16. Tevet 5783
Geschichte:
2005 wurde Dr. Mahmud Abbas, geboren am 26. März 1935 in Sfad als einziger Kandidat für das Amt des Präsidenten der PA aufgestellt und mit 62.3% aller Stimmen gewählt.
Bereits 2003 hatte er auf Bitte von Arafat das Amt des Ministerpräsidenten übernommen und erhielt weitreichende Befugnisse, die Verwaltung und Sicherheitsstrukturen umzugestalten. Die mangelnde Unterstützung aus den eigenen Reihen und aus der Bevölkerung sowie Korruptionsverdacht gegen seine Familie führten dazu, dass er bereits 100 Tage nach seinem Amtsantritt das Amt wieder aufgab.
Nach seiner Wahl zum Präsidenten forderte er die Palästinenser auf, den «bewaffneten Widerstand» gegen Israel aufzugeben. Damit schien nach dem Tod des ehemaligen Präsidenten Jassir Arafat eine neue Ära anzubrechen. Javier Solana, damals Generalsekretär des Rates der EU, sah in Abbas’ Wahl die «historische Chance für eine Friedenslösung», Shimon Peres, damals Vorsitzender der Arbeiterpartei und Stv. PM sah den «Beginn eines neuen Prozesses». Der damalige US-Präsident G.W. Bush sagte ihm spontan eine Unterstützung in Höhe von US$ 50 Millionen für den Wohnungsbau in Gaza zu, der kanadische Präsident Paul Martin steuerte weitere US$ 9,5 Millionen für juristische Reformen, Wohnungsbau etc. bei.
2006 verlor die Fatah unter Abbas die Mehrheit im Parlament, hingegen erreichte die Hamas die absolute Mehrheit und musste mit der Regierungsbildung beauftragt werden. Einen Tag nach den Wahlen kündigte er an, bei den für 2009 vorgesehenen Wahlen nicht mehr als Kandidat zur Verfügung zu stehen. Stattdessen wurde er vom Nationalrat der PLO einstimmig zum «Präsidenten eines zukünftigen Staates Palästina» gewählt.
Abbas gehört somit zu den dienstältesten Präsidenten weltweit, wobei man festhalten muss, dass seine Mandatszeit bereits 2009 abgelaufen ist. Jassir Arafat hinterliess ein Vermögen von etwa US$ 800 Millionen. Das Vermögen von Abbas wird auf «nur» etwa US$ 400 Millionen geschätzt.
Kultur:
2023 wurde die 1957 in Tel Aviv geborene Ofra Haza vom «Rolling Stone Magazin» auf Platz 186 von 200 der grossartigsten Sänger aller Zeiten gewählt.
Immerhin habe ich von 39 der Damen und Herren aus dem Showbiz zumindest einmal etwas gehört. Es sind klingende Namen dabei, Platz 1 nimmt, völlig berechtigt, die grosse Aretha Franklin ein.
Die Liste wird fast völlig beherrscht von US-amerikanischen und britischen Namen. Eine Ausnahme stellt auf Platz 106 Françoise Hardy dar.
Ofra Haza geboren am 19. November 1957 in Tel Aviv und gestorben am 23. Februar 2000 in Ramat Gan, war jüdisch-jemenitischer Herkunft. Dass sie einmal so erfolgreich sein würde, war ihr auf Grund ihrer Herkunft nicht vorbestimmt. Aufgewachsen in einem der ärmsten Viertel von Tel Aviv, wurde sie zwar schon mit 12 Jahren als Musiktalent entdeckt, doch weigerten sich einige Produzenten bis in die 80-er Jahre, sie zu unterstützen und mit ihr zusammen zu arbeiten.
1983 vertrat sie Israel beim Eurovision Song Contest und wurde mit ihrem Chanson «Chai» auf den zweiten Platz gewählt. Viermal wurde sie als beliebteste Sängerin des Jahres genannt. Mit ihrem 1984 veröffentlichten Album «Yemenite Songs» legte sie den Grundstein für ihre internationale Karriere. 1988 gelang ihr der Durchbruch mit dem Lied «Im Nin’alu». Dieses Lied, getextet im 17. Jahrhundert ist ein hebräisches Gedicht, das sie selbst vertont hat. Der Text des berühmten Dichters, Rabbi Shalom Shabazi, beginnt mit den Worten«Selbst, wenn die Pforten der Reichen sich schliessen werden, die Pforten des Himmels werden immer offenbleiben.»
Mit diesem im jemenitisch gefärbten Hebräisch gesungenen Chanson gelangen ihr Top Chart Platzierungen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Grossbritannien. Die Single wurde mehr als 3 Millionen Mal verkauft. Als Vertreterin der orientalisch-israelischen Musik war sie eine weltweit gern gehörte Künstlerin.
1994 trat sie anlässlich der Verleihung des Friedensnobelpreises an Jassir Arafat, Shimon Peres auf, s’’l, und Jitzchak Rabin, s’’l. Ein Jahr später sang sie bei der Beisetzung von PM Jitzchak Rabin.
Im Winter 1999/2000 erkrankte sie an einer Grippe, starb aber an einer HIV-Infektion. Angeblich hatte sie sich bei ihrem Ehemann infiziert.
An ihrer Beisetzung nahmen viele Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft teil, PM Ehud Barak sagte in seiner Rede: «Ofra kam aus dem Slum und erreichte die Spitze der israelischen Kultur. Sie stand für alles, was gut und nobel in der israelischen Gesellschaft ist. Wir haben ihr sehr viel zu verdanken.»
Umweltschutz:
Umweltministerin Idit Silman hat etwa US$ 8 Millionen an ausgesuchte Gemeinden in Israel überwiesen, um dort Umweltschutzprogramme zu fordern oder einzurichten.
Dazu gehören auch Beschattungsprogramm an öffentlichen Plätzen, u.a. Spielplätzen und Promenaden. Sie selbst bezeichnet das finanzielle Startprogramm als «Beginn einer neuen Ära.»
Die Frage muss gestattet sein, wenn sich bisher jeder frisch gebackene Minister als Gründer einer neuen Ära sieht, was ist denn dann in den vergangenen Jahren, auch unter den Regierungszeiten Netanyahu IV und V geschehen? Oder ist es nicht ganz einfach so, dass der aktuelle PM «ex cathedra» befohlen hat, alles rigoros abzuschaffen, wegzuräumen oder rückgängig zu machen, was die durchaus erfolgreiche Vorgängerregierung geschafft hat?
US$ 2.5 Millionen sollen helfen, bereits entstandene Schäden zu mindern. Davon eine Million soll dem arabischen Sektor zur Verfügung stehen, mit einer weiteren Million sollen Grünflächen im urbanen Bereich bepflanzt werden. Weitere US$ 3.5 Millionen sollen zur Aufforstung in waldarmen Gegenden genutzt werden.
Weitere Gelder sollen später zur Schadstoffreduzierung und zur Verbesserung im Bereich «saubere Energien» bereitgestellt werden.
Antisemitismus:
Amazon Kanada bietet einen schnurlosen Staubsauger an, der Unglaubliches aufsaugt. Neben den typischen Verschmutzungen wie Tierhaare, Staub, Frühstücksflocken saugt auch etwas auf, was sich «Jewish» nennt.
Die Beobachtergruppe «Stop Antisemitismus» war die erste, die auf die Anzeige aufmerksam wurde und schrieb dazu «Wir hoffen aufrichtig, dass dies ein harmloser Schreibfehler ist und kein vorsätzlicher Antisemitismus.»
Es ist nicht das erste Mal, dass sich Amazon derartige Vorwürfe gefallen lassen muss. Im November 22 wurde Amazon aufgefordert, das Buch und die DVD «From Hebrews to Negroes: Wake up black America» aus dem Verkauf zu nehmen. Das Buch und die DVD sind nach wie vor im Programm, es gibt sogar schon Teil 2. Warum die Proteste erst so spät kommen, kann ich nicht verstehen, immerhin ist das Buch bereits im Jahr 2015 erschienen.
Das Buch gilt als antisemitisch, rassistisch, frauenfeindlich und homo- und islamophob. Antisemitische Vorurteile werden breitgewalzt, es geht um die Verleugnung des Holocaust und die Beteilung von Juden am Sklavenhandel. Es geht um die antisemitische Umdeutung des Begriffes «erwähltes Volk».

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