3. Adar 5786
Der iranische Aussenminister Abbas Araghchi erklärte, dass die USA keinesfalls gefordert hätten, die Urananreicherung einzustellen. Das Thema des letzten Treffens sei es gewesen, wie das Nuklear-Programm ‘für immer’ friedlich genutzt werden könne. Araghchi verweist auf die Anwesenheit von IAEO-Chef Rafael Grossi bei den jüngsten Gesprächen und sagt, dass dieser an Diskussionen über mögliche technische Massnahmen beteiligt war.
Das steht ganz im Gegensatz zu Trumps’ Ankündigung, dass er dem Iran zehn Tage Zeit für einen neuen Vorschlag gibt. «Wir müssen vielleicht noch einen Schritt weitergehen, vielleicht aber auch nicht», sagte Trump in Washington bei der ersten Sitzung seines Friedensrates. «Sie werden es wahrscheinlich in den nächsten zehn Tagen erfahren.» Trump denkt über begrenzte Angriffe auf den Iran nach, um seine Forderungen zu verstärken, ohne eine kräftige Reaktion des Irans auszulösen. Ist das ein Spiel mit dem Feuer oder wohlüberlegtes diplomatisches Vorgehen? Wobei Diplomatie noch nie die Stärke von Trump war!

Der grösste Flugzeugträger der Welt, die USS Gerald R. Ford ist im Mittelmeer angekommen. Gegen Mittag durchquerte das Schiff die Strasse von Gibraltar. Mit im Kampfverband ist der Zerstörer USS Mahan. Die Schiffe werden noch einige Tage bis zur Ankunft im Nahen Osten benötigen.

Zum wiederholten Mal hat eine Siedlergruppe, die der Partei Otzma Yehudit nahesteht, illegal den Gazastreifen betreten. Mit dabei war MK Limor Son Har-Melech (im Bild in der Mitte mit heller Jacke). Die IDF verurteilte den Vorfall, von dem sie sagt, dass er sowohl die Aktivisten als auch die Soldaten einem sinnlosen Risiko aussetzt. Immer wieder betreten Siedlergruppen illegal den Gazastreifen, um dort symbolisch mit einer erneuten Besiedlung zu beginnen. Um diesem Anspruch der Neubesiedlung Nachdruck zu verleihen, wurden Bäume gepflanzt. Die Aktivisten wurden von der IDF sicher aus dem Gebiet gebracht und der Polizei zur weiteren Befragung übergeben.
Die Hamas hat erneut festgestellt, dass jedes Gespräch über die Zukunft von Gaza mit dem vollständigen Ende der andauernden Aggression Israels gegen die Hamas beginnen muss. «Jeder politische Prozess und jede Vereinbarung, die derzeit in Bezug auf den Gazastreifen und die Zukunft unseres palästinensischen Volkes diskutiert wird, muss mit der vollständigen Beendigung der Aggression, der Aufhebung der Blockade und der Gewährleistung der legitimen nationalen Rechte unseres Volkes beginnen, allen voran dem Recht auf Freiheit und Selbstbestimmung.»


Das ist wieder einmal die perfekte Täter-Opfer-Umkehr. Die Hamas vergisst völlig, dass es sowohl ihnen selbst als auch den Bewohnern des Gazastreifens bis zum 7. Oktober 2023 nicht schlecht ging. Und dass es ab dem Tag allein in ihrer Hand lag, über ihre Zukunft zu entscheiden. Ob eine Herausgabe der Geiseln tatsächlich zu einem Ende der Kampfhandlungen geführt hätte und wann die Kriegsziele sich massiv änderten, kann man nicht mehr zurückverfolgen. Die oft zitierte ‘Belagerung’ war nie vollständig, es gab täglich Hunderte, die über den Übergang ‘Erez’ nach Israel gingen, um dort zu arbeiten. Es gab wöchentlich Busse, die Studenten nach Amman zur Uni brachten. Kranke, die meist kostenlos an israelischen Kliniken behandelt wurden. Gaza war dabei, sich zu einem lebendigen Gebiet zu entwickeln. Ja, es gab, seit sich Israel im Jahr 2005 völlig aus Gaza zurückgezogen hatte, vier Operationen. 2008/09 ‘Gegossenes Blei’ nach anhaltendem Raketenbeschuss, 2012 ‘Säule der Verteidigung’ anhaltender Raketenbeschuss nach der Tötung eines Hamas-Chefs, 2014 ‘Schutzlinie’ nach der Entführung und Ermordung von drei israelischen Jugendlichen und 2021 ‘Wächter der Mauern’ nachdem die Hamas mehr als 4.300 Raketen auf Israel abgeschossen hatte.
Auf die nahezu täglichen ‘Verletzungen der Waffenruhe’ seit Beginn der Waffenruhe durch die Hamas, der bisher vier Soldaten zum Opfer fielen, reagiert Israel mit für meine Begriffe weitaus übersetzten Rückschlägen, bei denen einige Hundert Menschen getötet wurden.
Rabbi Shalom Ber Sorotzkin von der angesehenen Yeshiwa ‘Ateret Shlomo’ tanzte nicht zum ersten Mal mit seinen Schülern bei einer Hochzeit zu den Klängen eines antizionistischen Liedes. «Wir glauben nicht an die Regierung der Ungläubigen und werden nicht in ihren Rekrutierungsbüros erscheinen.» Yair Lapid schrieb dazu in seinem ‘X’-Account «Rabbi Sorotzkin, wenn es die jüdische Armee, die Sie verachten und verfluchen, nicht gäbe, würden Sie und Ihre Schüler nicht tanzen, Sie würden überhaupt nicht tanzen.» Das Lied stammt von der streng antizionistischen Sekte Neturei Karta.

Das erste Freitagsgebet im Ramadan verlief ohne Störungen. Etwa 8.500 Palästinenser aus Judäa und Samaria sowie einige Zehntausend israelische Araber beteten auf dem Gebiet der Al-Aqsa Moschee auf dem Tempelberg.
Hinterlasse einen Kommentar