8. Tewet 5786



Das Verteidigungsministerium hat das erste Hochleistungs-Laser-Abwehrsystem mit dem Namen ‘Iron Beam’ an die IDF übergeben. Es wird neben den bekannten und erprobten Systemen Iron Dome, David’s Sling und Arrow in das mehrschichtige Abwehrsystem Israel integriert werden.‘Iron Beam’ ist weltweit das erste System dieser Art, das zum Einsatz kommt. Es wird erwartet, dass damit nicht nur die Verteidigungsfähigkeit der IAF deutlich verbessert wird, sondern auch, dass die Kosten pro Abschuss stark reduziert werden. Entwickelt und produziert wurde das System beim israelischen Rüstungsunternehmen Raphael.


Ob es politisch von Bedeutung ist, oder nur ein kleines Ländchen mehr, das irgendwann die weitere Existenz der Abraham Accords rechtfertigen soll, wird sich weisen. Somaliland, in etwa der Fläche des ‘Horns von Afrika’ entsprechend, mit 3.5 Millionen Einwohnern auf 137.000 km2 ist international nicht anerkannt, verfügt aber über eigene Pässe, eine eigene Währung und eine eigene Armee. In der ‘Hauptstadt’ Hargeisen sah man vorgestern überall die Landesfahnen und die von Israel. Es war der grosse Tag für Präsident Abdirahman Mohamed Abdullahi. Als erster Staat anerkannte Israel sein Land, das es seit 1991 gibt. Abdullahi bezeichnet es als ‘historischen Moment’ und den Beginn einer ‘strategischen Partnerschaft’. Nicht alle waren glücklich mit der Anerkennung. Die Türkei giftete: «Diese Initiative Israels, die im Einklang mit seiner expansionistischen Politik steht, stellt eine offene Einmischung in die inneren Angelegenheiten Somalias dar», hiess es in einer Erklärung des Aussenministeriums. Die Afrikanische Union (AU) erklärte, Israels Schritt berge die Gefahr, «einen gefährlichen Präzedenzfall mit weitreichenden Auswirkungen auf den Frieden und die Stabilität auf dem gesamten Kontinent zu schaffen». Somaliland «bleibt ein integraler Bestandteil Somalias, eines Mitglieds der AU», sagte der Vorsitzende der panafrikanischen Organisation, Mahamoud Ali Youssouf. Was tatsächlich hinter der Unterschrift der beiden Politiker steht, wissen wir noch nicht. Somaliland könnte ein wichtiger regionaler Partner für Israel gegen die Houthis sein. Es könnte aber auch ein Gebiet für zwangsausgewiesene Gazaner werden. Eines ist sicher, Netanyahu ist kein Gutmensch, er tut alles, was ihm persönlich nützt. Nicht Israel.
UNIFIL beschwerte sich erneut darüber, dass eine ihrer Patrouillen in der Nähe der israelisch-libanesische Grenze durch Operationen der IDF gestört wurde. Während die UNIFIL eine Strassensperre in Bastarra, einem Dorf im Süden des Libanon kontrollierte, wurde sie von ‘schwerem Maschinengewehrfeuer’ aus einer IDF-Stellung südlich der ‘Blauen Linie’ unter Beschuss genommen. Zuvor hatte es eine Granatenexplosion gegeben. Es gab keine Verletzten, ein UNIFIL-Mitglied erlitt jedoch ein Knalltrauma. In der Nähe von Kfar Shouba, so berichtete UNIFIL, war Maschinengewehrfeuer zu hören. In den letzten Monaten war es immer wieder zu Zusammenstössen zwischen UNIFIL und IDF gekommen. Die IDF erklärte gegenüber ‘Army Radio’, dass es einen vermehrten Informationsaustausch zwischen Hisbollah und UNIFIL gebe. Die IDF entdeckte ausserdem ein offizielles UNIFIL-Dokument, in dem Israel als ‘der Feind’ bezeichnet wurde. Nachdem Israel eine Erklärung verlangt hatte, entschuldigte sich die UNIFIL laut ‘Army Radio’ für diese Formulierung und behauptete, sie habe «die Wortwahl der libanesischen Armee übernommen und vergessen, sie zu korrigieren». Das Mandat endet am 31.12., mit dem Abzug der Truppen wird ab diesem Tag begonnen. Mit dem Ende des Mandats verliert die Hisbollah ihre Schutzmacht, die es ihr erst überhaupt ermöglicht hat, im Süden des Libanons so stark zu werden und ohne Ende aufrüsten zu können.

Die vom Iran unterstützte Hackergruppe ‘Handala’ behauptet, das Handy des ehemaligen Stabschefs Netanyahus und designierten Botschafters in Grossbritannien, Tzachi Braverman, gehackt zu haben. Zu den bekannt gewordenen Daten sollen Kontakte mit Namen und Telefonnummern aus dem engsten Kreis um Netanyahu, inklusive von Sara N., gehören. Nur ein Dokument, welches Notfallmassnahmen während des ’12-Tage-Krieges’ beschreibt, dürfte von Bedeutung sein. Handala hingegen kündigte an, heute Informationen herausgeben zu wollen, die Verbindungen zwischen Braverman und Qatargate herstellen. Insbesonders soll Braverman in den Skandal um die Datenweitergabe an die Bild-Zeitung beteiligt gewesen sein (s. gestern). Alles nur eine KI-unterstützte Verunsicherungsaktion? Oder doch eine ernstzunehmende Bedrohung?
Netanyahu befindet sich auf dem Flug zu seinem fünften Treffen mit Trump, seit der im Januar seine zweite Amtszeit begann. Er wird gegen 14 Uhr in Florida landen. Das Programm ist diesmal sehr übersichtlich. Morgen wird er sich am frühen Nachmittag mit US-Vize Marco Rubio und gegen 15:30 mit Trump treffen. Am Dienstag hat er frei. Mittwoch gegen 10:30 empfängt er eine Gruppe evangelikaler Gruppen und macht sich dann auf den Weg zu einem Treffen mit Studenten, Abgeordneten und jüdischen Gemeindevorsitzenden. Am Donnerstagnachmittag hebt die ‘Wing of Zion’ wieder ab, um noch knapp vor Shabbateingang wieder in Israel anzukommen. Am Mittwochabend findet der grosse Silvesterball statt, da wird er doch sicher gemeinsam mit Sara N. und Yair N. teilnehmen……Ohne den Ballbesuch hat der Trip in die USA am Jahresende doch keinen Sinn!

Yasser Hadaya Asadi, 52, wurde als erster arabisch-muslimischer Israeli zum Bataillons-Kommandanten der Grenzpolizei ernannt. Er wird mit seinem ‘Adumim-Bataillon’ in der Umgebung von Jerusalem eingesetzt werden. Zwei seiner drei Söhne arbeiten in der Gefängnisverwaltung. Asadi beschreibt seinen neuen Posten, den er Anfang Januar antreten wird als ‘herausfordernd’, sieht sich dieser Aufgabe als gewachsen an. Seit Jahren war er im Grenzgebiet zwischen Judäa und Jerusalem tätig, sein Schwerpunkt lag im Verhindern von illegalen Grenzübertritten und dem Aufrechterhalten der Sicherheit der Bewohner Jerusalems. Die ihm jetzt übertragene Aufgabe war, wie er sagt, schon lange sein Lebenstraum. Er sieht darin auch eine Nachricht an die junge arabische Bevölkerung, dass sie viel erreichen können, wenn sie sich entschliessen der israelischen Gesellschaft zu dienen. Asadi würdigte auch seinen verstorbenen Bruder, Sgt. Maj. Hassan al Hadiya Asadi, s’’l, einen Angehörigen der Grenzpolizei, der 1983 während des Ersten Libanonkriegs bei der Katastrophe von Tyros ums Leben kam. Asadi bezeichnete den Dienst seines Bruders als wichtige Inspiration für seine eigene Karriere bei der Grenzpolizei. Be hatzlacha! Yishar koach!

Die Hamas wird in den kommenden Tagen oder Wochen einen neuen Anführer wählen, berichtete die Nachrichtenagentur Ashraq. Parlamentswahlen werden demnach aber ‘vor dem völligen Ende des Krieges nicht stattfinden’. Die beiden Hauptkandidaten sind der ehemalige Hamas-Chef Khaled Mashaal und der derzeitige Chef des ‘Politbüros’ im Gazastreifen, Khalil al-Hayya. Hayya, der als sehr iranfreundlich gilt, unterstützt «die Fortsetzung des bewaffneten Konflikts mit Israel im Gazastreifen bis zum Ende des Krieges und zum vollständigen Rückzug der israelischen Armee aus dem Gazastreifen.» Mashaal, der eher als Freund von Qatar gilt, zieht «verhandelte Kompromisse zur Beendigung der Besetzung des Gazastreifens» vor. Mashaal zieht eine Abkehr vom Iran und eine Zusammenarbeit mit den moderateren arabische Staaten vor. Allerdings gehen Kenner eher von einem Sieg Hayyas aus, der die Unterstützung der Hamas-Führer in Gaza, aber auch in Judäa und Samaria geniesst. Beide, Hayya und Mashaal fordern, dass die von Trump vorgesehene internationale Truppe nur als Puffer zwischen Israel und dem Gazastreifen dienen soll.
Die IDF hat auf der von der Hamas kontrollierten Seite des Gazastreifens ein Mitglied des Islamisch-Palästinensischen-Djihad (IPD) festgenommen. Der nicht Genannte wurde etwa einen Kilometer westlich der Grenze in Zeitoun innerhalb von Gaza City festgenommen. Er steht im Verdacht, im Zusammenhang mit der Verschleppung von Master Sgt. Ran Gvili, der letzten toten Geisel, zu stehen. IPD hatte Anfang des Monates beteuert, alle von ihnen zurückgehaltenen Geiseln zurückgegeben zu haben.


Die IDF weist heute eine Behauptung der französischen Tageszeitung Libération zurück, wonach sie langsam das von ihr kontrollierte Gebiet im Gazastreifen ausdehnt. Die Truppen handeln nach eigenen Angaben bei der Markierung auf der Grundlage von Anweisungen der politischen Führung und in Übereinstimmung der mit den im Waffenstillstandsabkommen festgelegten Grenzen. Die IDF fügt hinzu, dass sie «so weit wie möglich» handelt, um Schäden für unbeteiligte Zivilisten im Einklang mit dem Völkerrecht zu minimieren. Die Zeitung hat nach eigenen Angaben die Markierungen mit Hilfe von Satelliten geolokalisiert und festgestellt, dass statt der vereinbarten 53 % jetzt bereits 56 % von der IDF kontrolliert werden.
In verschiedenen Angriffen haben jüdische Siedler-Terroristen in Hurawa, Samaria, zwei private Fahrzeuge in Brand gesetzt und Drohungen auf Mauern des Anwesens geschrieben. Neben einem mit schwarzer Farbe gemalten Davidstern stand ‘Rache für Beit She’an’ wo am Freitag ein Palästinenser zwei Personen ermordet hatte. Der zweite ähnliche Vorfall fand in Jaba, Judäa statt. Dort wurde ein Fahrzeug in Brand gesetzt und die Botschaft auf der Wand lautete: «Rache zur Unterstützung der Siedlung gegen Gewalt», «Avi Bluth, wir haben keine Angst» und «An Ahuvia Sandak, Grüsse vom Terroranschlag». Avi Bluth ist Chef des Zentralkommandos der IDF, dem von den Siedlern vorgeworfen wird, ihnen gegenüber zu hart und den Palästinensern gegenüber zu nachgiebig zu sein. Ahauvia Sandak starb 2020 bei der Flucht vor der Polizei bei einem Autounfall nach einem Terroranschlag gegen Palästinenser. Er war Mitglied der euphemistisch als ‘Hügeljugend’ bezeichneten jüdischen Siedler-Terror-Organisation. Gegen den Vorfall in Huwara wurde eine Untersuchung eingeleitet.
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