16. Tewet 5786

Mit Charlotte N. 15, s’’l, wurde das letzte Opfer der Brandkatastrophe in Crans-Montana mit Hilfe von ZAKA-Rettern identifiziert. Unmittelbar nach Ausbruch des Brandes war kein Kontakt mehr mit ihr möglich. In der NZZ von heute findet man einen hervorragenden Artikel über jene israelische Rettungsorganisation, über die man so selten etwas erfährt. ZAKA = Identifizierung von Katastrophenopfern, wurde 1995 gegründet. Ihre Einsätze sind primär in Israel, aber sie werden auch zu internationalen Katastrophen, wie jetzt in Crans-Montana, gerufen. Etwa 3.000 Freiwillige aus dem überwiegend ultra-orthodoxen Sektor arbeiten Tag und Nacht im Team, aber auch Beduinen, Drusen und Muslims. Seit 2005 sind sie als NGO bei der UN anerkannt. Entsprechend der Halacha darf, bevor er beigesetzt werden kann, nichts von einem Juden zurückgelassen werden. Deshalb suchen die Helfer von ZAKA intensiv, um auch noch die kleinsten sterblichen Überreste zu suchen und zuzuordnen. Nach dem Massaker vom 7. Oktober war das eine unglaubliche Herausforderung. Nach Bränden und Explosionen sind die Verstorbenen oft bis zu Unkenntnis verstümmelt, die Haut mit Textilien oder Leder verschmolzen. In der Bar herrschten bis zu 1.200°C. ZAKA hilft jedem, unabhängig von der Nationalität der Religion.



In Crans-Montana kam die Rettungstruppe schon fast zu spät. Die langsame Verwaltung gab erst nach vier Tagen grünes Licht für den Einsatz. Rouah, einer der Helfer, sagt: «Wir haben Schutt vom Fussboden zusammengewischt und gesiebt. In der Hoffnung, einen Knochensplitter oder einen Zahn zu finden.» Darin findet man wichtige DNA-Informationen, ebenso, wie in Blutspuren. Auch die werden sorgsam zugeordnet.
Für den Einsatz im ‘La Constellation’ kamen sie fast zu spät. Unnütz war er trotzdem nicht. Es gab intensiven Austausch mit den Schweizer Kollegen, man überlegt sogar, in der Schweiz eine Niederlassung zu gründen. Ein Weile werden die ZAKA-Helfer noch bleiben, um die Familien der Opfer zu unterstützen.

Der iranische Justizchef betonte, dass es gegenüber den Demonstranten oder wie er sagt, Randalierern, keine Nachsicht geben werde. Er gestand ihnen zwar das Recht zu, ihre Meinung bei Demonstrationen zu äussern, forderte aber: «Ich weise den Generalstaatsanwalt und die Staatsanwälte im ganzen Land an, im Einklang mit dem Gesetz und entschlossen gegen die Randalierer und diejenigen, die sie unterstützen, vorzugehen … und keine Nachsicht zu zeigen», fordert Gholamhossein Mohseni Ejei laut der Nachrichtenagentur Mizan von der Justiz. Angeblich will der offizielle Iran den Demonstranten und ihrer Kritik zuhören und kann sehr wohl zwischen ihnen und den Randalierern unterscheiden. Trump kündigte erneut an, die Entwicklung im Iran sehr genau zu beobachten. «Wenn sie damit anfangen, Menschen zu erschiessen, wie sie es in der Vergangenheit gemacht haben, so werden sie einen sehr harten Schlag von den USA erhalten.» Der ‘Oberste Führer’ Ayatollah Ali Khamenei, 86, hat bereits angekündigt, nach Moskau zu fliehen, falls seine Regierung kollabieren sollte. Seine Familie und engste Entourage werden gemeinsam mit ihm das Land verlassen.

Der Vorsitzende der Ra’am Partei, Mansour Abbas, die in der Regierung Lapid/Bennett mit vier MKs vertreten war, hat angekündigt, die Partei auch für jüdische Kandidaten zu öffnen. Dazu ist es notwendig, dass die Partei sich vom religiösen Rat, mit dem sie verbunden ist, und den radikalen muslimischen Organisationen trennt. Abbas’ Plan könnte dahin gehen, dass er mit der neuen Aufstellung seiner Partei bei den bevorstehenden Wahlen punkten und einen Platz innerhalb der zionistischen Parteien einnehmen kann. Einige Oppositionsparteien haben bereits ihre Bereitschaft bekundet, Ra’am wieder an einer Koalition teilnehmen zu lassen. Nur Avigdor Liberman stellt sich dagegen. Abbas schliesst nachdrücklich jede Kooperation mit den derzeitigen Regierungsparteien aus.
Im Jerusalemer Stadtviertel ‘Romema’, das sich unmittelbar am stark befahrenen Eingang zur Stadt aus Richtung Tel-Aviv kommend befindet, werden morgen wieder chassidische und sephardische Ultra-Orthodoxe Männer gegen das Wehrdienstgesetz demonstrieren. Auch Mitglieder der extremistischen Jerusalem-Faktion, die etwa 60.000 Mitglieder zählt, werden dabei sein. Weitaus weniger als die 200.000 Teilnehmer von Ende Oktober werden erwartet. Jedoch rechnen die Veranstalter mit einigen Zehntausend Teilnehmern.

Am Gebäude in Jaffa in dem sich das Army Radio befindet wurden Drohungen auf die Mauern gesprüht: «Euere Zeit ist um, eure Tage sind gezählt!», steht dort, und: «Der Kopf der Schlange, der OGH, das Departement für interne polizeiliche Untersuchungen, sie Staatsanwaltschaft. Das ist säkulare Häresie. Muss entfernt werden.» Das Erscheinungsbild ähnelte klar denen, die in alten religiösen Büchern verwendet werden.

Der Name jenes Polizisten der möglicherweise in voller Tötungsabsicht auf Muhammad Hussein Tarabin, 36, geschossen hat (s. gestern), darf nicht veröffentlicht werden. Er wurde entsprechend einer Entscheidung des Bezirksgerichts Rishon Lezion mit einem fünftägigen Hausarrest belegt und darf sich darüber hinaus bis Sonntag auch keiner Polizeistation nähern. Die Umstände der möglichen vorsätzlichen Tötung werden vom ‘Department of Internal Police Investigations’ untersucht. MK Aman Odeh, Hadash Ta’al, verlangt, dass der Inhalt der Bodycam des Polizeioffiziers sofort freigegeben werden muss.
Benny Gantz forderte Netanyahu auf, Stellung zum Qatargate-Skandal zu geben. Er bezog sich dabei auf die Zeit, als er zwischen Oktober 2023 und Juni 2024 mit seiner Partei Mitglied in der Notfallregierung war. Drei enge Mitarbeiter Netanyahus, darunter sein ehemaliger Sprecher Eli Feldstein, werden verdächtigt von Katar Geld erhalten zu haben, obwohl Katar die Hamas finanziell unterstützte. «Netanyahu, sehen Sie mir in die Augen. Sie und ich wissen, dass Feldstein Ihr Mitarbeiter war. Er stand Ihnen während des gesamten Krieges nahe. Er war mit uns im Bunker. Er war neben uns im Aquarium im Büro des Premierministers. Ich schlage vor, dass Sie den Menschen in Israel direkt in die Augen schauen und endlich erklären, wie es dazu kommen konnte, dass eine Person, die Geld aus Katar erhalten hat, in den für die Sicherheit Israels kritischsten Momenten neben Ihnen sass», fährt er fort. «Wenn Sie davon nichts wussten, entlassen Sie alle, die daran beteiligt waren. Und wenn Sie davon wussten, ist das schwerwiegender als alle Fälle, die derzeit vor Gericht gegen Sie verhandelt werden.»
Netanyahu verkündete, dass ein neues Gesetz der Regierung 23.000 Haredim in den kommenden drei-ein-halb Jahren zum Militärdienst verpflichten wird. Er strebe einen breiten Konsens über das Gesetz an, das die Wehrpflicht und auch die Ausnahmen davon für die haredischen Männer regeln wird. «Es wird ein historischer Vorschlag sein, der die Belastung für die Reservisten deutlich verringern wird.» Des Gesetz werde auch persönliche und institutionelle Regelungen gegen Wehrdienstverweigerer vorsehen. Der ehemaligen Regierung warf er vor, nur wenige Tausend Soldaten dieses Sektors dazu gebracht zu haben, in die IDF einzutreten. «Sie wollen die Haredim gar nicht zum Wehrdienst verpflichten.» Die letzte Regierung hatte es nicht nötig, Haredim mit finanziellen Zusagen zu ködern. Im Gegensatz zu Netanyahu, der immer wieder ihre erpresserischen Forderungen erfüllen muss, um sie nicht als Koalitionspartner zu verlieren. Derzeit drohen sie damit, die Budgetabstimmungen zu torpedieren, wenn nicht ein ihnen entsprechendes Ausnahmegesetz verabschiedet wird.
Bei einem Zusammensturz eines Gebäudes im Maghazi Flüchtlingslager wurden mindestens zwei Personen getötet. Mindestens fünf Personen wurden verletzt. Die beiden Toten wurden als Ibrahim al-Shana, 29 und sein Sohn, Muhammad al-Shana, 8, identifiziert. Laut einem Bericht der UNO sind etwa 40 % der beschädigten Häuser in Gaza einsturzgefährdet. Obwohl Israel mittlerweile die Lieferung von Gütern zugelassen hat, die sowohl zu zivilen als auch terroristischen Zwecken genutzt werden können und zahlreiche Lieferungen bereits erfolgt sind, warten noch 100.000 Paletten darauf, von den internationalen Liefer-Organisationen abgeholt zu werden.

Der IDF gelang es, während der Nachtstunden einen Versuch, drei M-16 Gewehre von Ägypten nach Israel zu schmuggeln, abzuwehren. Die Gewehre samt drei Magazinen sollten mit einer Drohne nach Israel gebracht werden.
Nach entsprechenden Evakuierungsaufforderungen begann die IDF damit, Ziele der Hisbollah und der Hamas im Süden des Libanon anzugreifen. Betroffen waren insgesamt vier Städte.

Der Kaktus des Tages geht heute an Donald Trump. Dass er die venezolanische Oppositionsführerin Maria Corina Machado als Interims-Präsidentin von Venezuela ablehnt, könnte eventuell noch politisch begründet sein. Der von Trump angeführte Grund allerdings spricht scheinbar für eine tief verwurzelte narzisstisch-infantile Grundstörung, die sich immer öfter negativ auf seine Entscheidungen auswirkt. Anlässlich seiner Pressekonferenz an Bord der Airforce Nr. One erklärte er, Machado habe einen ‘schweren Fehler’ gemacht. Bei der Übergabe des Friedensnobelpreises am 11. Dezember, zu der sie sich nur unter gossen Gefahren ‘schmuggeln’ konnte, widmete sie diesen Trump für seine Bemühungen um Venezuela. Das war der schwere Fehler! «Hätte sie ihn abgelehnt und gesagt: ‚Ich kann ihn nicht annehmen, weil er Donald Trump gehört‘, wäre sie heute Präsidentin von Venezuela“, so eine der Quellen. Ich bin froh, dass am kommenden Samstag 10.1.2026 die Frist zur Bewerbung um den Friedensnobelpreis 26 endet. Dann braucht Trump keine peinlichen Bemühungen mehr anstellen, damit man eine Bewerbung für ihn abgeben soll.
Ich muss einen zweiten Kaktus an Sara N. vergeben. Das Büro des PM hat offizielle Bilder von Sara N. verschickt, die stark retuschiert oder sogar mit KI verändert wurden. Dadurch wurden ‘historische Bilder’ verfälscht und ethische Richtlinien verletzt. Zu erkennen sind diese Bilder daran, dass sie als Fotografin genannt wird, obwohl sie das Motiv ist. Diese Nennung ist Teil eines Kompromisses, man kann auch sagen eine typisches ‘Sticks’n’tricks’-Aktion, die vortäuschen soll, dass es halbprivat aufgenommene Bilder sind. Zuvor hatte sich das Pressebüro der Regierung (GPO) heftige Vorwürfe gefallen lassen müssen, unseriös zu arbeiten. Ethische Richtlinien für offizielle Fotos verbieten generell jede Manipulation, die über geringfügige Farb- oder Helligkeitskorrekturen hinausgeht. Im GPO werden alle offiziellen Bilder seit der Staatsgründung archiviert. «Die GPO und ihre Fotografen sind an dieser Angelegenheit nicht beteiligt, und sie sollte mit den Sprechern des Büros des Premierministers geklärt werde.» Fotos die von den Fotografen der GPO aufgenommen werden, vermeiden es seit Bekanntwerden dieses Vorgehens, Sara N. frontal aufzunehmen oder überhaupt in das Bild zu bringen. Aufgefallen sind die ‘Verschönerungen’ der Bilder durch unterschiedliche Aufnahmen derselben Szene in den privaten online-accounts von Sara N. und den offiziellen Bildern.







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