18. Elul 5782
Geboren:
Zwischen 1690 und 1700 wird das heutige Datum als Geburtstag von Rabbi Israel ben Eliezer, besser bekannt als Ba’al shem tov, Träger des guten Namens, in Okopy Świetcej Trójcy, in der heutigen Ukraine, angesehen. Er gilt als der Gründer des chassidischen Judentums.
Mit 13 Jahren wurde er Vollwaise und wurde von der jüdischen Gemeinde von Tluste adoptiert. Um seine Person bildeten sich viele Legenden. So wird berichtet, dass er nach der Schule oft in der freien Natur spazieren ging. 1710 wurde der Hilfslehrer und schloss sich nur ein Jahr später einer Gruppe von im Verborgenen lebenden Weisen an und wurde Synagogendiener.
Seine Aufgabe als Hilfslehrer beschränkte sich nicht nur auf die heimische Schule, sondern auch auf die der umliegenden Dörfer. Später erzählte er, dass es ihm Freude gemacht hätte, die Kinder auf ihrem Schulweg zu begleiten, gemeinsam mit ihnen zu beten und ihnen Geschichten aus der Torah zu erzählen.
Immer wieder hatte er mystische Erscheinungen, in denen ihm der Prophet Ahija HaShiloni erschien.
1716 heiratete er, doch verlor seine Frau kurz darauf. Er begann durch Ost Galizien zu reisen und liess sich schliesslich in Tlust nieder. Von Rabbi Adam Ba’al Shem of Ropczyce wurde er in die Kabbala eingeführt und übernahm im Alter von erst 18 Jahren seine Gruppe. Üblicherweise befassen sich nur verheiratete Männer über 40 Jahre mit der Kabbala.
Er ermutigte die Juden in seiner Umgebung ein ländliches Leben zu führen, was eher zu ihrem armen Lebensstil passte als das Leben in der Stadt. Er selbst bezeichnete es als seine schönste Zeit, als er die Kinder die Gebete gelehrt hätte.
Er verstarb am 22. Mai 1760 in Miedzybóz, in der heutigen Ukraine.
Wahlkampf 2022:
Wenn die Selbsteinschätzung der ultranationalistischen rechtsextremen Politiker sich nach den Wahlen bewahrheiten sollte, dann stehen Israel furchtbare Zeiten bevor. Haben wir uns über 12 Jahren mehr schlecht als recht mit einer rechten Regierung um MK Netanyahu abfinden müssen, so sagt nun MK Bezalel Smotrich voraus, dass der rechtsextreme MK Itamar Ben Gvir mit seiner Otzma Yehudit Partei die drittstärkste Kraft in der Knesset sein wird. «Entsprechend den derzeitigen Prognosen wird Itamar sicher einer der wichtigsten Minister in der Regierung sein. Das ist das Wesen der Demokratie. De israelische Gesellschaft ist ernüchtert und ehrt nun wieder zu den gesunden Instinkten zurück. Wir sind hier die Bosse und wer auch immer bei uns mitmachen will, es wird perfekt werden»
Medien:
Derzeit geht ein Rauschen durch den Blätterwald. Nicht irgendeinen, sondern es geht um das deutsche Judentum, das die Zeitungsblätter zum Rauschen bringt. Angeheizt von einer Frau, die ich als typischen «nebbich» bezeichne. Ausgezeichnet mit einer scheinbar angenehmen Stimme (ich habe sie bisher nicht gehört), die sie in einer unbekannten Ausbildungsstätte in den USA schulen liess. Was sie dann befähigte, sich als Kantorin in einer der prominentesten Synagogen in Berlin als Kantorin anstellen zu lassen. Und sich fortan, medial sehr wirksam, als «erste deutsche Kantorin» feiern zu lassen. Na ja, Kantorin ist kein geschützter Berufstitel, so darf sich jeder nennen.
Ihr Vater ist zum Judentum übergetreten, kol ha kavod. Ihre Chefin und deren Ehemann ebenfalls. Ein weiterer Rabbiner, den sie medial fertigmachen möchte, ebenfalls. Vier «Jews by choice», die es sich nicht leichtgemacht haben. Ich weiss von was ich spreche, ich gehöre auch zu denen, die jahrelang gelernt haben, was sie als Minimum wissen müssen, bevor sie vor das Religionsgericht treten dürfen. Und damit ist das Lernen noch lange nicht beendet. Ich traue mich, zu behaupten, dass jeder, der den Übertritt ernsthaft betrieben hat, mehr über das Judentum weiss, als manch einer, der jüdisch geboren wurde. Aber dessen Familie die Religion nie aktiv ausgeübt hat.
Doch nun hat sich endlich jemand gefunden, der die Welt darauf aufmerksam macht, dass übergetretenen Juden eigentlich nur «theoretisch» jüdisch sind, ihnen aber das Emotionale darin fehlt. Avital Gerstetter, so heisst die Sangesfreudige, die das Banale genussvoll verbreitet, das bis zu diesem Moment niemanden interessiert hat.
Ihr Credo vereinfacht zusammengefasst: es gibt zu viele Konvertiten und die, die es gibt, dürften keine leitenden Ämter in den Gemeinden einnehmen. Da kann man nur fragen «Goht’s no?» oder «Wus noch?»
Nach der Welt und anderen deutschsprachigen Blättern hat sich jetzt auch noch die Times of Israel für das Thema interessiert. Toby Axelrod, journalistische Freelancerin und einzige Berichterstatterin aus Deutschland hat sich des Themas angenommen.
Ob das in Israel wirklich jemanden interessiert? Nebbich!
Terror:
In nur mehr gut einer Woche beginnt der Feiertagsmarathon in Israel. Am Abend des 25. September beginnt er mit dem ersten Tag des jüdischen Neujahrsfestes Rosh Hashana, das zwei Tage dauert, gefolgt von Yom Kippur, der am Abend des 4. Oktober beginnt und nach Sonnenuntergang vom 5. Oktober endet. Sukkot, das Laubhüttenfest beginnt am Abend des 9. Oktober und endet nach Sonnenuntergang am 16. Oktober.
Für die israelischen Sicherheitskräfte ist diese Zeit wie in jedem Jahr die Zeit der höchsten Anspannung. In den vergangenen Tagen sind bereits mehr als 70 Terrorwarnungen eingegangen. Jede einzelne wird sorgfältig geprüft und verfolgt.
IDF und Polizei rechnen damit, dass es vor allem im Bereich des Tempelberges zu vermehrten Spannungen kommen wird.
Die Terrorwarnungen betreffen zwar das gesamte Staatsgebiet, konzentrieren sich aber weitgehend auf Jerusalem.
In der vergangenen Nacht ist es wieder zu einem tödlichen Zwischenfall im nördlichen Samaria gekommen. Zwei Verdächtige wurden in unmittelbarere Nähe zum Sicherheitszaun in der Nähe von Jenin gesichtet. Sie eröffneten das Feuer auf die anrückenden Soldaten und verletzten dabei Major Bar Falah, stellvertretender Kommandant der Nahal Aufklärungstruppe tödlich. Baruch Dayan ha Emet! Mein Mitgefühl seinen Angehörigen und Freunden.
Die beiden Terroristen wurden von der IDF neutralisiert. Die al-Aqsa Martyrs’ Brigade übernahm die Verantwortung für den vereitelten Terroranschlag.
Kategorien:Aus aller Welt, Timeline
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