Was geschah am 27. Dezember?

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Geschichte:

1985 werden bei einem Terrorangriff im Flughafen Wien Schwechat bei den Schaltern der ELAL 3 Personen getötet und mehr als 30 Passagiere teilweise schwer verletzt. Zeitgleich findet am römischen Flughafen Fiumicino ebenfalls ein Terroranschlag statt, bei dem 15 Personen ums Leben kommen. Für die Anschläge verantwortlich zeichnet die Organisation Abu-Nidal, eine Abspaltung der PLO.

2008 begann die IDF nach jahrelangem Raketenbeschuss aus dem Gaza Streifen auf Israel die «Operation gegossenes Blei». 2005 hatte sich Israel völlig aus dem Gaza Streifen zurückgezogen. 2006 gewann die Terrororganisation Hamas die Wahlen und übernahm damit die Herrschaft über den Gaza Streifen. Unmittelbar nach den Wahlen begann der Beschuss auf Israel dramatisch anzusteigen. Im Juni 2006 gelang es Terroristen Gilad Shalit in Israel zu entführen. Erst am 18. Dez. 2011 wurde er im Austausch gegen 1027 in Israel inhaftierter Terroristen freigelassen. Im Sommer 2008 war ein Waffenstillstand ausgehandelt worden, der jedoch von der Hamas mit heftigem Beschuss während des Chanukka Festes gebrochen wurde. Nach monatelangen Vorbereitungen seitens der IDF begann am 27. Dez. die «Operation gegossenes Blei», die erst im Januar 2009, am Tag der Amtseinführung von Präs. Barak Obama endete.

Geboren: 

1925 wird Moshe Arends in Kaunas (Litauen) geboren. Arens wanderte früh mit seinen Eltern in die USA aus und erwirbt sein BA an der MIT in Boston als Flugzeugingenieur. Nach seinem Militärdienst in den USA wanderte er im Jahr 1948, kurz vor der Staatsgründung nach Israel aus und wurde dort Mitglied des Irgun (zionistische paramilitärische Untergrundorganisation), traf dort auf Menachem Begin, mit dem er lebenslang eng verbunden blieb. Nach weiteren Studien in den USA war er von 1962 bis 1971 stellvertretender Chef der israelischen Luftfahrtindustrie (heute: Israel Aerospace Industries in Lod). Seit 1974 war er in der Politik für den Likud aktiv. 1982 wurde er Botschafter Israels in den USA. Zurück in Israel forderte er Benjamin Netanyahu als Chef des Likud heraus, gewann aber nur 18 % der Stimmen. 1999, nach dem Verlust der Wahlen seitens des Likud schied er endgültig aus der Politik aus. Er verstarb am 7. Jan. 2019 in Savjon (Israel)

1931 wird Josef «Tommy» Lapid, der Vater des heutigen alternierenden PM Yair Lapid in Novi Sad (Königreich Jugoslawien) geboren. Während sein Vater und seine Grossmutter in der Shoa ermordet wurden, überlebte er mit seiner Mutter im Ghetto von Budapest. 1948 wanderte er nach Israel aus und absolvierte seinen Militärdienst als Mechaniker. Anschliessend studierte er Jura an der Universität in Tel Aviv, wo Efraim Kishon auf ihn aufmerksam wurde und ihn als Mitarbeiter der ungarisch-sprachigen Zeitung Kelet anwarb. Kelet war damals das Sprachrohr der sozialdemokratischen Mapai Partei. Später änderte er seinen Namen von Lampel auf Lapid. Seit 1944 arbeitete er als Journalist und später auch Herausgeber bei Maariv. Von 2003 bis zum Scheitern der Regierung war er Justizminister und Vizepremier. Mit seiner Kritik an der Operation der IDF an der Grenze zum Gazastreifen im Jahr 2004, die er mit der Shoa verglich, geriet er in das Blickfeld von PM Ariel Sharon, damals Likud. 2006 zog er sich aus der Politik zurück. Er verstarb am 1. Juni 2008 in Tel Aviv.

Gestorben:

Sidonie Werner, geboren am 16. März 1860 in Posen, verstirbt 1932 in Hamburg. Nach dem Besuch der Höheren Töchterschule absolvierte sie das Lehrerinnenseminar. Sie unterrichtete als Volksschullehrerin in Altona und Hamburg. Nachdem sie 1893 mitbeteiligt war an der Gründung des «Israelitischen humanitären Frauenvereins» übernahm sie später dessen Präsidentschaft, die sie bis zu ihrem Tod innehatte. Gemeinsam mit Bertha Pappenheim (1859 bis 1936), bekanntgeworden als «Anna O.», gründete sie 1904 den Jüdischen Frauenbund[1]. Ziel des Vereins waren der Kampf gegen den Antisemitismus, die Stärkung der weiblich-jüdischen Identitätsbildung, der Kampf gegen den Mädchenhandel[2] [3]und verbesserte Ausbildungsmöglichkeiten für aus Polen eingewanderte Mädchen und Frauen. Als Vorstand der Zentralwohlfahrstelle für Juden in Deutschland[4],  die seit 1917 bestand, kümmerte sie sich besonders um das «Sidone-Werner-Heim» in Bad Segeberg.  


[1] Sigmund Freund und Josef Breuer nahmen ihre Fallgeschichte als Grundlage für die «Studien der Hysterie»

[2] In dem Zusammenhang errichtete sie zahlreiche Dienststellen an Bahnhöfen, um die ankommenden Mädchen und Frauen sofort beim Eintreffen betreuen zu könne, bevor sie in die Hände von Schleppern gerieten.

[3] Der Frauenhandel wurde ab 1906 von der jüdischen Zuhälterorgansation «Zvi Migdal» betrieben, die in den Shtetl Polens und Ungarns junge Frauen mit dem Versprechen einer besseren Zukunft durch wohlhabende Männer anwarben. Die Frauen wurden über Deutschland nach Südamerika gebracht, und mussten dort als Prostituierte arbeiten. Erst 1930 wurde der Ring von den Behörden verboten und zerschlagen. 

[4] Diese betreute neben jüdischen Bedürftigen u.a. auch Oskar Schindler bevor er nach Argentinien auswanderte.



Kategorien:Aus aller Welt, Israel, Timeline

1 Antwort

  1. thank you Esther! Very informative!

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