Was geschah am 18. April?

17. Nissan 5782

Technologie – Umwelt:

2020 gewann Anai Green den «Women4Climate Tech Challenge». Ihr Name ist Programm. Aufgewachsen in Israel, absolvierte sie die bekannte «Bezalel Academy of Art». Nach dem Abschluss ging sie für einige Zeit nach Japan, um nach ihrer Rückkehr nach Israel ein eigenes Design Studio zu eröffnen. Ihr Arbeitsgebiet war dabei hauptsächlich die umweltverträgliche Beschattung und Beleuchtung im urbanen Raum.

Mit «Lumiweave» ist ihr damit eine grossartige Lösung gelungen. Ihr Partner, Tal Parnes, High Tech Ingenieur, entwickelte für sie eine spezielle, äusserst flexible Sonnenkollektorfolie. Diese Folie dient tagsüber als Beschattung in Parks, am Strand, in der Gastronomie und an anderen weitflächigen Gebieten. In der Dunkelheit werden diese Flächen mittels Solarstrom beleuchtet. Selbst nach drei Tagen ohne ausreichende Sonnenbestrahlung funktioniert dies ohne Probleme. Lumiweave kann sowohl als Einzelinstallation oder auch in Gruppen installiert werden. 

Ein technologisches High Light, das umweltfreundlich und auch optisch ansprechend ist.

Diplomatie:

2020 wurde die damals 27-Jährige Naama Issachar vom damaligen PM Netanyahu aus Moskau abgeholt und nach Israel gebracht. Man hatte bei ihr 9.5 gr Cannabis gefunden, die sie auf dem Flug von Indien nah Israel mit Zwischenstopp in Moskau bei sich trug. Issachar befand sich bei ihrer Festnahme im Transitbereich des Flughafens. Die Umstände ihrer Verhaftung und das mit 7 ½ Jahren Haftstrafe harte Urteil war damals fast zum diplomatischen Desaster zwischen den beiden Staaten geworden. 

Die Begnadigung durch Präsident Putin wurde als Geste an PM Netanyahu gewertet, es sei keinen weiteren Deal abgeschlossen worden. 

Und doch hat es einen Deal gegeben. Aber erst jetzt entdecke in den Medien, dass es ihn sehr wohl gab. 

Nachdem Aussenminister Lapid Russland wegen Kriegsverbrechen in der Ukraine scharf kritisiert hatte, wurde der israelische Botschafter in Moskau, Alexander Ben Zvi zu einer Rüge in das russische Aussenministerium einberufen. 

Der Deal aus dem Jahr 2020 sah vor, das Eigentum an der Alexander-Newski-Kirche und Kathedrale der Heiligen Dreifaltigkeit an Russland zu übertragen. Wenige Tage später war der entsprechende Eintrag im israelischen Grundbuchregister bereits vorgenommen. Der Kirchenkomplex liegt unmittelbar neben der Grabeskirche im christlichen Viertel der Altstadt von Jerusalem.

Das Jerusalemer Bezirksgericht widerrief die Übertragung im vergangenen Monat. Die israelische Regierung muss nun zwischen der «Imperial Orthodox Palestine Historic Society» und der dem Kreml nahestehenden «Imperial Orthodox Palestine Society» entscheiden, welche der beiden fast namensgleichen Organisationen der rechtmässige Eigentümer ist und wer es nur vorgibt zu sein. 

1859 hatte Zar Alexander II. das Grundstück erworben und die Kirchen gebaut. Nach 1917 hatten im Exil lebende russische Flüchtlinge es als ihr Eigentum angesehen. Der Kreml hingegen sieht das Eigentumsrecht auf seiner Seite.

Der ehemaligen russische PM Sergei Stepashin sagte dazu, dass Russland seit mehr als fünf Jahren darum bemüht sei, das Grundstück zurückzuerhalten. «Wir haben alte Dokumente gefunden. Aber dann kam die Sache (sic!) mit der Ukraine dazwischen und Israel hat sich genauso verhalten, wie wir es erwartet haben. Es bemüht sich, es alles Seiten recht zu machen, hier nennt man das Ping-Pong.»

Russlands Präsident hielt nun den Zeitpunkt für gekommen, sich mit einem entsprechenden Brief an PM Bennett zu wenden und an die Erfüllung dieses Handels zu erinnern. 

Falls Israel, was einerseits korrekt zu sein scheint – pacta sunt servanda – das Grundstück samt den Immobilien an Russland überträgt, muss es andererseits mit diplomatischen Verwicklungen rechnen.



Kategorien:Aus aller Welt, Israel, Timeline

Hinterlasse einen Kommentar