23. Cheschwan 5786


Gestern durfte Meny Godard, 73, s’’l, nach 770 Tagen aus Gaza nach Israel zurückkommen. Meny wurde am 7. Oktober 2023 von Terroristen des Palästinensisch-Islamischen-Djihad in seinem Heimatkibbutz Be’eri ermordet und nach Gaza verschleppt. Seine Frau Ayelet, 63, s’’l, wurde ebenfalls ermordet, ihre sterblichen Überreste wurden jedoch zurückgelassen. Das Paar hinterlässt vier Kinder, sieben Enkelkinder und zahlreiche Geschwister. Im März hatten Mitglieder der IDF in der Nähe von Rafah Gegenstände gefunden, die Meny zugeordnet werden konnten.

Weiterhin in Gaza befinden sich die toten Geiseln Mast. Sgt. Ran Gvili, Dror Or und Sudthisak Rinthalak, s’’l.

Die IDF erklärte ein Gebiet zur geschlossenen Militärzone, bevor Hunderte von Erntehelfern kommen konnten, um den Palästinensern bei der Olivenernte zu helfen. Es handelt sich um ein Gebiet in der Nähe von Burin bei Nablus. Bei den Helfern handelt es sich u.a. um Mitglieder von ‘Peace Now’, ‘Rabbis for Human Rights’ und ‘Breaking the silence». Die Aktivisten der eher linken NGOs reisten mit sieben Bussen an, wurden an verschiedenen Militärkontrollpunkten gestoppt und an der Weiterfahrt gehindert. Auch die Palästinenser durften ihre eigenen Olivenhaine nicht betreten. MK Gilad Kariv, der sich in einem der Busse befand, erklärte einem Polizisten: «Das Anhalten der Busse erfolgte willkürlich und mit dem klaren Ziel, legitime politische Aktionen zu verhindern. Deshalb möchte ich klarstellen: Der Kommandant der Polizeistation in Ariel weigert sich, das Genehmigungsschreiben der Armee vorzulegen, das ihn zu dieser Entscheidung berechtigt.» Von der IDF gab es bisher noch keine Kommentare.
Schwere Baufahrzeuge sollen helfen, die beiden IDF-Aussenposten Metzuda und Keter Hermon wintersicher zu machen. Bis vor einem Jahr lagen sie auf der von Syrien kontrollierten Seite des Hermon und wurden von Assad-treuen Truppen gehalten. Dann fiel Assad und Ahmed al-Sharaa übernahm als neuer Präsident das kriegsgeschüttelte Land. Frieden hat er dem Land bisher noch nicht gebracht. Es gab Kämpfe der Kurden, mit Hilfe der USA, die islamischen Milizen zu vertreiben und es gab Kämpfe der Türkei gegen die Kurden. Es gab Angriffe islamischer Syrer gegen die Drusen. Israel kam zu Hilfe und wurde prompt kritisiert, sich in innere Angelegenheiten eines autonomen Staates einzumischen. Israel öffnete die Grenzen und liess zahlreiche drusische Würdenträger nach Israel einreisen, um sich mit Verwandten zu treffen. Es gab geheime Treffen zwischen den beiden Staaten, doch erreicht wurde noch nichts. Ein neues Waffenstillstandsabkommen ist noch nicht in Sicht. Jetzt war al-Sharaa zu Besuch bei Trump und betonte, dass Israel sich wieder auf seine Seite des Golan zurückziehen muss. Vorher gebe es keine direkten Gespräche. Sollte Trump Netanyahu dazu zwingen, würde das keinen positiven Effekt zeigen. So wie in Gaza, wo die Waffenruhe sehr fragil ist und die Hamas immer noch weite Teile des Gebietes kontrolliert. Oder im Libanon, wo die Lage droht, in Kürze erneut zu eskalieren.
Kobi Michael, nationaler Sicherheitsforscher stellt eine bedrückende These auf: «Die Hamas versucht, neue Vereinbarungen in die bestehenden Vereinbarungen zu implementieren. Das muss Israel dringend ablehnen.» Oben streiten die Teams um Abläufe und Grenzziehungen. Das sind herausfordernde Gespräche. Die echten Herausforderungen finden jedoch tief unter Rafah statt. In den Tunnelsystemen, in denen sich 100 bis 200 Terroristen aufhalten und darauf warten, welches Schicksal ihnen bevorsteht.Für Trump ein logistisches und taktisches Problem, für Netanyahu eine rote Linie. Hier wird sich die Belastbarkeit der Waffenruhe zeigen: Können die Hamas-Terroristen entwaffnet werden, wie es in der zweiten Phase des Trump-Plans vorgesehen ist, oder kommt man erst gar nicht so weit? Wie lange kann Trump die Türkei und Katar bei Laune halten? Wie stark kann der Druck auf Israel ausgeübt werden, um eine Entscheidung zu treffen? «Die Frage der Hamas-Kämpfer wird gelöst werden, und diese Entscheidung sollte auf der Grundlage dessen getroffen werden, was am effektivsten ist, um den Erfolg des Abkommens sicherzustellen.» Israel ist aber erst dann bereit, über eine Entscheidung nachzudenken, wenn alle toten Geiseln zurückgegeben wurden. Noch befinden sich drei von ihnen in Gaza. Offen bleibt die Frage, warum die Terroristen östlich der ‘Gelben Linie’ zurückblieben.
Netanyahu und seine Kumpane in der Regierung wollen um jeden Preis die staatliche Untersuchungskommission zu den Vorfällen um den 7. Oktober 2023 verhindern. Zwar ermächtigt ein Gesetz die Regierung, eine solche einzurichten, verpflichtet sie jedoch nicht. Sie empfinden nicht die leiseste Ahnung von Verantwortungsbewusstsein der Öffentlichkeit gegenüber, die eine Aufklärung mittlerweile vehement fordert. Sie haben schon alle für schuldig erklärt: Die Demonstranten, die Medien und den OGH. Am Montag gab Netanyahu in der Knesset in einer Rede, die zwischen Wut und Spott schwankte, bekannt, dass die breite Mehrheit der Öffentlichkeit einer solchen Kommission nicht vertrauen würde. Diese Kommission sei eine Forderung der Opposition, die immer versuche, ihm einen politischen Knüppel zwischen die Beine zu werfen. Dabei stimmten bei einer Umfrage im Oktober 74 % der Befragten der Bildung einer solchen Kommission zu.




Oded Yedaya, Künstler und politischer Aktivist wurde von einem Stein am Kopf getroffen. Nein, es war kein Araber, der ihn absichtlich schwer am Kopf verletzte, es war ein jüdischer Siedler-Terrorist. «Wenn der Stein ihn nur ein wenig höher oder von hinten getroffen hätte, hätte er ihn getötet», sagt seine Frau Ronit. Yedaya ist überzeugt, dass der Angreifer ihn töten oder zumindest schwer verletzen wollte. «Der erste Stein traf mich am Gesäss, aber dann warf er erneut, sah, dass er mich getroffen hatte, und rannte davon. Er trug eine Kapuze, daher weiss ich nicht, wer er war. Aber ja – definitiv – der Moment, in dem Siedler versuchen, Juden zu töten, ist vielleicht gekommen. Wir sagen schon seit langem, dass es dazu kommen würde.» Yedaya wurde von einem palästinensischen Auto zu einer Klinik gebracht. An den Gesichtern sah er, wie schwer er verletzt war, er selbst wusste es zu dem Zeitpunkt noch nicht. Er verlor viel Blut, erst nachdem er genäht worden war, konnte die Blutung gestoppt werden. Als es zu dem Vorfall kam, hatte er sich von der Gruppe der anderen Demonstranten entfernt, er hoffte auf gute Bilder. Heute ist er sicher, er konnte nur deshalb so präzise getroffen werden, weil er alleine stand. Früher beim Militär unterstand er Yonathan Netanyahu, Benjamin N. war während der Zeit im Militär sein guter Freund. Jetzt stehen sie auf verschiedenen Seiten. Seit vielen Jahren ist er politischer Aktivist in Judäa und Samaria und versucht, jede Demonstration zu dokumentieren. Diese Verletzung ist wohl seine bisher schwerste, aber nicht die erste. Siedler haben ihn schon einmal mit gezielten Stockschlägen angegriffen und mehrfach seine Kamera zerstört. Diesmal kamen die Siedler-Terroristen aus einem Aussenposten mit Namen ‘Mavaser Shalom – Herold des Friedens’. Yedaya erzählt: «Die Lage hat sich in den letzten Jahren stark verschlechtert. Die Zahl der Aussenposten ist gewachsen, und die Siedler haben praktisch die Erlaubnis erhalten, Gewalt anzuwenden; die Armee greift immer seltener ein. Sie haben Geländefahrzeuge und können jedes palästinensische Haus betreten. Sie wollen die Palästinenser vertreiben und ihr Land einnehmen. Sie nehmen vor allem kleine Dörfer ins Visier und zwingen die Bewohner zur Flucht. Sie wollen, dass ganz Beita und alle Olivenhaine ihnen gehören, weil sie glauben, dass „Gott sie uns gegeben hat“. Sie glauben, dass sie das Recht haben, zu schlagen und zu töten. Dieses Mal sind sie ihrem Ziel sehr nahegekommen.»
Oded sieht keine gute Zukunft für ein friedliches Miteinander: «Die Palästinenser haben sich mit der Existenz des Staates Israel abgefunden. Ich spreche hier vor allem vom Westjordanland. Gaza muss zusammen mit dem Westjordanland gelöst werden. Es gibt einen Prozess der Einigung – die Frage ist nur, in welche Richtung er geht. Ich bin nicht naiv; niemand kann garantieren, dass es an einem bestimmten Tag keine Terroranschläge geben wird. Aber wenn wir uns nicht in diese Richtung bewegen, werden wir nur einen weiteren 7. Oktober erleben. Alle Siedlungen müssen entfernt werden, mit Ausnahme der Blöcke, die bereits von Olmert und der Genfer Initiative vereinbart wurden. Und die Verbrechen müssen aufhören. Wir begehen Verbrechen, über denen schwarze Fahnen wehen» Das Gespräch führte Naama Rina vom Haaretz


Nicht nur in Europa steht ein erster Kälteeinbruch bevor. Auch in Israel gab es den ersten Schnee auf dem Hermon. Im südlichen Ashkelon und Ashdod wurden die Strassen überflutet. Durch den Sturm im ganzen Land wurden zahlreiche Stromversorgungen unterbrochen. Das stürmische Wetter soll heute während des ganzen Tages weitergehen und morgen am Morgen ausklingen.
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