite geht es um die Entwaffnung, der derzeit nur zugestimmt wird, wenn Israel seine Besatzung beendet und der Staat Palästina gegründet ist. Es scheint, als kämen derzeit auf beiden Seiten immer wieder eine neue Bedingung dazu.
Zwar hat die IDF ihre Offensiv-Aktivitäten weitgehend eingestellt, aber trotzdem kommt es in Gaza nach wie vor zu Gefechten. Die IAF erklärte, dass sie ausschliesslich auf eine Reihe von Angriffen auf die Soldaten reagiert hat. Ein Einsatz galt einer Gruppe von schwer bewaffneten Terroristen, die dabei war, einen Terrorakt durchzuführen. Ein zweiter Einsatz wurde gegen eine Gruppe durchgeführt, die Mörsergranaten auf die Soldaten schossen. Hierbei wurde ein Soldat verletzt und ins Krankenhaus evakuiert. Beim bis anhin letzten Vorfall neutralisierte die IDF-Terroristen, die Fahrzeuge der IDF mit Raketenabwehr-Geschossen angriffen.
Die IDF hat in Gaza zwei abschussbereite Raketenabschussbasen gefunden. Sie wurden von Spezialeinheiten sorgfältig neutralisiert. In der Nähe befand sich auch ein grösseres Waffenlager, welches ebenfalls neutralisiert wurde.

Zwei Personen wurden getötet und eine weitere verletzt, als die IDF einen gezielten Drohnenangriff auf ihr Fahrzeug in Zebdine, im südlichen Libanon ausführte. Weitere Informationen durch die IDF stehen noch aus. Später am Nachmittag wurde bekannt, dass bei dem gezielten Angriff Hassan Atwi und seine Frau Zainab Raslan eliminiert wurden. Atwi war massgeblich am Wiederaufbau der Infrastruktur der Hisbollah beteiligt sowie am Nachschub für Waffen. Er unterhielt auch direkten Kontakt mit dem Iran, von wo die Hisbollah Luftverteidigungssysteme erhielt. Seit dem ‘Pager-Angriff’, den Israel gegen die Hisbollah durchführte, war Atwi blind.

Eine Überwachungskamera zeichnete auf, wie ein Reservist mehrfach auf einen am Boden knienden Palästinenser eintrat. Ein weiterer Soldat stand tatenlos daneben. Beim Opfer dieses brutalen Angriffs handelte es sich um einen Mitarbeiter einer Bäckerei. Die Soldaten näherten sich ihm und befahlen ihm, sich auf den Boden zu setzen. Einer der Soldaten zeigte ihm etwas auf dem Handy, bevor er begann, auf ihn einzutreten. Beide Soldaten wurden sofort vom Dienst entlassen.


170 weitere Aktivisten der Gaza-Flotilla, einheitlich in grau-weisse Gefängnisbekleidung gehüllt, verliessen heute über den Flughafen Ramon Israel in Richtung Griechenland und Slowakei. Die Aktivisten stammen aus: Griechenland, Italien, Frankreich, Irland, Schweden, Polen, Deutschland, Dänemark, der Slowakei, der Schweiz, Norwegen, GB, Serbien und den USA. Israel betont, dass «alle Rechte der Aktivisten in dieser PR-Show während der gesamten Zeit eingehalten wurden und auch weiterhin werden. Die Lügen, die sie verbreiten, sind nichts anderes als Teil ihrer im Vorhinein geplanten Kampagne um ‘fake news’ zu verbreiten. Die einzige Gewalttat, die stattfand, war, dass eine spanische Aktivistin einen medizinischen Mitarbeiter im Ketzioit Gefängnis biss.»

Sie wurde bereits angeklagt, sie wird für zunächst sieben Tage im Gefängnis festgesetzt. Derzeit befinden sich noch 138 Aktivisten in Israel. Die Flüge werden von den jeweiligen Heimatstaaten der Aktivisten bezahlt, wer für die weiteren Kosten aufkommt, ist noch nicht bekannt.
Heute Abend beginnt Sukkot, das eine Woche dauernde Fest. Wer eine ‘Sukka’ (Laubhütte) hat, ist angehalten dort die Mahlzeiten, oft auch mit Gästen, einzunehmen. Sukkot geht zurück auf eine Anweisung Gottes, die wir im dritten Buch, Bamidbar, Kapitel 23, Vers 36 finden. «Sieben Tage sollt ihr in Hütten wohnen.» Nach dem bürgerlichen Kalender jährt sich morgen, am 7. Oktober, zum zweiten Mal der Jahrestag zum Massaker von 2023. Im ganzen Land finden daher bereits heute Abend Gedenkveranstaltungen statt. Weil sich immer noch 48 Geiseln in der Hand der Terroristen in Gaza befinden, wird Sukkot in diesem Jahr sicher einen anderen Charakter haben als sonst. Trotzdem wünsche ich euch allen: Chag Sukkot Sameach!
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