Die erste Phase der Waffenruhe – Tag 6

24. Tischri 5786

Nach dem jüdischen Kalender jährt sich heute zum zweiten Mal das Massaker vom 7. Oktober 2023/24. Tishri 5784. Es finden im ganzen Land Zeremonien statt, um der seither gefallenen Soldaten zu gedenken. Die Fahnen an allen öffentlichen Gebäuden im Land werden anlässlich des Tages auf Halbmast gesetzt.

JM Yariv Levin beabsichtigt, ein 15-köpfiges Tribunal einzurichten, welches 250 Terroristen, die am Massaker vom 7. Oktober teilgenommen haben und in diesem Zusammenhang festgenommen wurden, mit strengen Urteilen, inklusive der Todesstrafe, zu bestrafen. Die Richter sollen entweder bereits am OGH arbeiten oder vom JM aufgrund ihrer Fähigkeiten eingesetzt werden. Falls die Todesstrafe verhängt wird, muss sie zunächst vom PM in Zusammenarbeit mit den Sicherheitsorganen bestätigt werden. Das entsprechende Knesset-Komitee hat bereits mit den Vorarbeiten begonnen. 

In seiner Rede anlässlich der offiziellen Feier am Mt. Herzl in Jerusalem erklärte Netanyahu: «Der Kampf ist noch nicht vorbei. Aber eines ist heute klar: Jeder, der die Hand gegen uns erhebt, weiss bereits, dass er einen sehr hohen Preis für seine Aggression zahlen wird. Wir sind entschlossen, den Sieg zu vollenden, der unser Leben für viele Jahre prägen wird. Ich weiss um das Ausmass Ihres Leids. Ich danke allen Soldaten, die in diesem Krieg gekämpft haben: Juden, Drusen, Christen, Muslime, Beduinen, Tscherkessen und Angehörige anderer Gruppen – sie standen Schulter an Schulter, um alle Kriegsziele zu erreichen.» Bisher ist noch keines der Ziele erreicht, in seltener Einsicht fügte er hinzu: «Und wir werden tatsächlich alle Kriegsziele erreichen.»

Nachdem die Hamas gestern die sterblichen Überreste von Inbar Hayman, 27, und Muhammad el-Atrash, 39, s’’l, an Israel zurückgegeben hat, sieht sie ihren Teil des Waffenstillstands-Vertrages als erfüllt an. Weil sich noch weitere 19 tote Geiseln in der Hand der Hamas befinden, ist das nicht der Fall. Die Hamas behauptet, keinen Zugang zu weiteren toten Geiseln zu haben, die sich möglicherweise entweder unter eingestürzten Häusern oder in verschütteten Tunnels befinden. Um sie zu bergen, wären eine spezielle Ausrüstung und spezielle Einheiten erforderlich, über die sie nicht verfügen. In Abstimmung mit den USA und anderen Mediatoren der ersten Phase hat Israel, wie heute offiziell bekannt wurde, Informationen der Geheimdienste über die wahrscheinlichen Fundorte der toten Geiseln geteilt.

Israel hat heute die Leichen von 30 Palästinensern nach Gaza zurückgebracht. Im Waffenstillstandsvertrag wurde festgelegt, dass pro freigelassener lebender Geisel 15 tote Palästinenser zurückgegeben werden. Israel hat damit auch diesen Teil des Vertrags erfüllt.

„Hoppal!“ Hamasnik zerreisst den Vertrag @ Guy Morad, Facebook

Einerseits hat Trump vollmundig erklärt, er könne Israel jederzeit ‘erlauben’ (sic!), den Krieg wieder aufzunehmen. Andererseits kommen von seinen Beratern aber sehr seltsam anmutende Aussagen. «Derzeit haben wir einen Mechanismus eingerichtet, bei dem wir eng mit Vermittlern zusammenarbeiten, um unser Bestes zu tun, um so viele Leichen wie möglich zu bergen. Wir geben den Vermittlern weiterhin die Informationen, die die Israelis über den möglichen Aufenthaltsort der Leichen haben, und wir arbeiten weiterhin in gutem Glauben, bis wir diesen Mechanismus ausgeschöpft haben.» Fast schon entschuldigend klingen die Worte eines zweiten Beraters. Er erklärt, die Hamas habe erst nach Beginn der Waffenruhe mit der Suche beginnen können. Vorher sei das unmöglich gewesen, nachdem Gaza bis dahin ein aktives Kriegsgebiet gewesen sei. «Die Hamas hat das Richtige getan, als sie alle 20 lebenden Geiseln gleichzeitig freigelassen hat. Das war ein grosser Moment.» In diesem Zusammenhang scheint es auch fragwürdig, dass die Mediatoren die USA bitten, Druck auf Israel auszuüben, zur Phase zwei der Verhandlungen überzugehen, ohne dass Phase eins erfüllt ist.

Das Forum für Geiseln und Vermisste forderte heute die Regierung eindringlich auf, alle Vereinbarungen im Zusammenhang mit der Waffenruhe zu stoppen, bis alle toten Geiseln an Israel zurückgegeben wurden. Ein ähnlicher Aufruf ging auch an Generalstabschef Eyal Zamir.

Das Nasser Spital in Khan Younis berichtete, dass heute am frühen Morgen ein Palästinenser durch einen Drohnenangriff der IAF getötet wurde. Bisher gab es noch keinen Kommentar von der IDF. Eine Stunde später erklärte die IDF, dass es ihrerseits keinen Drohnenangriff gegeben hat. Der Palästinenser, der gestern beim Überqueren der gelben Linie von der IDF angeschossen wurde, erlag heute seiner Verletzung

Die Familie eines ehemaligen PA-Geheimdienst-Offiziers, seine Frau Olfat Abu Ajwa, sowie deren zwei minderjährige Söhne, Zaid Abu Ajwa und Youssef Abu Ajwa wurden gestern durch eine Panzer-Abwehr-Rakete der Hamas in ihrem Haus getötet. Über das Schicksal des Mannes ist nichts bekannt. Er war angeblich vor der gewaltsamen Machtübernahme des Gazastreifens durch die Hamas im Jahr 2007 ein hochrangiges Mitglied des PA-Geheimdienstes. Das spiegelt die Ideologie der Hamas, jede Gelegenheit zum Morden zu nutzen.

Die Houthi-Terrororganisation gab heute bekannt, dass ihr ranghöchster Anführer, Muhammad al-Ghamari, der bei einem Angriff der IAF im August schwer verletzt wurde, gestern gestorben ist.



Kategorien:Israel, Religion

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