Was geschah am 24. Juli?

25. Tammus 5782

Gestorben:

1991 verstarb in Surfside, Florida, Isaac Bashevis Singer, geboren am 21. November 1902 als Icek Hersz Zynger, in Leoncin, Polen. 

Die Familie lebte seit vielen Generation in Polen, seit mindestens sieben Generation waren die Männer chassidische Rabbiner. Angeblich gehörte einer der Vorfahren sogar zu den Schülern von Baal Shem Tov, dem Gründer des Chassidismus. 

Obwohl die Familie wohlhabend war, verzichtete man auf weltlichen Luxus, sowohl, was die Wohnung, als auch, was den Lebensstil anging. Isaac selbst erkannte früh, dass sie religiösen Regeln teilweise von Menschen und nicht von Gott aufgestellt worden waren und weigerte sich, die rabbinische Familientradition fortzusetzen. In den Augen seines strengen Vaters galt er als Atheist. 

Nach einem kurzen Zwischenstopp an einen chassidischen Hof, wo der Vater als Hilfsrabbiner arbeitete, zog die Familie in das Armenviertel von Warschau, der damals weltweit grössten jüdischen Siedlung. Dort erhielt Isaac seine klassische jüdische Ausbildung. Auf Grund der Wirtschaftslage musste sich die Familie trennen. Mit seiner Mutter und den Brüdern zog er in den Geburtsort einer Mutter, wo er die traditionelle Lebensform polnischer Juden kennenlernte.

1921 kehrte Isaac nach Warschau zurück, um am modern-orthodoxen Seminar die Rabbinerausbildung zu absolvieren. Er brach die Ausbildung jedoch ab und übersiedelte in die Provinz. Dort begann er neben seiner Arbeit als Korrektor einer jiddischen Zeitschrift selbst zu schreiben. 

1935 wurde er von einem älteren Bruder als Redakteur in die Tageszeitung «Forverts» nach New York berufen. Durch die Übersiedelung musste er sich von seinem Sohn und einer ersten Frau trennen. Erst 1955 traf er seinen Sohn in Israel wieder. 

1950 erschien die Geschichte der Vernichtung des polnischen Judentums unter dem Titel «Familie Moschkat». Diesem ersten Band der Trilogie folgten zwei weitere Bände 1967 und 1969. Ab 1957 folgten zahlreiche weitere Werke. 1981 erschien sein erster autobiografischer Roman «Verloren in Amerika».

1978 erhielt er den Nobelpreis für Literatur. 

Geschichte:

1922 wird das Völkerbundmandat für Palästina errichtet. Ziel war es, die «Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina» voranzutreiben. Beauftragt wurde dieses Mandat auf der Konferenz von San Remo nach dem Zusammenbruch des Osmanischen Reiches als Folge des Ersten Weltkrieges.

Zunächst umfasste das gesamte Gebiet das heutige Israel, Jordanien, den Gazastreifen und das Gebiet von Judäa und Samaria. Bereits 1923 wurde das Emirat Transjordanien abgetrennt, welches im Jahr 1946 zum selbstständigen Königreich Jordanien wurde. Während der Mandatszeit von 1923 bis 1948 endete somit das von Grossbritannien verwaltete Gebiet am Jordan, der als natürliche Grenze galt.

Das Mandat endete am 14. Mai 1948. Unmittelbar nach dem Ende der Mandatszeit wurde der selbstständige Staat Israel ausgerufen. 

Nichtwissen schützt nicht vor Strafe:

2021/2022 Im vergangenen Jahr hinterliess das Drama am Mt. Meron anlässlich von Lag BaOmer 45 Tote und 150 grossteils Schwerverletzte. Traditionell feiern ultra-orthodoxe Juden dort die Erinnerung an Rabbi Shimon bar Jochai, der an diesem Tag verstorben ist und das Ende des Bar-Kochba-Aufstandes im Jahr 136 CE. Die 49 Trauertage zwischen Pessach und Shawout werden an diesem Tag für fröhliche Feiern unterbrochen. Man trifft sich bei Lagerfeuern und beim Picknick. Lag BaOmer ist auch ein klassischer Tag, um zu heiraten. 

Im Jahr 2021 grassierte noch die Pandemie. Die Besucherzahlen am Mt Meron waren daher auf 10.000 beschränkt. Tatsächlich befanden sicher aber zum Zeitpunkt der Tragödie mehr als 100.000 Menschen auf dem Gelände. Gegen 00:50 rutschten die Teilnehmer auf dem viel zu engen und steil abschüssigen Weg aus, der auf Grund von ausgeschüttetem Wasser nass und glitschig war. Zuvor waren schon einige Personen beim Ausgang eingeklemmt worden. Es gab Lautsprecherwarnungen, Chaos brach aus. Rabbiner Lau versuchte mit dem lauten Rezitieren von Psalmen die Menge zu beruhigen, ein hilfloser Versuch. 

Die Polizei wies alle Verantwortung von sich, die baulichen Gegebenheiten seien vor der Veranstaltung untersucht und für sicher befunden worden. Das mag schon sein, aber waren sie auch geeignet, eine mehr als zehnfache Zahl von Menschen sicher aus dem Festgelände gelangen zu lassen? Ganz sicher nicht!

Jetzt wurde der damalige PM Netanyahu zu den Vorgängen vor Gericht als Zeuge aufgerufen. Er, der Mann, der nur eine Person gelten liess, nämlich sich selbst, der immer nur sich in den Vordergrund seiner Reden stellte, ausgerechnet er lehnt nun jede Art von Verantwortung ab! 

Die Vorsitzende der Untersuchungskommission, Dvora Berliner legte ein Dokument aus dem Jahr 2011 (!) mit dem Titel „Die Kommentare des Premierministers zum Bericht des Staatsrechnungsprüfers“ vor, in dem bereits auf die Sicherheitsbedenken in Meron hingewiesen wird. Und was war die Antwort, die sie von MK Netanyahu erhielt «Das Dokument heisst zwar «die Kommentare des PM» wurde aber in Tat und Wahrheit von meinen Mitarbeitern geschrieben. Sie haben die Fragen beantwortet.»

Das aber ist ein Zeichen von persönlichem Desinteresse, und Führungsversgen! Mehr noch, immer wieder zwischen 2008 und 2014 wurde auf die Sicherheitsmängel schriftlich hingewiesen. Und wieder lehnte MK Netanyahu ab «Der PM befasst sich nicht mit diesen Dingen.» Entsprechende Anfragen nach der Tragödie will er nicht erhalten haben, denn «der PM wird auf Hunderten, ja Tausenden von Zetteln einkopiert.»

Ein PM, der den Namen verdient, muss über eine solche Grossveranstaltung informiert sein, Israel hat immerhin nur etwa 9 Millionen Bürger, ist also durchaus überschaubar! Nicht Wissen schützt ihn nicht davor, Verantwortung zu übernehmen. 

Dieser Mann hat wieder einmal bewiesen, dass er nicht geeignet ist, als PM seinem Land zu dienen!



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