Die erste Phase der Waffenruhe – Tag 45

4. Kislew 5786

Die sterblichen Überreste einer Geisel wurden offenbar in Nuseirat geborgen. Um welche der drei noch in Gaza festgehaltenen toten Geiseln es sich handelt, wurde noch nicht bekannt. Offenbar wurde sie vom Palästinensisch-Islamischen Djihad festgehalten. Wann die Rückführung nach Israel stattfinden soll, ist ebenfalls nicht bekannt.

VM Israel Katz ist erneut unzufrieden mit den Entscheidungen von Generalstabschef Eyal Zamir. Er hat den Rechnungsprüfer des Verteidigungsministeriums, Brigadegeneral a.D. Yair Volansky, angewiesen, die Ergebnisse eines externen Gremiums ehemaliger hochrangiger Offiziere, das die Untersuchungen der israelischen Streitkräfte vom 7. Oktober geprüft hat, erneut gründlich zu prüfen und neu zu bewerten. Darüberhinaus solle er auch klären, «ob zusätzliche Untersuchungen in Bereichen erforderlich sind, die die IDF bisher nicht untersucht hat … sowie die Untersuchungen abzuschliessen, die der Ausschuss rot markiert und als nicht ordnungsgemäss und gründlich durchgeführt eingestuft hat», so Katz in einer Erklärung. Der Bericht enthalte mehrere, bisher nicht untersuchte Themen, wie die «Behandlung von Geheimdienstberichten durch die IDF seit 2018, in denen die Absicht der Hamas dargelegt wurde, einen gross angelegten Angriff auf Israel zu starten, bekannt als „Jericho’s Walls.» Volansky hat jetzt 30 Tage, seine Ergebnisse vorzulegen.

Benny Gantz betont seine volle Unterstützung für die Entscheidungen von Generalstabschef Eyal Zamir. «Ich möchte Stabschef Generalleutnant Eyal Zamir unterstützen, der den Kommandeuren persönliche Verantwortung auferlegt und von ihnen eingefordert hat. Das ist die Aufgabe des Stabschefs», sagt Gantz vor einer Fraktionssitzung. «Ich bin mir sicher, dass es für Eyal nicht leicht war, seine langjährigen Waffenbrüder zur Rechenschaft zu ziehen und Sanktionen zu verhängen, aber das ist für die IDF und für das Land notwendig», betonte Gantz, selbst ehemaliger Stabschef.

Oppositionsführer Yair Lapid legt erschreckende Zahlen auf den Tisch. Seit die jetzige Regierung am Ruder ist, ist die Zahl der ermordeten Frauen um 74 % (!) gestiegen. Von den Mordopfern ist der grösste Teil jüdisch. «Ich spreche das nicht an, weil die Ermordung einer arabischen Frau weniger schrecklich ist, als die einer jüdischen Frau, sondern aufgrund der Tatsache, dass Ben-Gvir uns weismachen will, dass Gewalt und Mord ein ‚arabisches Problem‘ sind und warum sollte es uns interessieren, wenn Araber sich gegenseitig umbringen.» Lapid betont, dass das nicht nur purer Rassismus ist, sondern auch eine Lüge. «Die meisten weiblichen Mordopfer sind Jüdinnen. Die meisten Menschen, die durch Schutzgelderpressung zu Schaden kommen, sind Juden. Die meisten Opfer von Eigentumsdelikten sind Juden. Und natürlich ist die überwiegende Mehrheit der Terroropfer Juden», erklärt Lapid. Dann greift er Ben-Gvir ad hominem an:

«Anstatt sich am Tatort des gestrigen Anti-LGBT-Hass-Messerangriffs in Beersheba oder der Schiesserei in der Nähe der Universität Tel Aviv zu zeigen, fuhr Ben-Gvir nach Lakiya im Negev, um sich mit dem Vorsitzenden des Gemeinderats zu streiten, damit er ein Video von sich selbst haben konnte, wie er mit Arabern diskutiert», behauptet Lapid. «Das ist alles, was er kann: sich mit Arabern streiten und filmen. Es gab noch nie einen solchen Versager wie Ben-Gvir in der Geschichte des Landes. Das passiert, wenn man einen Kriminellen mit 53 Anklagen und acht Verurteilungen, der nie eine Minute in der Armee gedient hat, zum Minister für innere Sicherheit macht», sagt Lapid. «Dann haben die Bürger Israels keine Sicherheit, es gibt nur Videos von Ben Gvir, wie er mit Arabern kämpft.»

Der Rohbau eines 36 Stockwerke hohen Gebäudes bei der Einfahrt nach Jerusalem scheint eine besondere Anziehungskraft auf adrenalin-geile Teenager zu haben. Erst vor wenigen Wochen stürzte bei der Grossdemo haredischer Männer gegen den Militärdienst ein Jugendlicher zu Tode. Heute am frühen Morgen wurde ein 15 Jahre alter Junge entdeckt, der auf der schmalen ‘Plattform’ oberhalb des Lasthakens kauerte. Wie und wann er dorthin gekommen ist, ist noch unklar. Mit einer sehr schwierigen Rettungsaktion, bei der ein perfektes Zusammenspiel zwischen menschlicher Präzision und technischem Knowhow notwendig war, konnte er aus seiner misslichen Lage befreit werden. Ein Selbstmordversuch wurde ausgeschlossen.

Oppositionsführer Yair Lapid erklärte gegenüber Wirtschaftsfachleuten, dass es unter der unfähigen Regierung von Netanyahu keine funktionierende Wirtschaft in Israel geben wird. «Es gibt hier keine Regierung im technischen Sinne – ein funktionierendes, arbeitendes Gremium mit Managementfähigkeiten und einer wirtschaftlichen Vision, das sich um das Leben der Bürger kümmert. Das vorausschauend handelt. Ich möchte Ihnen sagen, welche Art von Regierung ich hier etablieren möchte – eine Regierung mit 18 Ministern. Ohne Koalitionsgelder. Eine Regierung, die ohne zu zögern sagt: Wer sich nicht bei der IDF meldet und dann zur Arbeit geht, erhält keinen einzigen Schekel vom Staat.» Derzeit umfasst die Regierung unglaubliche 30 Ministerien!

Wo ist die Untersuchungskommission?????

Umweltministerin Idit Silman und Kommunikationsminister Shlomo Karhi, beide Likud, werden dem von Netanyahu zusammengewürfelten Team zur Untersuchung der Vorfälle und des Versagens rund um den 7. Oktober beitreten. Netanyahu weigert sich bis heute, eine neutrale ‘staatliche Untersuchungskommission’ einzusetzen. Das von ihm gebildete Gremium besteht ausschliesslich aus Regierungsmitgliedern, die bereits am 7. Oktober im Amt waren, also nicht neutral sein können. Was auch immer sie untersuchen, es werden keine rechtsrelevanten Ergebnisse dabei herauskommen, es ist einfach nur lächerlich

Die IDF rechnet damit, dass die Hisbollah nach der gestrigen Tötung von Haythamn Ali Tabatabai einen Racheakt vorbereitet. Die Luftwaffe hat die Luftabwehrmechanismen im Norden aufgestockt, um eventuelle Angriffe der Hisbollah abwehren zu können. Derzeit gibt es aber noch keine konkreten Hinweise auf verstärkte Angriffspläne der vom Iran unterstützten Terror-Organisation.

Erneut wurden drei Palästinenser von der IDF eliminiert, als sie in den östlichen Gazastreifen eindrangen und eine Bedrohung für die DF darstellten. Ein Vorfall fand im östlichen Gebiet von Gaza-City statt, der zweite im südlichen Khan Younis.

Die Zahl der immer noch in den Tunnelsystemen unter der Stadt Rafah eingesperrten Terroristen dürfte nach Vermutungen der IDF weitaus geringer sein als die bisher angenommenen 200. Einige der Terroristen sind wahrscheinlich während der Sprengungen der Tunnel durch die IDF zum Opfer gefallen. Andere sind eliminiert worden, als sie die Tunnel verliessen, sei es, um nach Nahrung zu suchen, oder um zu versuchen, in den von der Hamas kontrollierten Teil des Gazastreifens zu fliehen. Andere dürften verhungert sein. Die IDF wird weiterhin noch nicht zerstörte Tunnel aufspüren und zu zerstören.



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