Krieg gegen den Iran – Tag 2

12. Adar 5786

Nach dem Tod von Ayatollah Ali Khamenei gibt es im Iran Trauer und Freude.

Trump erklärte, er sei jederzeit für ein Gespräch mit den iranischen Führern bereit. Allerdings betonte er, dass er noch nicht wisse, wann ein solches stattfinden könne. «Sie wollen reden und ich habe zugestimmt. Das hätten sie nur schon früher tun sollen. Sie hätten früher zustimmen sollen, da wäre es einfacher gewesen. Sie haben zu lange gewartet.» Trump zeigte sich mit dem Erfolg der bisherigen Operation sehr zufrieden: «48 iranische Führer wurden innerhalb so kurzer Zeit eliminiert. Alles geht so schnell, niemand kann es glauben.»

Der iranische Aussenminister Araghchi zeigt sich bereit zu deeskalierenden Gesprächen. Das teilte er seinem omanischen Kollegen, al-Busaidi mit, der bisher schon als Mediator zwischen den Staaten fungiert hat.

Die IDF geht davon aus, dass der Iran derzeit über etwa 2.500 Langstreckenraketen verfügt. Vor dem 12-Tage-Krieg im Juni 2025, schätzte die IDF den Bestand auf etwa 3.000. Damals wurden knapp mehr als 500 vom Iran verschossen. Die IDF hatte einige Hundert noch während der Produktion zerstört. In den letzten Monaten wurden mit zunehmender Frequenz einige Dutzend pro Monat hergestellt. Die Langstreckenraketen, deren Sprengköpfe auch mit Splitterbomben bestückt werden können, stellen eine grosse Bedrohung für Israel dar.

Die IDF hat zu den 50.000 Reservisten, die im Dienst stehen, weitere 100.000 mobilisiert. Allein das ‘Home Front Command’ hat 20.000 Reservisten angefordert, die hauptsächlich im Bereich ‘suchen and retten’ eingesetzt werden sollen. Die Bodentruppen sollen an allen Grenzen zum Einsatz kommen.

Am frühen Nachmittag, knapp vor dem tödlichen Angriff auf Beit Shemesh, waren einige Politiker nach Tel Aviv gekommen, wo eine Rakete am Samstagnachmittag ein Haus getroffen hatte. Präsident Herzog lobte Trump «für seinen Mut» und Netanyahu «für die richtige Entscheidung, die Angriffe auf den Iran zu starten». Herzog zitierte den Talmud: «Wenn jemand aufsteht, um dich zu töten, steh auf, um ihn zuerst zu töten.»

Netanyahu meldete sich vom Dach des IDF-Hauptquartiers in Tel Aviv. Nach einem Treffen mit VM Israel Katz, Generalstabschef Eyal Zamir und dem Chef des Mossad David Barnea erklärte er: «Unsere Streitkräfte schlagen derzeit mit zunehmender Intensität im Herzen Teherans zu, und dies wird sich in den kommenden Tagen noch weiter verstärken.»

Ex-PM Naftali Bennett, der der grösste Konkurrent für Netanyahu bei den kommenden Wahlen ist, betonte, dass «Israel seine Aufgabe erfüllt, indem es die grössten terroristischen Diktatoren der Welt beseitigt. Ich war noch nie so stolz, Israeli zu sein», sagte er, «und wir werden uns niemals für das entschuldigen, was wir tun. Ich unterstütze die Regierung und ihren Führer voll und ganz. Es gibt kein Links und kein Rechts.»

Ben-Gvir betonte: «Das Ende einer Ära, wir haben den Kopf der Schlange abgeschlagen», sagte er und lobte Netanyahu für die Welle von Angriffen. Dann wandte er sich nach innen und warnte: «Wir haben eine sehr entschlossene Polizei; jeder, der den Kopf erhebt, um gegen den Staat Israel zu hetzen, jeder, der den Kopf erhebt, um dem Staat Israel zu schaden, den werden wir zerschlagen», sagte er. Das sagt der Mann, der aufgrund seines terroristischen Vorlebens von der IDF abgelehnt wurde. Der brutal, sadistisch und menschenverachtend ist. Auch er ist der Kopf einer Schlange. Eine Schande für Israel!

Die Phillipina, die beim tödlichen Angriff auf ein Haus in Tel Aviv ums Leben kam, wurde als Mary Ann de Vera, 32, s’’l, benannt. Als der Angriff auf das Haus begann, zog sie es vor, bei ihrer Patientin zu bleiben, die bettlägerig ist und deshalb die Wohnung nicht verlassen konnte. Sie wurde von ihrem Ehemann identifiziert, der in Israel arbeitet. Die von ihr betreute Frau wurde beim Angriff mittelschwer verletzt.

Bei einem weiteren Angriff in Tel Aviv stolperte ein 102 Jahre alter Mann, s’’l, auf dem Weg in den Schutzraum in Ramat Gan und fiel eine Treppe hinunter. Er wurde ins Ichilov Krankenhaus eingeliefert, wo er seinen schweren Kopfverletzungen erlag.

Beim tödlichen Angriff auf Beith Shemesh ist die Zahl der Toten auf neun angestiegen. Die Langstreckenrakete hatte das stark besiedelte Stadtgebiet der Stadt getroffen, wo sich u.a. eine Synagoge, ein öffentlicher Schutzraum und zahlreiche Privathäuser gibt.  Sechs Verletzte wurden in das Shaare Zedek Medical Center evakuiert, vier Frauen wurden in Terem Emergency Medical Center eingeliefert. Zu elf weiteren Personen konnte bisher noch kein Kontakt hergestellt werden. Drei Mitglieder einer Familie wurden in gutem Zustand ins Hadassah Ein Kerem, fünf weitere, ebenfalls in gutem Zustand ins Hadassah Mt. Scopus eingeliefert. Insgesamt beträgt die Zahl der Verwundeten mittlerweile 51. Die meisten der Opfer befanden sich innerhalb des öffentlichen Schutzraums, wie der stv. Polizeichef Avshalom Peled betonte. Warum der öffentliche Schutzraum zusammenstürzte, wird ebenso untersucht, wie der Grund, warum die Rakete nicht abgefangen werden konnte.

Es ist bekannt, dass noch so kleine Video-Schnipsel in den Sozialen Medien, wie heisst es, ‘viral gehen’. Das sollte auch das Büro des PM wissen und sich deshalb gut überlegen, wen man losschickt, um vor Ort einen gescheiten Kommentar abzugeben. Der Pressesprecher versucht, den anwesenden Journalisten klarzumachen, was der Unterschied zwischen dem Iran und Israel ist. Auf einen Nenner gebracht: Israel greift nur militärische Ziele an und der Iran zivile. Und, so fährt er fort, der Iran greift nicht nur Israel an, sondern acht Länder in der Region. Und er betont mehrfach: «Wir haben keine Probleme mit den Iranern, wir haben nur ein Problem mit den mörderischen Angriffen des iranischen Regimes.» Zeitstempel 1:32/8:06«Jetzt nehme ich Fragen entgegen.» Ende der Q&A 6:08. Bitte, liebes Büro der PM, überlegt euch, jemanden zu schicken, dessen Englisch besser und dessen Nervenkostüm stabiler ist! (den Link bitte anklicken¨)

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Nicht nur die grossen Spitäler haben in den Tagen vor den Angriffen damit begonnen die Patienten in den sicheren Untergrund zu verlegen, wo alle technischen Bedingungen 1:1 vorhanden sind, um die Betreuung und Pflege von bis zu 2.000 Patienten auch zu Zeiten des Krieges zu gewährleisten. Auch eine ausreichende Zahl von OP-Räumen steht zur Verfügung, um alle anfallenden Akutfälle zu behandeln. Auch die Nationalbibliothek, das Israel Museum und der ‘Shrine of the books’ haben die wertvollen Artefakte sorgsam verpackt und in den Untergrund verlegt.

Die iranischen Revolutionsgarden haben gestern verkündet, dass alle US-Militärstützpunkte in der Region als legitime Ziele für iranische Angriffe gelten. Hier eine Zusammenfassung:

  • Bahrain: Beherbergt das Hauptquartier der Fünften Flotte der US-Marine, die den Golf, das Rote Meer, das Arabische Meer und Teile des Indischen Ozeans abdeckt.
  • Katar: Beherbergt die Al-Udeid-Luftwaffenbasis, das US-Zentralkommando, das die militärischen Operationen von Ägypten bis Kasachstan überwacht.
  • Kuwait: Hauptquartier der US-Armee Central, Ali Al Salem Air Base in der Nähe des Irak und Camp Buehring, ein Stützpunkt für Einheiten der US-Armee, die im Irak und in Syrien eingesetzt werden.
  • VAE: Die Al Dhafra Air Base ist ein wichtiger Knotenpunkt für Operationen der US-Luftwaffe, während der Jebel Ali Port in Dubai der grösste Hafen der US-Marine in der Region ist und häufig US-Schiffe beherbergt.
  • Irak: Die USA operieren von der Ain Al Asad Air Base im Westen von Anbar aus und unterstützen die irakischen Sicherheitskräfte. Im Norden des Irak dient die Erbil Air Base als Drehscheibe für Ausbildung, Informationsaustausch und logistische Koordination.
  • Saudi-Arabien: US-Soldaten, unter anderem auf der Prince Sultan Air Base in der Nähe von Riad, stellen Luftverteidigungskapazitäten bereit und unterstützen militärische Operationen mit Systemen wie Patriot-Raketen und Terminal High Altitude Area Defense (THAAD).
  • Jordanien: Auf der Muwaffaq al Salti Air Base in Azraq ist die 332nd Air Expeditionary Wing der US Air Forces Central stationiert, die Missionen in der gesamten Levante durchführt.

Die meisten Länder im Nahen und Mittleren Osten, Israel, Jordanien, Syrien, Libanon, Irak, VAE, Bahrein haben ihren Luftraum bereits völlig geschlossen. Man geht davon aus, dass weitere Staaten folgen werden. Auffallend ist der nahezu leere Luftraum über diesen Staaten, wie Flight Radar zeigt. Gerade so kurz vor Ostern (5. und 6. April, sowie die Karwoche ab 29. März) und dem jüdischen Pessach (ab 1. April) könnten die Einschränkungen Auswirkungen auf die erste grosse Reisewelle des Jahres haben.

Unter bisher noch unbekannten und unkommentierten Ursachen sind drei US-amerikanische Soldaten getötet und weitere fünf ernsthaft verletzt worden.

In den frühen Morgenstunden erlitt der ‘Dubai International Airport’ einen Treffer. Der Schaden in der Abflughalle sei, so die Pressestelle, schnell unter Kontrolle gebracht worden. Leider wurden vier Mitarbeiter leicht verletzt und mussten im Spital versorgt werden. Der Flughafen gilt als der verkehrsreichste und grösste Flughafen im Mittleren Osten.

Zwar konnte eine iranische Drohne abgefangen werden, herabstürzende Trümmer lösten jedoch einen kleinen Brand an der Aussenfassade des Luxushotel ‘Burj Al Arab’ aus.

Am Flughafen von Riyadh konnte eine heranfliegende Drohne abgeschossen werden und so ein Angriff den Flughafen und eine benachbarte US-amerikanische Air-Base verhindert werden.

Am Flughafen von Abu Dhabi, der Hauptstadt der VAE dem ‘Zayed International Airport’, kam es ebenfalls zu einem ‘Vorfall’, bei dem leider ein asiatischer Staatsangehöriger getötet und sieben weitere Mitarbeiter verletzt wurden. Die Medienstelle des Flughafens liess verlautbaren, dass die Terminals bereits vor dem Angriff evakuiert wurden. Bei einem zweiten Angriff gab es nur leichte Sachschäden.

In Abu Dhabi kam es im Gebiet, wo einige Botschaften untergebracht sind, zu leichten Sachschäden, nachdem Trümmer einer abgefangenen Drohne abstürzten. Eine Frau und ihr Kind erlitten leichte Verletzungen.

Der Flughafen Bahrein wurde von einer Drohne angegriffen, wobei es laut Angaben des Ministeriums nur zu Sachschäden kam.

Drei Personen wurden bei iranischen Angriffen auf die VAE getötet und 58 verletzt, seit der Iran mit seinen Vergeltungsangriffen begonnen hat.

Am Nachmittag verdichten sich Gerüchte, dass der ehemalige Präsident des Irans, Mahmoud Ahmadinejad, tot ist. Er soll, so wird berichtet, bei einem Angriff auf sein Haus bereits am Samstag Nachmittag getötet worden sein. Aus seinem unmittelbaren Umfeld wird jedoch berichtet, dass sein Schicksal unbestimmt ist. Offiziell gibt es bisher keine Stellungnahme des Irans oder Israels.

Zwei TUI-Kreuzfahrtschiffe liegen derzeit im Hafen von Abu Dhabi fest. Aus Sicherheitsgründen wurde beschlossen, die Schiffe dort ankern zu lassen. Für die 3.500 Passagiere eine traumatische Situation. Vor allem, nachdem zwei iranische Drohnen unweit vom Ankerplatz ins Meer stürzten.



Kategorien:Israel, Politik

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