26. Tishri 5786
Die Hamas hat in der Nacht die sterblichen Überreste von Eliyahu Margalit, 75, s’’l, aus dem Kibbutz Nir Oz an Israel zurückgegeben. Margalit, in Nir Oz bekannt unter seinem Spitznamen ‘Churchill’, wurde während des Massakers vom 7. Oktober 2023 ermordet, seine Leiche wurde nach Gaza verschleppt. Seine Tochter, Nili Margalit, 40, wurde ebenfalls nach Gaza verschleppt und im November 2023 freigelassen. Derzeit befinden sich noch weitere 18 tote Geiseln in der Gewalt der Hamas.
Israel gab vereinbarungsgemäss 15 weitere tote palästinensische Gefangene an die Hamas zurück.
Rom Braslavski, der zu Beginn der Woche von der Hamas freigelassen wurde, hat unmittelbar nach seiner Freilassung einen Wunsch geäussert. Er wolle den Himmel sehen, ein Wunsch, der umso verständlicher ist, wenn man weiss, dass er fast zwei Jahre ohne Tageslicht eingesperrt wurde. Tageslicht, Nachthimmel, Sonne, das war sein sehnsüchtigster Wunsch. In den sozialen Medien lasen viele Menschen rund um den Globus den Aufruf seines Cousins und schickten Bilder, die sie Rom widmeten und ihm die besten Genesungswünsche schickten.
Alon Ohel, ebenfalls zu Beginn der Woche aus der Geiselhaft freigelassen, gilt als hervorragender Pianist. Seine Mutter erzählte, dass er noch im Krankenhaus zurück ans Klavier gekehrt ist. «Es ist so gut, wieder seine Musik zu hören und zu spüren, dass er in den letzten Monaten nicht gebrochen wurde.» Seine Familie hatte während der vergangenen Wochen und Monate eine grosse Zahl von Klavieren weltweit gespendet, um auf sein Schicksal aufmerksam zu machen. Durch Schrapnell-Splitter wurde das rechte Auge des jungen Pianisten schwer verletzt und nicht behandelt. Noch ist nicht klar, ob seine Sehkraft durch entsprechende Therapien wieder hergestellt werden kann.
Das Büro des PM gab bekannt, dass der Rafah Grenzübergang bis auf Weiteres geschlossen bleibt. Diese Massnahme gilt, solange die Hamas nicht ihrer Verpflichtung nachkommt, alle toten Geiseln an Israel zurückzugeben. Die Öffnung des Grenzübergangs war für Montag geplant, wie die palästinensische Vertretung in Ägypten erklärt hatte.
US-Vizepräsident JD Vance wird am Montag nach Israel kommen. Ziel seines Besuches ist der ‘Fortschritt’ der zweiten Phase der Verhandlungen. In dieser Phase soll die Entwaffnung der Hamas stattfinden. Auch die Installation einer alternativen Regierung im Gazastreifen soll umgesetzt werden. Warum der Besuch zu diesem Zeitpunkt stattfindet, ist unklar. Es muss auch Trump und Vance bewusst sein, dass die zweite Phase erst nach völliger Umsetzung und Erfüllung der ersten Phase beginnen wird. Und davon ist man derzeit so weit entfernt, dass es völlig unklar ist, ob sie überhaupt jemals beginnen wird.
In einem Statement aus dem Büro des PM heisst es heute: «Die Hamas muss in der ersten Phase alle lebenden und toten Geiseln freilassen. Das ist nicht geschehen. Die Hamas weiss ganz genau, wo sich die toten Geiseln befinden. Die Hamas muss ihre Waffen abgeben. Ohne Wenn und Aber. Das haben sie nicht. Die Hamas muss sich an den 20-Punkte-Plan halten. Ihnen läuft die Zeit davon.» Es muss aber betont werden, dass das Abkommen, welches Israel unterschrieben hat, nicht von einer Entwaffnung der Hamas in der ersten Phase spricht.
Die ‘United Kingdom Maritime Trade Operations (UKMTO)’ gab bekannt, dass sie Informationen von einem erneuten Zwischenfall mit den Houthi-Terroristen erhalten haben. Etwa 214 km östlich von Aden sei ein Frachtschiff mit einer Rakete beschossen worden. Auf dem Schiff wurde ein Feuer ausgelöst. Genauere Angaben sind noch nicht bekannt. Die Houthi-Terroristen erklärten, nichts mit den Explosionen auf einem unter Flagge von Kamerun segelnden Gas-Frachtschiffs zu tun zu haben.
Die von der Hamas geführte Zivil-Verteidigungs-Agentur beklagte, dass die IDF gestern neun Personen getötet habe, die in einem Bus über die gelbe Grenze fuhren. Angeblich seien die Fahrgäste binnenvertriebene Palästinenser gewesen, die in der Nähe von Zeitun, einem Vorort von Gaza City, innerhalb der gelben Grenze, unterwegs waren. Die IDF untersucht den Vorfall.
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