23. und 24. Nissan 5786


Erstmals wird die US-amerikanische Delegation, die morgen, Samstag, in Islamabad erste Verhandlungen mit dem Iran führen soll, von Vizepräsident Vance angeführt. Bisher waren es immer Jared Kushner und Steve Witkoff. Die beiden wurden vom Iran als Gesprächspartner abgelehnt, weil sie «noch zu Atom-Verhandlungen mit uns an einem Tisch sassen, während die Angriffe auf uns schon geplant wurden.» Vance gab sich vorsichtig optimistisch: «Ich denke, es wird positiv werden. Wenn die Iraner wirklich verhandeln wollen, werden wir zu Vielem bereit sein. Wenn sie aber glauben, mit uns spielen zu müssen, werden sie herausfinden, dass wir dazu nicht bereit sind.» Die beiden Delegationen sind heute am frühen Vormittag unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen in Islamabad eingetroffen. Die Strassen blieben nach entsprechenden Aufforderungen nahezu menschenleer.
Eine grosse Zahl von Minen verhindert, dass der Iran die Strasse von Hormus öffnet. Nachdem es keine Pläne darüber gibt, wo genau sich die Minen befinden, sind die ‘garantiert sicheren’ Routen limitiert und nicht ohne Risiko. Einige von ihnen bewegen sich mit der Flut und sind deshalb nicht mehr lokalisierbar. Trotzdem erklärt Trump wieder einmal vollmundig: «Wir werden die Meerenge mit oder ohne den Iran öffnen, aber sie wird offen sein», sagt Trump zu den Reportern. «Ich glaube, sie wird ziemlich schnell geöffnet werden, und wenn nicht, werden wir das so oder so zu Ende bringen können.»

Die ersten Gespräche fanden am heutigen Nachmittag statt und endeten nach zwei Stunden. Die Meldungen, die über die Inhalte veröffentlicht wurden, waren unterschiedlich. So behaupteten die USA, dass heute mehrere US-amerikanische Kriegsschiffe ungehindert die Strasse von Hormus passiert hätten, während der Iran festhielt, es habe keine solche Bewegung gegeben. Bei den Schiffen habe es sich um Minenräumer gehandelt. Trump schrieb: «Wir beginnen jetzt mit der Räumung der Strasse von Hormus, nachdem wir alle 28 iranischen Minenleger versenkt haben.» Trump hatte vor Beginn der Gespräche festgehalten: «Die iranischen Delegationsmitglieder haben nichts in der Hand, mit dem sie verhandeln können. Der einzige Grund, warum sie überhaupt noch leben, ist aber die Verhandlung.» Aus dem Iran klang es anders: «Frieden ist nicht genug für das Land. Wir sind sehr massiv betroffen und haben unglaublich hohe Kosten, die das Volk zahlen muss.»
Als Zeichen von ‘ernsten Absichten’ haben die USA zugestimmt, iranische Gelder, die in Katar und anderen ausländischen Banken eingefroren waren, freizugeben. Die Gelder sollen dazu beitragen, die Strasse von Hormus zu öffnen. Diese Aussage wurde wenig später von den USA dementiert. Der katarische Aussenminister weigerte sich, entsprechende Fragen zu beantworten.
Der Abgeordnete der Hisbollah im libanesischen Parlament, Hassan Fadlallah, bekräftigt die Meinung seiner Terrororganisation, dass die direkten Verhandlungen zwischen Israel und dem Libanon verfassungswidrig sind. Des Weiteren betont er, dass sie die innere Spaltung des Landes noch verschärfen. Der libanesische PM Nawaf Salam hat seinen Flug nach Washington zu den Gesprächen, die am Dienstag beginnen sollten, verschoben. «Herr Nawaf Salam muss sich bewusst sein, dass die Nichtbeachtung der beispiellosen Rolle des Widerstands und der heldenhaften Hisbollah den Libanon irreparablen Sicherheitsrisiken aussetzen wird.» Immerhin hatte es erstmals offiziell gewordene Telefonate zwischen den Botschaftern des Libanons und Israels in den USA gegeben.
Ob die Aussage von Netanyahu, so bald wie möglich mit den direkten Verhandlungen sowohl mit dem Iran als auch dem Libanon beginnen zu wollen, reines Wunschdenken oder diplomatisches Vorgehen ist, sei hier undiskutiert. Hisbollah-Chef Naim Qassem hat die libanesische Regierung im Vorfeld der in der kommenden Woche beginnenden Verhandlungen zwischen dem Libanon und Israel dringend aufgefordert, keine ‘kostenlosen Zugeständnisse’ an Israel zu machen. Angesichts der nahezu 300 Toten, die der Angriff von Mittwoch forderte, ist das kein Wunder. Netanyahu hat gestern angekündigt, das Ziel der Gespräche sei eine dauerhafte Entwaffnung der Hisbollah und ein umfassendes Friedensabkommen. Good luck, die Vorzeichen stehen dazu nicht gut!
Israelische Politiker verurteilen Pakistan, das bei den bevorstehenden Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran vermittelt. Der Verteidigungsminister, Khawaja Asif, hatte Israel als «böse und Fluch für die Menschheit», als «Krebsgeschwür» und als «Mittel zur Beseitigung der europäischen Juden» bezeichnet. In einem Beitrag auf X behauptete Khawaja Asif, dass «während in Islamabad Friedensgespräche stattfinden, im Libanon Völkermord begangen wird. Unschuldige Bürger werden von Israel getötet, zuerst in Gaza, dann im Iran und jetzt im Libanon; das Blutvergiessen geht unvermindert weiter. Ich hoffe und bete, dass die Menschen, die diesen krebsartigen Staat auf palästinensischem Boden geschaffen haben, um die europäischen Juden loszuwerden [sic!], in der Hölle schmoren», fügte er hinzu.
Netanyahu reagiert empört: «Dies ist keine Äusserung, die von irgendeiner Regierung toleriert werden kann, schon gar nicht von einer, die behauptet, ein neutraler Vermittler für den Frieden zu sein.» Auch Aussenminister Gideon Sa’ar reagierte und schloss sich den Aussagen aus dem Büro des PM an. «Die Bezeichnung des jüdischen Staates als ‚Krebsgeschwür‘ ist faktisch ein Aufruf zu seiner Vernichtung. Israel wird sich gegen Terroristen verteidigen, die seine Zerstörung schwören», sagt Sa’ar

Der ehemalige iranische Aussenminister Kamal Kharazi, 81, erlag gestern seinen Verletzungen, die er bei einem US-amerikanischen Angriff am 1. April erlitten hatte. Er war der Kopf des ‘Strategic Council for International Relations’. Kharazi war der Vertreter des Iran bei den UN, bevor er von 1997 bis 2005 das Amt des Aussenministers innehatte.

Entgegen anderslautenden Meldungen ist der neue religiöse Führer des Irans Ayatollah Mojtaba Khamenei schwer verletzt und wird weiterhin an einem geheimen Ort behandelt. Er ist jedoch bei Bewusstsein und nimmt an allen Sitzungen via Audio-Konferenz teil. Auch werden sämtliche Entscheidungen gemeinsam mit ihm getroffen.
Die Hisbollah übernahm die Verantwortung für den Angriff mit ‘Präzisions-Raketen’ auf den Hafen von Ashdod von Donnerstagabend. Die Rakete wurden nach 1 Uhr nachts vom Libanon abgeschossen und von der IDF abgewehrt. Es handelt sich bei dem Angriff um den bisher weitreichendsten innerhalb von Israel.
Die IDF wurde im Süden des Libanon erneut fündig. Zunächst fanden sie einen Raketenwerfer, der abschussbereit und geladen Richtung in Israel ausgerichtet war. Kurz darauf entdeckten sie einen Tunneleingang. Dort wurden zahlreiche Waffen, inklusive Panzerabwehrraketen, gefunden und zerstört.

Am Freitagnachmittag schlug eine Rakete aus dem Libanon, von der man angenommen hatte, sie würde auf freiem Gebiet abstürzen, auf einem Parkplatz in Sfad ein und richtete dort erheblichen Sachschaden an. Ein Grossteil der Raketen-Salve wurde abgefangen und zerstört. Eine weitere Rakete schlug in eine Sporthalle in Nahariya ein und verursachte dort Sachschaden. Auch hier gab es keine Verletzten. Die IDF gab an, dass seit dem Morgen 30 Raketen aus dem Libanon abgeschossen wurden.




Eine Salve der Hisbollah mit fünf Raketen in Richtung der nördlichen Stadt Karmiel konnte abgewehrt werden. Eine Schule in Deir al-Asad erlitt Schaden durch herabstürzende Trümmerteile. Am Vormittag traf eine Rakete der Hisbollah ein Wohnhaus im nördlichen Misgav Am. Es gab beträchtlichen Sachschaden.
Bei einer Reihe von schweren Angriffen der IAF auf Regierungsgebäude in der südlichen Stadt Nabatiyeh (Nabatäa) wurden mindestens acht Angehörige des libanesischen Staatssicherheitsdienstes getötet. Unmittelbar nach dem Angriff brach ein Feuer aus, das bisher noch nicht gelöscht werden konnte. Trotz der Bitte von Trump, die Angriffe auf den Libanon zumindest zu reduzieren, um die bevorstehenden Gespräche nicht zu torpedieren, kündigte Netanyahu an, diese uneingeschränkt fortsetzen zu wollen, um allfällige Bedrohungen zu eliminieren.
Ein jüdischer Siedler-Terrorist wurde dabei gefilmt, wie er mit einer halbautomatischen Waffe einen Palästinenser bedroht, der auf seinem Feld in al-Mughayyir arbeitet. Diese Art von Waffe wird vom ‘Nationalen Sicherheitsministerium’ von Ben-Gvir oder von der IDF an Siedler zu Schutzzwecken abgegeben. Sie werden mittlerweile vermehrt für Angriffe und Pogrome durch jüdische Siedler-Terroristen gegen Palästinenser eingesetzt.
Nachdem es gestern hiess, nur drei von 10 Staaten hätten bisher ihre Zahlungen an den ‘Board of Peace’ gezahlt, der damit knapp vor dem finanziellen Aus steht, korrigiert Trump heute die Meldung: «Eine grundlegend falsche und irreführende Berichterstattung von @Reuters heute. Der „Board of Peace“ ist eine schlanke, umsetzungsorientierte Organisation, die bei Bedarf Finanzmittel abruft. Es gibt keine finanziellen Engpässe. Bislang wurden alle Finanzierungsanträge sofort und in voller Höhe bewilligt. (…) Wir arbeiten unermüdlich an diesen Bemühungen und werden in Kürze wichtige Neuigkeiten bekannt geben.» Wem glaube ich eher? Einem notorischen Lügner und gefährlichen Träumer oder einem Wirtschaftsjournalisten? Ausser viel Tamtam ist vom ganzen aufgeblähten Trump Gespinst noch nichts umgesetzt. Nickolay Mladenov erklärte. «Derzeit ist kein Geld für was auch immer verfügbar!» R.I.P. Friedensplan!
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