16. Cheschwan 5783
Koalitionsverhandlungen:
Titus Livius, 59 BCE bis 17 CE hielt den heute noch gern zitierten Spruch fest. »Nondum omnium dierum solem occidisse.« Der Satz findet sich im Hauptwerk des römischen Historikers «ab urbe condita», einer Chronik über die Stadt Rom und ihre damals schon fast 700 Jahre alte Geschichte. Wir kennen den treffenden Satz unter der deutschen Übersetzung «Noch ist nicht aller Tage Abend.»
Bei den aktuellen Vorbesprechungen zwischen dem israelischen Präsidenten Isaac Herzog und den Vorsitzenden der in der Knesset vertretenen Parteien läuft es derzeit nicht rund.
Bei den Gesprächen mit Vertretern der orthodoxen Shas Partei dachte Herzog, dass sein Mikrophon ausgeschaltet sei, und sagte, dass ihm Bedenken zahlreicher Politiker weltweit zugetragen worden seien, die sich gegen eine Regierungsbeteiligung ausgesprochen hätten, die für Ängste sorgen würden. Er sprach zwar nicht namentlich von Otzma Yehudit und MK Itamar Ben-Gvir, aber jedem war klar, von wem die Rede war.
Zuvor hatte sich die Shas für MK Benjamin Netanyahu als nächsten PM ausgesprochen, VM Benny Gantz und JM Gideon Sa’ar gaben keine Empfehlung ab, PM Yair Lapid hüllte sich ebenfalls in Schweigen. Auch die arabischen Partien nahmen ihr Recht auf eine Empfehlung nicht wahr.
Präsident Herzog betonte, diese Äusserung sei nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, (was gründlich misslang) und forderte die anwesenden Politiker auf, ihre Verantwortlichkeit in der Regierungsbildung zu überdenken.
Eines der Hauptprobleme dürfte bei einer Regierungsbeteiligung von MK Itamar Ben-Gvir die uneingeschränkte Freigabe des Tempelberges für Juden werden. Dies würde, trotz der abgeschlossenen Verträge, zu heftigen Reaktionen der arabischen Welt führen. Neben Jordanien würden die VAE, Bahrein und Saudi-Arabien sich mit unabsehbaren Folgen für ihre Rechte bedroht fühlen. Von da bis zu einem Krieg ist es nicht weit….
FIFA World Cup Katar 2022:
Wer ein sogenanntes Hayya Ticket für den Besuch der Fussball WM in Katar erworben hatte, sollte, so war die Aussage der Organisatoren, auch gleichzeitig und unkompliziert ein kostenloses Visum für das benachbarte Saudi-Arabien erwerben können.
So steht es auch auf der Webseite des saudischen Tourismusverbandes zu lesen «Inhaber der Hayya Card können ihre Visa online beantragen und vor, während und nach der Weltmeisterschaft unbesorgt eine Reise in die authentische Heimat Arabiens buchen, ohne zuerst nach Dohar reisen zu müssen.» Weiter hiess es, dass jeder den Anspruch auf das Visum habe.
Das mag für jeden Fussballfan weltweit gelten, nur nicht für Israelis, die von ihrem heimischen PC aus das Online-Angebot wahrnehmen wollen. Ausser sie benutzen ein VPN-Verschlüsselungssystem, das den Standort der IP-Adresse verschleiert.
Das erste Alphabet:
Zugegeben, wer ungefähr 40 km südlich von Jerusalem nach links schaut, dem wird nicht viel auffallen ausser einem kleinen unscheinbaren und mit Wildgräsern überzogenen Hügel. Die Geschichte von Tel Lachisch, beginnt in der Jungsteinzeit. Die Stadt wurde im frühen 12. Jahrhundert zerstört. Das ist ungefähr der Zeitraum, in dem Joshua nach dem Tod von Moses das Volk Israel in das Gebiet der Kanaaniter führte. Später wurde sie erneut aufgebaut und befestigt, fiel aber dann schlussendlich der babylonischen Invasion zum Opfer, die in der Zerstörung Jerusalems gipfelte.
Vor etwa 3.700 Jahren entwickelten die Menschen in der Levante Schriftzeichen. Diese wurden möglicherweise von Wanderarbeitern aus der komplizierten ägyptischen Hieroglyphenschrift abgeleitet. Später entwickelte sich daraus die phönizische Konsonantenschrift.
Alle später entwickelten Schriften wie das Hebräische, Arabische, Griechische und Latein haben ihre Wurzeln in dieser «protokanaanitischen Schrift», die eine reine Konsonantenschrift ist.
Bereits Ende 2017 entdeckten Archäologen einen kleinen Elfenbein-Kamm, der über zwei unterschiedliche Zinkenreihen verfügt. Die gröbere Seite dürfte zum Entwirren von Kopf- und Barthaaren gedient haben, die feine zum Auskämmen von Läusenestern. Belegt wird dies durch den Fund einer Läusenymphe, die fossiliert zwischen Zinken gefunden wurde.
Das Besondere an diesem Fund ist nicht die Tatsache, dass es auch damals schon Kopfläuse gab, sondern der auf dem Kamm erst vor Kurzem entdeckte Satz «Möge dieser Stosszahn die Läuse im Haar und Bart ausrotten.»
Die siebzehn Buchstaben mit einer maximalen Grösse von ein bis drei Millimetern belegen den ersten aufgefundenen und komplett übersetzbaren Satz, der jemals entdeckt wurde.
Naturschutz:
Der Mesopotamische Damhirsch war lange Zeit in Israel ausgestorben. Ein Naturschutzprojekt der «Israel Nature und Park Authority» hat den Bestand von Null auf knapp 300 Tiere erhöhen können.
1996 hat man mit der Rücksiedlung dieser Tierart in Galiläa begonnen. Das Zuchtprogramm verlief so erfolgreich, dass die Auswilderung mittlerweile auch in den Judäischen Hügeln und der Carmel Region vorangetrieben werden kann. Partner des Programms ist der Biblische Zoo in Jerusalem.
Die einstmals grosse Population galt Ende der 40er Jahre als ausgestorben. Der Grund war exzessives Jagen, natürliche Unterlegenheit gegenüber anderen Tierarten und die fortschreitende Urbanisierung.
Eine kleine Gruppe dieser Damhirschart wurden 1956 im südwestlichen Iran entdeckt, ein Paar wurde zu Zuchtzwecken nach Deutschland gebracht.
Das israelische Zuchtprogramm wurde 1976 mit zwei dieser Tiere aus Deutschland und vier weiteren aus dem iranischen Semeshkandeh Reservat in Carmel Hau-Bar Naturschutzgebiet begonnen.
Das internationale Zuchtbuch hält ausdrücklich fest, dass die Tiere allesamt keine Hybriden sind, sondern zu 100 % reine Mesopotamische Damhirsche.
Kategorien:Aus aller Welt, Timeline
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