Was geschah am 3. Mai?

2. Ijjar 5782

Geboren: 

1898 wurde Golda Meir, geborene Goldie Mabovitch, in Kiew, damaliges Russisches Reich, heute Ukraine, geboren. Schon als Kind musste sie antijüdische Pogrome in ihrer Heimatstadt miterleben. Ihr Vater floh 1903 in die USA. Drei Jahre später holte er seine Familie nach Milwaukee, wo sie die Schule besuchte, welche sie nach der achten Klasse als Jahrgangsbeste abschloss. 

Weiterbildende Schulen wurden ihr von der Mutter verweigert, die sich auf den Standpunkt stellte, Mädchen sollten früh heiraten und benötigten keine höhere Bildung. Mit 14 Jahren zog sie zu ihrer Schwester nach Denver, um dort die High School zu besuchen. In der Zeit lernte sie auch ihren künftigen Ehemann, Maurice Meyerson (1893 bis 1951) kennen, den sie 1917 heiratete. Zwei Jahre hielten die Eltern die Trennung durch, dann erlaubten sie Golda ihre High School Ausbildung daheim fortzusetzen, die sie 1916 abschloss. 

Bereits in Denver hatte sie erste Kontakte zu Zionisten gehabt, in Milwaukee wurde sie Mitglied der sozialistisch – zionistischen Organisation «Poalei Zion», Arbeiter Zions. Diese Organisation verstand sich als Gegenentwurf zum Allgemeinen Jüdischen Arbeiterbund, der sich gegen den Zionismus ausgesprochen hatte. In Palästina gründeten sie die ersten Kibbuzim und waren die Wegbereiter für zahlreiche staatlich-soziale Leistungsträger in Israel. Auf die Vorläuferorganisation der Haganah, HaShomer, der Wächter, der heute noch als jüdischer Jugendbund HaShomer HaTzair – der junge Wächter existiert, sowie die Jüdische Legion, die im Ersten Weltkrieg gemeinsam mit den Briten kämpfte, konzentrierten sich ihre Aktivitäten. 1919 spaltete sich «Poalei Zion» in den rechten, den Zionisten zugewandten und den linken kommunistischen Flügel. Aus dem rechten Flügel entwickelte sich, u.a. unter der Führung von David Ben Gurion, die links-sozialistische Mapai, der Vorläuferpartei der heutigen Awoda.

1921 zog sie mit ihrem Mann nach Palästina, wo sie sich fast ausschliesslich der Politik widmete.  Ab 1946 übernahm sie die politische Abteilung der Jewish Agency.

Noch Mitte Mai 48, nur wenige Tage vor der Staatsgründung führte sie geheime Verhandlungen mit dem jordanischen König Abdallah, in der Hoffnung, den bereits drohenden Krieg gegen die arabischen Staaten noch verhindern zu können. Der Versuch misslang. 

1949 errang sie einen Sitz in der Knesset, den sie, ohne Unterbruch bis 1974 innehatte. Sie hatte unter den PM Ben Gurion, Mosche Sharet und Levi Eshkol verschiedene Ministerposten, bis sie 1969 zur ersten und bisher einzigen Ministerpräsidentin Israels gewählt wurde. Sie war aufgrund verschiedener Entscheidungen nicht unumstritten. Warnungen von König Hussein von Jordanien, der eigens nach Tel Aviv geflogen war, um Israel vor einem bevorstehenden Krieg zu warnen, nahm sie nicht ernst. Der folgende Jom Kippur Krieg (6. bis 25. Oktober 1973) kostete sie bei den Wahlen im Dezember 1973 den Sieg. 

Am 11. April 1974 kündigte sie ihren Rücktritt und gleichzeitigen Rückzug aus der Politik an. Bis zur Vereidigung von PM Jitzchak Rabin führte sie die Amtsgeschäfte kommissarisch weiter.

Am 8. Dezember 1978 verstarb sie und wurde am Herzlberg in Jerusalem beigesetzt. 

Geschichte:

2022 Heute Abend um 20 Uhr ertönen wieder die Sirenen in ganz Israel und das Land kommt ein zweites Mal innerhalb von nur einer Woche für eine Minute zum völligen Stillstand. Es ist der «Gedenktag für die Gefallenen der Feldzüge Israels und die Opfer des Terrors». Dieser Tag wird immer am Vortag vom Unabhängigkeitstag begangen. 

Gedacht wird auch der Gefallenen der Untergrundbewegungen während der britischen Mandatszeit, sowie der Gefallenen aus der Zeit von 1860 bis 1948. Seit 2017 gibt es auf dem Herzlberg eine Nationale Gendenkhalle für die Gefallenen. Auf kleinen Ziegelsteinen sind dort die Namen von jedem Gefallenen vermerkt. 

Auch in diesem Jahr werden zahlreiche neue Namen hinzugefügt werden müssen. Es sind die Opfer von Terroranschlägen, die seit dem vergangenen Gedenktag ermordet wurden. Mit heutigem Stichtag sind es 24.068 gefallene Soldaten, das bedeutet 56 mehr Getötete seit dem vergangenen Jahr. Die Zahl der Terroropfer erhöhte sich im gleichen Zeitraum auf 3190.

Am Abend beginnen die Zeremonien mit einer Veranstaltung an der Klagemauer, wobei die israelische Flagge bis morgen Abend auf Halbmast gesetzt wird.

Am morgigen Vormittag finden um 10:45 israelweit Zeremonien auf den Friedhöfen statt. Die Gräber wurden in den vergangenen Tagen bereits geschmückt, an jedem Grab steht während des ganzen Tages eine Ehrenwache. Um 11 Uhr ertönen nochmals für wiederum zwei Minuten die landesweiten Sirenen.

Der Tag wurde bewusst unmittelbar vor den Unabhängigkeitstag gelegt, um den Menschen immer wieder in Erinnerung zu bringen, wie viele Opfer für die Unabhängigkeit gebracht werden mussten und welch wesentlichen Anteil das Militär dabei hatte.



Kategorien:Aus aller Welt, Israel, Timeline

Hinterlasse einen Kommentar