27. Schwat 5786


Nein, das ist kein in den Farbton ‘Sepia’ retuschiertes Bild von Tel-Aviv, das ist das Bild, das sich heute morgen den Fluggästen bot, die sich im Landeanflug auf den Flughafen Ben Gurion befanden. Tel-Aviv, bedeckt von einer dicken Staubschicht. Seinen Ursprung hat der Staub in einem starken Sandsturm in der Sahara und den Wüstengebieten Nordafrikas. Von dort wird er mit teils starken Winden Richtung Israel und Mittelmeer transportiert. Ausläufer der Stürme können auch in Europa bemerkt werden, wo sie rotbraunen Sand abladen. Im Laufe des Tages kann die Belastung nachlassen. In einigen Landesteilen wird mit Regen gerechnet.

Reza Pahlavi forderte auf der Münchner Sicherheitskonferenz Trump dringend auf, dem iranischen Volk zu helfen. «Es ist Zeit, die Islamische Republik zu beenden. Präsident Trump … Das iranische Volk hat Ihre Worte gehört, dass Hilfe auf dem Weg ist, und es vertraut Ihnen. Helfen Sie ihm», und er fuhr fort: «Das ist die Forderung, die aus dem Blutvergiessen meiner Landsleute hervorgeht, die uns nicht bitten, das Regime zu reformieren, sondern ihnen zu helfen, es zu begraben.»


Bei einer Veranstaltung auf der Theresienwiese, bei der die Polizei geschätzte 200.000 Teilnehmer zählte, erklärte Reza Pahlavi: «Ich bin hier, um den Übergang zu einer säkularen demokratischen Zukunft zu gewährleisten. Ich bin entschlossen, für Sie der Anführer dieses Übergangs zu sein, damit wir eines Tages die endgültige Chance haben, das Schicksal unseres Landes durch einen demokratischen, transparenten Prozess an der Wahlurne zu entscheiden.» Es war das erste Mal, dass er in der Öffentlichkeit gemeinsam mit seiner Frau Yasmine erschien und so klar seine Pläne bekanntgab.
US-Aussenminister Marco Rubio kritisierte in München die UN. «Die Vereinten Nationen haben nach wie vor ein enormes Potenzial, als Instrument für das Gute in der Welt zu dienen. Aber wir können nicht ignorieren, dass sie heute auf die drängendsten Fragen, mit denen wir konfrontiert sind, keine Antworten haben und praktisch keine Rolle gespielt haben. Sie konnten den Krieg in Gaza nicht lösen.» Damit hat er leider grundsätzlich recht. Die UN hat seit Jahren nie konkrete Vorschläge gemacht, wie die brennenden Fragen der Welt beantwortet und Konflikte gelöst werden können. Stattdessen wurde immer wieder Israel abgestraft. Aus diplomatischen Kreisen verlautbart immer wieder Kritik am ‘Friedens-Rat’, der entsprechend der Gründungscharta nicht nur in Gaza, sondern weltweit Konflikte lösen will und damit eine Konkurrenz zur UNO darstellt.
Die USA sind vorbereitet, einen Angriff auf den Iran auszulösen, der sich über mehrere Wochen hinziehen könnte und schlimmer sein werde, als man sich vorstellen könne. Die Militärführung warte nur auf einen entsprechenden Einsatzbefehl von Trump. Er hatte noch am Freitag erklärt, er hoffe, die weiteren Verhandlungen mit Teheran werden gut verlaufen. Falls nicht, «wird es ein schlechter Tag für den Iran werden – ein sehr schlechter», und fügte hinzu, dass ein Abkommen «das Beste zu sein scheint, was passieren könnte. Seit 47 Jahren reden sie [die UNO] und reden und reden. In der Zwischenzeit haben wir viele Menschenleben verloren, während sie reden.»


Ärzte ohne Grenzen haben vorübergehend ihre Dienste im Nasser Spital in Khan Younis eingestellt. Dies betrifft ausschliesslich nicht-lebensnotwendige Leistungen. Als Grund wird genannt, dass sich überall im Spital bewaffnete Personen aufhalten und auch der Verdacht besteht, dass das Spital als Ort für Waffenschmuggel missbraucht wird. Als besonders schwerwiegend wird bezeichnet, dass es immer zu Entführungen von Patienten kommt. Israel hat schon vor Monaten offengelegt, dass medizinische Einrichtungen aufgrund ihres geschützten Status regelmässig als Basen für terroristische Aktivitäten missbraucht werden. Auch freigelassene Geiseln haben berichtet, in Spitälern festgehalten worden zu sein.


Der offizielle online Fan-Shop des Olympischen Komitees hat mit der Auswahl seiner Produkte kein besonderes Feingefühl bewiesen. In der ‘Heritage Collection’ wurde ein T-Shirt angeboten, auf dem eindeutig erkennbar Symbole der Berliner Olympiade von 1936 abgebildet waren. «Ohne eine erklärende Einordnung ist die Motivwahl kritisch und als T-Shirt in diesem Umfeld problematisch», erklärt Klara Schedlich, MdB, Berlin. Das IOC reagierte und verwies auf das Olympische Museum in Lausanne, in dem das Shirt in einem erklärenden Umfeld ausgestellt sei. Die Zahl der T-Shirts war gering, sodass es nicht mehr bei den Angeboten auftaucht.

Die Anti-Hamas-Miliz ‘Abu Shabab’ ist dabei, Hamas-Tunnel zu zerstören. Das gab der Anführer der Gruppe, Ghassan al-Duhaini, bekannt. «Wir haben nach und nach damit begonnen, die Tunnel zu zerstören, da sie die wichtigsten Waffen sind. Dann folgen die Waffenproduktionsstätten, dann die Raketen und schliesslich die leichten Waffen. In Zukunft wird keine einzige illegale Waffe mehr nach Rafah gelangen, und Schmuggelaktivitäten werden mit aller Härte bekämpft werden», schreibt Duhaini in einem Facebook-Beitrag am Donnerstag. Israel unterstützt die Miliz mit Waffen, Informationen, Luftunterstützung, Lebensmitteln und Zigaretten. Verletzte und Verwundete werden zur medizinischen Versorgung nach Israel evakuiert.

Yossi Verter nimmt sich in dieser Woche den Versuchen der Regierung an, durch entsprechende Wortwahl die Israelis zu manipulieren. So beginnt er seine Kolumne im Haaretz mit zwei Listen von Wörtern, die entsprechend des Büros des PM in offiziellen Dokumenten niemals enthalten sein dürfen und denen, die immer enthalten sein müssen. Sie sollen angeblich die ‘Nation stärken’. Hier wird erstmalig die ‘Neusprech’ von Orwell (1984) durch den PM Netanyahu anbefohlen.
- Massaker
- Unterlassung
- Schuld
- Verantwortung
- 7. Oktober
- Staatliche Untersuchungskommission
- Entschuldigung
- Um Vergebung bitten
- Rücktritt
- Vorfälle
- Shin-Bet Verrat
- Rebellion
- Erlösung
- Heldentum
- Totaler Sieg
- Mit Gottes Hilfe werden wir gemeinsam gewinnen
- Die Nation Israel lebt
- Rising Lion
- Gideons Streitwagen I und II
Yoel Elbaz, ein Vertreter aus dem Büro des PM, hatte in der vergangenen Woche das zweifelhafte Vergnügen, im Bildungsausschuss der Knesset einen Text zu finden, mit dem der neue Gedenktag betitelt werden sollte. «Gedenktag für die Massaker des 7. Oktober» durfte es nicht sein. Heraus kam etwas Verschwurbeltes, das über Ereignisse und Vorfälle spricht. Es ist so peinlich! Bringt Elbaz sich als Minister für Neusprech der kommenden Regierung in Position?
Tags zuvor unternahm Netanyahu einen billigen Versuch, sich von jeglicher Mitverantwortung oder gar Schuld, Gott behüte, an eben diesem Massaker reinzuwaschen. Auf 55 Seiten verbreitete er Lügen, Manipulationen, Ungenauigkeiten, Unterlassungen. Hierauf folgte ein medialer Shit-Sturm, der ihm völlig entglitt. Gefüttert mit den Anschuldigungen der Opposition brachten die Medien genüsslich Originalzitate aus ‘geheimen Sitzungen’, die ein ganz anderes Bild von Netanyahu zeigten (s. Berichte der vergangenen Woche).
Die Hamas ruhigstellen, am besten bis zum Ende der Hohen Feiertage, also jenem 7. Oktober, das war der Plan von Netanyahu. Dazu musste Netanyahu auch die Sicherheitsdienste ruhigstellen, am besten, indem er ihre Ratschläge abwehrte. Und die Aufmerksamkeit auf andere Themen umlenken. Die modernen Social-Media Kanäle sind nützliche Bühnen. Irgendwer schrieb Wochen später, dass der damalige Shin-Bet Chef Ronen Bar selbst die Zügel in die Hand nehmen wollte. Das, was dort stand, ist pure Verleumdung und üble Nachrede. Warum hat Ronen Bar bis jetzt noch nicht geklagt? Nur einen halben Tag später re-postete Netanyahu den Beitrag, allerdings gekürzt.
Was wollte er damit? Verter schreibt: «Das Ziel, so erzählte mir eine politische Quelle, die nah an den Geschehnissen um Netanyahu dran ist, war nicht nur ein gescheiterter Versuch, die Diskussion von dem gefälschten Dokument abzulenken, das ihm nun zum Verhängnis wurde. Es war auch ein Versuch, eine Bemerkung zu korrigieren, die er (wahrscheinlich unbeabsichtigt) vor dem Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten und Verteidigung gemacht hatte: «Es gab keinen Verrat.» In der Welt von Sara und Yair sind solche Worte nichts anderes als ein Akt des Verrats. Der Sohn spricht regelmässig über den Verrat und die Rebellion des Verteidigungsestablishments. Sara postet [bitte den Text lesen, er erklärt Vieles] nichts, sondern sagt/schreit es den Menschen entgegen, die das Pech haben, in Hörweite zu sein. Das Lebenswerk des Paares in den letzten zwei Jahren und vier Monaten erlitt aufgrund eines Versprechers einen Rückschlag. Bibi muss es zu Hause mitbekommen haben. Er kann sich glücklich schätzen, dass er allein für 72 Stunden der Vernunft nach Washington geflogen ist. Vorerst.»
Wie immer ist die Kolumne sehr lesenswert und enthält natürlich viel mehr Informationen, als hier weitergegeben wurden.
Kategorien:Israel
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