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Jedes Jahr am Abend des 24. Kislew beginnen wir das achttägige Chanukka-Fest. Heuer ist dieser Tag der 14. Dezember 2025.
Nach dem Tod von Alexander dem Grossen (356-323 BCE) zerfiel das griechische Reich. In Syrien herrschte die Dynastie der Seleukiden. Von 222 bis 186 BCE regierte König Antiochus III das Land. Israel gehörte damals zu Ägypten, wurde jedoch nach einem erfolgreichen Krieg gegen den dort herrschenden König Ptolemaios annektiert. Zunächst ging alles gut. Doch dann wurde Antiochus von den Römern besiegt und zur Abgabe hoher Steuern verpflichtet. Er zwang die Juden diese Steuern für ihn zu übernehmen. Sein Sohn Seleceus setzte nach seinem Tod im Jahr 186 BCE die Unterdrückung der Juden fort und verstärkte sie noch.
Gleichzeitig begann eine dem ‘Hellenismus’ anhängende Gruppe, das Judentum von innen heraus zu gefährden. Sie fielen sowohl vom Glauben, als auch von alten Traditionen ab. Jochanan, der Oberpriester, widersetzte sich diesen Bestrebungen nach besten Kräften. Als der syrische Schatzmeister Helidoros versuchte, die Schatzkammer des Tempels zu plündern traf ihn die strafende göttliche Hand. Er versank in einer tiefer Ohnmacht. Als er wieder erwachte, floh er voller Angst.
Nach der Ermordung von Seleceus übernahm sein Bruder, der grausame Antiochus IV die Herrschaft. Er wollte den Juden ihre Identität nehmen und verbot die Lehre der Torah. Der Oberpriester Jochanan wurde aus dem Amt getrieben und durch seinen Bruder Jehoshua ersetzt, der ein treuer Anhänger der Hellenisten war und die Priester im Tempel so manipulierte, dass sie die Lehre und Tradition der Hellenisten verbreiteten. Jochanan versuchte, wieder mehr Einfluss zu erlangen, wurde aber Opfer eines Meuchelmordes.
Antiochus IV führte Krieg gegen Ägypten, bis die Römer befahlen, den Krieg einzustellen. Er gab den Befehl, gegen die jüdische Bevölkerung vorzugehen, Tausende wurden dabei getötet. Alles, was das Judentum ausmachte, die Religion, die Kultur, die Speisegesetze, wurde verboten. Wer sich dem widersetzte, wurde ermordet. Wer fliehen konnte, versteckte sich in den Hügeln Judäas, doch auch dort war niemand vor den Schlächtern der Syrer sicher.
In Modi’in lebte Matitjahu, der von den syrischen Truppen gezwungen werden sollte, den griechischen Göttern zu opfern. Er weigerte sich nicht nur, sondern er tötete, gemeinsam mit seinen Söhnen zahlreiche Angreifer. Sie zerstörten die Altäre, die sie auf Anweisung von Antiochus gebaut hatten und flohen ebenfalls in die judäische Wüste. Bevor Matitjahu starb, bestellte er seine Söhne Shimon, den Weisen, zum Ratgeber und Jehuda, den Starken, zum Anführer im Kampf zur Rettung der Torah.
Er hatte den Beinamen ‘Maccabi’, das Akronym für – מי כמוך באלים יהוה – mi kamocha ba’elim Adonai – Wer ist wie Du, oh Gott?
Antiochus entsandte Truppen, um die in seinen Augen Aufständischen zu besiegen. Doch die Angriffe blieben ohne Erfolg, die Maccabäer blieben nach vielen Schlachten siegreich. Sie zogen nach Jerusalem, um den Tempel, der von den Syrern verunreinigt worden war, zu reinigen. Sie bauten einen neuen Altar und aus einfachem Metall eine neue Menora, denn die alte, goldene, war gestohlen worden.
Das koschere Oel, das noch vom letzten integren Oberpriester stammte, reicht nur mehr für einen Tag. Doch es brannte so lange, nämlich acht Tage, bis das neue koschere Oel bereit war.
Daran erinnert unser heute beginnendes Chanukkafest.

Am Abend des 7. Dezember 2023 sassen sechs junge Menschen irgendwo in Gaza. In einem Keller oder in einem Tunnel, wir wissen es nicht.

Es waren Hersh Goldberg-Polin, 24, Eden Yerushalmi, 24, Ori Danino,25, Alex Lobanov, 33, Carmel Gat, 40, und Almong Sarusi, 27, s’’l.
Sie alle waren Opfer der Hamas-Terroristen. Sie wurden am 7. Oktober 2023 entweder beim Musik-Festival in Re’im oder aus dem Kibbutz Be’eri entführt.
Am ersten Abend des Chanukka-Festes in Gefangenschaft zündeten sie auf ihrer improvisierten Chanukkia die erste Kerze an. Die Chanukkia bestand aus umgedrehten Cafe-to-go Bechern, keine der Chanukka-Kerzen glich der anderen. Sie singen die altvertrauten Lieder und Segenssprüche, manchmal hört man zurückgehaltenes Schluchzen und dann eine Stimme: «An Chanukka darf man doch emotional sein, oder?»
Sie alle wurden kurz vor einem Befreiungsversuch durch die IDF Ende August von den Soldaten in einem Tunnel unter Rafah entdeckt. Sie konnten nur mehr tot geborgen werden. Die Terroristen hatten erkannt, dass das Versteck kurz vor der Entdeckung stand.
Das Filmmaterial wurde zu Propagandazwecken von der Hamas aufgenommen. Es wurde von der IDF sichergestellt und den Familien weitergeleitet. Insgesamt wurde stundenlanges Filmmaterial sichergestellt, das in den ersten Monaten nach dem Massaker vom 7. Oktober 2023 aufgenommen, aber nie veröffentlicht wurde.

Gestern Abend fanden sich einige Hundert Juden am am ‘Bondi Beach’ in Sydney ein, um die erste Kerze der Chanukkia anzuzünden. Die jüdische Gemeinde hatte für die Veranstaltung geworben. Jeder war herzlich eingeladen, zu kommen. Um 18:45 gingen die ersten Notrufe bei der Polizei ein. Was als fröhliche, friedliche Veranstaltung geplant war, wurde zum tödlichen Desaster.

Von einer kleinen Brücke aus, die den Strand mit dem Parkplatz verbindet, schiessen zwei schwarzgekleidete Terroristen mit Pumpguns und Zielfernrohren in die feiernde Menge.

Es dauert etwa zehn Minuten, bis die beiden Terroristen überwältigt werden konnten. Der Mann, der den Terroristen überwältigt und entwaffnet, wird identifiziert als Ahmed al Ahmed, 43, ein Mann, dem ein Obststand in Sydney gehört. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Bei seiner Rettungsaktion ist er selbst angeschossen worden und wurde noch in der Nacht im Krankenhaus operiert.
Einer der zwei Angreifer wurde von der Polizei neutralisiert, der zweite überlebte und befindet sich in Polizeigewahrsam. Mindestens zwölf Menschen verloren bei diesem Terror-Angriff ihr Leben, die Zahl der Verletzten liegt derzeit bei 29. Unter den Toten befindet sich auch der Chabad Rabbiner Eli Schlanger, s’’l, der für die Veranstaltung verantwortlich war.






Der Chef des australischen Geheimdienstes gab an, dass einer der beiden Terroristen zwar amtsbekannt gewesen sei, wurde aber nicht als Gefahr eingestuft.
Leider ist zur Zeitpunkt über die Hintergründe des Massakers noch nicht bekannt. Das Nachrichtenportal i24News meldete in einer Nachrichtensendung, dass möglicherweise der Iran hinter dem Terror-Anschlag steht und einer der beiden Terroristen ein Pakistani ist. In den online Zeitungen finden sich noch keine Hinweise.
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