Die erste Phase der Waffenruhe – Tag 50

9. KIslew 5786

Die Videoaufnahme des iranischen TV-Senders SNN.TV zeigen einen präzisen Angriff der IDF auf einen Militärposten. Der Zeitstempel am Ende des Videos steht am12.06.2025 um 03:32. Es muss sich bei dem Angriff also um einen der ersten des 12-Tage-Krieges gehandelt haben.

Bei einem Angriff auf das Dorf Khalayel al-Loz, südlich von Bethlehem in Judäa wurden heute Vormittag zehn Palästinenser verletzt. Drei von ihnen erlitten Blutergüsse, nachdem sie geschlagen wurden. Eine junge Frau wurde durch einen Schuss an der Hüfte verletzt. Das Video zeigt die in weisse Shirts und Kippot gekleideten jüdischen Siedler-Terroristen, wie sie von einem Hügel aus das Dorf angreifen. Und natürlich wieder einmal an einem Shabbat! Das Militär erklärte das Gebiet zur ‘geschlossenen Militärzone’, wodurch die Bewegungsfreiheit der Palästinenser dort stark eingeschränkt wird.

Als ob wir mit den ‘Abraham Accords’ nicht schon ein gutes Beispiel für ein völlig überflüssiges Abkommen am Hals hätten! Der argentinische Präsident Javier Milei hat formell die ‘Isaac Accords’ kreiert, die die politische, wirtschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit zwischen Südamerika und Israel stärken sollen. Selbstverständlich unter der Schirmherrschaft der USA. Das gab er bei einem Treffen mit dem israelischen Aussenminister Gideon Sa’aar in Buenos Aires bekannt. Sa’ar befindet sich derzeit auf einer Good-Will-Tour in der Region, um die diplomatischen Beziehungen, wo es notwendig ist, zu konsolidieren. Sa’ar lobte im Anschluss an das Treffen den argentinischen Präsidenten, den er als ‘doppeltes Wunder, für Argentinien und für Israel bezeichnete’. Die Frage ist, was unsere unfähige Regierung für Argentinien beitragen kann. Sa’ar begann das Treffen mit dem Segen ‘Shehecheyanu’ der anlässlich von besonderen Anlässen oder Feiertagen gesprochen wird. Milei kündigte an, die argentinische Botschaft im Laufe des Frühjahrs nach Jerusalem verlegen zu wollen.

Die IDF hat heute zwei Kinder, Juma, 11, und Fadi, 8, beide Söhne der Abu Asi Familie, die die ‘Gelbe Linie’ überquert hatten, als Bedrohung identifiziert und erschossen. Die Kinder hätten, so in einer ersten Stellungnahme der IDF, verdächtige Aktivitäten ausgeführt und sich den Soldaten so genähert, dass sie von einer Bedrohung ausgingen.  Was die Kinder tatsächlich machten, war Feuerholz für ihren verletzten Vater zu sammeln. Der Vorfall wird untersucht werden, zwei Kinder entsprechen in der Regel nicht den Verdächtigen, auch wenn es leider immer wieder Fälle gab, in denen Kinder als Waffe gegen die IDF eingesetzt wurden. Dieser Vorfall tut mir furchtbar leid, es darf nicht passieren, dass unschuldige Kinder umgebracht werden. An einer anderen Stelle wurden drei weiter Personen nach dem Überqueren der Gelben Linie erschossen.                                                                                                                                                                                                                                        

Der Kaktus des Tages geht an die Hisbollah, die den Besuch von Papst Leon VXI in Beirut, wo er morgen Nachmittag eintreffen soll, dazu nutzt, ihn mit einem Brief zu drängen, die ‘israelische Aggression’ gegen sie zu verurteilen. Sie benutzten dabei ihren üblichen Grussformeln, mit denen sie normalerweise Allah loben: «Im Namen Gottes, des gütigsten, des gnädigsten, Eure Heiligkeit, Papst Leo VXI, mit allem Respekt, Grüsse und Friede mit Ihnen.» Um dann im typisch muslimischen Tonfall viel zu schreiben und nichts zu sagen:

« (…) Die Tragödie, die sich in den letzten zwei Jahren in Gaza abgespielt hat – und die noch immer andauert –, ist das Ergebnis der Tatsache, dass die zionistischen Besatzer dem palästinensischen Volk seine Rechte auf sein Land, seine Heimat und seine Selbstbestimmung genommen haben, sowie des Versagens des internationalen Systems, Gerechtigkeit als Grundlage für die Lösung des langjährigen Konflikts zwischen einem indigenen Volk und einer Besatzungsmacht zu akzeptieren. In ähnlicher Weise spiegelt das Leiden des libanesischen Volkes – verursacht durch die zionistische Besetzung von Teilen unseres Landes und die anhaltenden Aggressionen und Bedrohungen unserer Sicherheit und Stabilität – die Ambitionen des Feindes wider, unsere Gewässer, unser Land und unsere Gasvorkommen zu kontrollieren und uns unbegrenzt politische, sicherheitspolitische und expansionistische Bedingungen aufzuzwingen.

(…) Wir von der Hisbollah nutzen die Gelegenheit Ihres gesegneten Besuchs, um unser Bekenntnis zu gemeinsamer Koexistenz, konsensualer Demokratie, innerer Sicherheit und Stabilität sowie zum Schutz der nationalen Souveränität zu bekräftigen.

(…) Wenn unsere religiöse Überzeugung bekräftigt, dass die Anhänger Jesu Christi – Friede sei mit ihm – Botschafter der Liebe, Gerechtigkeit und Menschenwürde sind, dann vertrauen wir auf Ihre prinzipielle Haltung, die Unterdrückung und Aggression abzulehnen, die den Libanon durch die zionistischen Invasoren und ihre Unterstützer erleidet.»

Um es richtig zu verstehen: diese Botschaft der Terror-Organisation an den Papst ist nichts anderes als eine Manipulation mit absolut heuchlerischen, Tatsachen verdrehenden Aussagen. Einerseits ist es die klassische Opfer-Täter-Umkehr, denn sowohl in Gaza als auch im Libanon wurde der Krieg nicht von Israel begonnen. Auch ist es nicht Israel, das immer wieder die Waffenruhe in Gaza, resp. den Waffenstillstand im Libanon bricht. Nein, es sind die Terroristen der Hamas und der Hisbollah, was natürlich zu israelischen Gegenschlägen führt. Was den Besuch des Papstes morgen im Libanon und vor allem die geplanten Massenveranstaltungen betrifft, so hoffe ich, dass niemand die Nerven verliert und die Sicherheit des Papstes gefährdet. Zum anderen verstehe ich nicht, warum er nicht gleichzeitig den Besuch genutzt hätte, um auch nach Israel zu reisen.



Kategorien:Israel, Politik

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