Krieg gegen Iran – Waffenruhe Tage 1 und 2

22. Nissan 5786

Auch gestern musste die IDF den Tod eines Soldaten bekanntgeben. Staff Sgt. Touvel Yosef Lifshitz, 20, s’’l, wurde im direkten Kampf mit einem Hisbollah-Terroristen im südlichen Libanon erschossen. Im gleichen Vorfall wurden fünf weitere Soldaten verletzt. 

© Thomas Plassmann

Knapp, bevor das Ultimatum auslief, verkündete Trump: «Ein grosser Tag für den Weltfrieden! Der Iran will, dass es endlich geschieht – sie haben genug davon! Und alle anderen auch! Die Vereinigten Staaten von Amerika werden bei der Bewältigung des zunehmenden Schiffsverkehrs in der Strasse von Hormus helfen. Es wird viele positive Massnahmen geben! Es wird viel Geld verdient werden. Der Iran kann mit dem Wiederaufbau beginnen. Wir werden uns mit Vorräten aller Art eindecken und einfach „rumhängen“, um sicherzustellen, dass alles gut läuft. Ich bin zuversichtlich, dass das der Fall sein wird. Genau wie wir es in den USA erleben, könnte dies das Goldene Zeitalter des Nahen Ostens sein!!! Präsident DONALD J. TRUMP»Trump misst alles, Politik und Diplomatie, Sicherheit, Kriege, einfach alles, an seinem eigenen finanziellen Erfolg!

Angeblich erwägen die USA und der Iran ein ‘Joint Venture’, um ein gemeinsames Mautsystem für die Durchfahrt der Strasse von Hormus zu erheben. «Wir denken darüber nach, es als Joint Venture zu machen. Das ist eine Möglichkeit, sie zu sichern – auch vor vielen anderen Leuten», wird Trump gegenüber dem Korrespondenten zitiert. «Das ist eine wunderbare Sache.» Dass ausser ihm noch niemand von dem Plan weiss, mindert Trumps’ Freude daran nicht. Die Strasse von Hormus ist auch am Donnerstag, 9. April, noch geschlossen. Um eine Öffnung zu ermöglichen, hat Trump heute seine Idee, ‘Zölle’ für die Passage einzuführen, Abstand genommen. 

Die Kämpfe gegen die Hisbollah sind ausdrücklich nicht Teil der Waffenruhe und werden, wie Israel ankündigte, weitergehen. Trotzdem wurde der letzte Alarm für Angriffe um 03:28 am Handy übermittelt. Die Terror-Organisation warnte jedoch die Bewohner des Südens, die sich in Gebiete nördlich des Litani-Flusses zurückgezogen hatten, schon wieder in den Süden zurückzukehren, «bevor der Waffenstillstand im Libanon offiziell und endgültig verkündet wird.» So weit waren wir schon einmal im Januar 2025. Seitdem hat die Hisbollah sich an keine der Bedingungen gehalten und dafür gesorgt, dass die Kämpfe wieder neu aufgeflackert sind.

Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian erklärt, dass ein Waffenstillstand im Libanon eine der zentralen Bedingungen des 10-Punkte-Plans der Islamischen Republik zur Beendigung des Krieges im Nahen Osten sei. Drei der Punkte seien, so Pezeshkian, bereits wieder verletzt.

Auch der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf wirft den USA vor, drei der zehn Punkte des Abkommens verletzt zu haben und stellt die Sinnhaftigkeit der geplanten Gespräche in Frage. Konkret handelt es sich dabei um: 1. Die Waffenruhe gilt auch für den Libanon, 2. den iranischen Luftraum, der nicht gestört werden darf und 3. die Anerkennung des Rechtes auf weitere Uran-Anreicherung. Die USA bestehen darauf, dass der von den iranischen Staatsmedien veröffentlichte Vorschlag sich von dem unterscheidet, den Teheran am Dienstag vorgelegt hat. Das Weisse Haus hat es jedoch abgelehnt, das zu veröffentlichen, was es als das tatsächliche iranische Angebot bezeichnet.

Vizepräsident Vance betonte, dass ein ‘Missverständnis’ dazu geführt hat, dass der Iran überzeugt ist, die Waffenruhe gelte auch für den Libanon. «Was wir gesagt haben ist, dass sich der Waffenstillstand auf den Iran konzentrieren würde und … auf Amerikas Verbündete – sowohl Israel als auch die arabischen Golfstaaten“,behauptet Vance. «Allerdings haben die Israelis … angeboten …, sich im Libanon etwas zurückzuhalten, weil sie sicherstellen wollen, dass unsere Verhandlungen erfolgreich sind», fügt er hinzu. Auch Pakistan, das zu den Verhandlungen massgeblich beiträgt, war der Meinung, die Waffenruhe gelte auch für den Libanon. Vance stellte die Englischkenntnisse des iranischen Präsidenten in Frage: «Ich frage mich tatsächlich, wie gut er Englisch versteht, denn es gibt Dinge, die er gesagt hat, die, offen gesagt, im Kontext der Verhandlungen keinen Sinn ergaben.»

Der Shas Vorsitzende Aryeh Deri kritisiert die Opposition scharf für ihre negative Haltung gegenüber der Waffenruhe und wirft ihr vor, ‘dem Staat im Streben nach politischen Zielen zu schaden’. «Es ist bedauerlich zu sehen, wie ehemalige Premierminister, Verteidigungsminister und Generalstabschefs gegen den Staat arbeiten, um kurzfristige politische Vorteile zu erzielen», sagte Deri. Er bezeichne es als klar, dass der Krieg «neben unseren amerikanischen Verbündeten immense Erfolge» gebracht habe, und argumentiere, dass «jeder, der einen falschen Eindruck von einer Niederlage erweckt, beweist, dass ihm Politik wichtiger ist als Patriotismus.» Ich frage mich, welcher Sieg wurde errungen, ausser dass es unglaublichen Sachschaden auf allen Seiten gibt? Es gibt keinen Regimewechsel im Iran, die atomare Aufrüstung wird weitergehen. Die Bedrohung besteht also nach wie vor!

Oppositionsführer Yair Lapid bezeichnete in einer Pressekonferenz, den Krieg gegen den Iran als «diplomatische Katastrophe in einem Ausmass, wie ich es noch nie erlebt habe.»

Ex PM Naftali Bennett schliesst sich der Kritik an, die von der Opposition gegen die Regierung kommt. Er argumentierte, Netanyahu habe die Kriegsziele nicht erreicht, und dies werde „Israel einem rachsüchtigen Iran aussetzen», der noch entschlossener sein werde, sich nuklear zu bewaffnen. «Der Grund, warum so viele Menschen heute Abend enttäuscht sind, ist, dass die Führung uns Illusionen verkauft hat», fährt er fort. «All ihre leeren Versprechungen sind uns um die Ohren geflogen. Leider sieht jeder von uns mit eigenen Augen, dass die Hamas stärker wird. Die Hisbollah und der Iran stehen auf eigenen Beinen, und das geschieht, weil eine Regierung, die Israel von innen heraus zerlegt, den Feind von aussen nicht besiegen kann.»

Israel betont, dass die Hisbollah damit begonnen hat, sich aus der alten Hochburg Dahiyeh im Süden von Beirut zurückzuziehen. Das Ziel des ‘Umzugs’ liegt im Norden der Stadt, wo sich hauptsächlich stark gemischte Wohngebiete befinden. Eine Miliz, die sich der Bevölkerung als menschlichen Schutzschild bedient, ist immer eine Terrororganisation. 

Ella Waweya, die arabischsprachige Sprecherin der IDF warnt die libanesische Zivilbevölkerung, dass die Zerstörung, die die Hisbollah über die Dahiyeh gebracht hat, mit ihr weiterziehen wird. «Terroristen der Hisbollah, es gibt keinen sicheren Ort für euch. Die IDF wird euch weiterhin verfolgen und mit aller Härte gegen euch vorgehen», fügt Waweya hinzu. Dahiyeh war in den vergangenen Wochen immer wieder das Ziel der israelischen Angriffe gewesen und wurde weitreichend zerstört. 

Trotz der Waffenruhe hat das Home Front Command bekannt gegeben, dass derzeit alle Einschränkungen unverändert in Kraft bleiben. Angesichts der neuen Lage werden Diskussionen zwischen den Sicherheitskräften erwartet, die angesichts der neuen Lage neue Entscheidungen treffen sollen. Am Abend gibt das Home Front Command bekannt, dass es im Norden deutliche Erleichterungen geben wird und für den Süden sämtliche Einschränkungen aufgehoben werden. Auch der reguläre Schulunterricht soll morgen wieder beginnen. 

Seit Beginn der Waffenruhe haben die VAE 17 iranische Raketen und 25 Drohnen erfolgreich abgewehrt. Offenbar fühlt sich der Iran nur den USA und Israel gegenüber zur Einhaltung der Waffenruhe verpflichtet. Ein Teilstück der ost-westlichen saudi-arabischen Oel-Pipeline wurde trotz der Waffenruhe beschossen und erheblich beschädigt. Nur von hier aus kann seit der Schliessung der Strasse von Hormus Rohöl exportiert werden.

Im palästinensischen Dorf Burin in der Nähe von Nablus griffen jüdische Siedler-Terroristen eine Frau mit Pfeffer-Spray an. Zwei junge Männer wurden in der Nähe des Dorfes Einabus, ebenfalls in der Region Nablus angegriffen. In den südlichen Hügeln von Hebron wurden zwei Kinder im Alter von 11 und 13 Jahren von jüdischen Siedler-Terroristen bedroht. In der Region Hebron wurden Soldaten und jüdische Siedler-Terroristen dabei gefilmt, wie sie nicht nur in ein Dorf eindrangen, sondern auch die Tiere der Bewohner forttrieben und einen Mann verletzten. Von der IDF kam bisher noch kein Kommentar. 

Muhammad Samir Muhammad Washah, massgebliches Mitglied der Waffen- und Raketen-Produktion der Hamas wurde bereits am Mittwoch von der IDF durch einen gezielten Angriff auf sein Fahrzeug eliminiert. Sein Beifahrer wurde ebenfalls getötet. Washah war regelmässig an Anschlägen gegen Israel beteiligt. Er trat auch sehr gerne mit seiner Presseweste auf, die ihn als Mitarbeiter von Al Jazeera tarnte.



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