Was geschah am 11. Januar?

18. Tevet 5783

Geboren:

1903 wurde Ilse Herlinger, später Weber, in Vitkovicedamals Mährisch-Ostrau, geboren. Ihre Begeisterung für Literatur und Musik verdankte sie ihrer Mutter, die ihre eigene Karriere zugunsten der Familie aufgab. 

Nach dem frühen Tod ihres Vaters beginnt Ilse zu schreiben. Zunächst sind es kleine Artikel in der Mädchenzeitung «Das Kränzchen», damals der gängige Begriff für das regelmässige Treffen von Freundinnen, die sich «Kränzchenschwestern» nannten. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf Hörspielen, kleinen Theaterstücken und Märchen für Kinder. Ab 1928 erscheinen ihre ersten Bücher. Bis zum Jahr 1933 baut sie sich damit einem Namen und ein eigenes Einkommen auf, dann beendet der erstarkende Antisemitismus und die Übernahme der Macht durch die Nationalsozialisten ihre Zukunftspläne. 

Sie versucht, sich und ihre junge Familie, ihren Mann Willi Weber, sowie ihre beiden Söhne Hanuš (1931-2021) und Tomáš (1934-1944) zu retten. Sie planen, nach Palästina auszuwandern. Hanuš wird von einer Freundin in London aufgenommen. 1939 übersiedelt die restliche Familie nach Prag und wird von dort aus 1942 nach Theresienstadt deportiert. 

Im Lager arbeitete sie freiwillig als Krankenschwester in der Kinderkrankenstube. Als ein Kindertransport nach Auschwitz zusammengestellt wurde, meldete sie sich freiwillig als Begleitperson. 

1944 werden sie nach Auschwitz deportiert, wo Ilse mit ihrem Sohn bereits bei der Ankunft am 6. Oktober ermordet wurden. Das gleiche Schicksal erlitten alle Mitglieder des Kindertransportes. Einer der jüdischen Hilfskräfte, den sie aus Theresienstadt kannte, klärte sie über «die Duschen» auf und riet ihr, so schnell wie möglich mit den Kindern in die Gaskammern zu gehen, sich auf den Boden zu setzen und dort laut zu singen. So würden sie das Gas schneller einatmen und ihr Leiden verkürzen ….

Ihr Mann Willi überlebt die Shoa, kehrt nach dem Ende des Krieges nach Prag zurück, wo er nach sieben Jahren seinen Sohn Hanuš trifft. 

Ein Teil der von Ilse Weber geschriebenen Kinderbücher wurde vom Jüdischen Museum Berlin digitalisiert und ist online frei verfügbar.

Des Präsidenten Wort:

Lange hat er geschwiegen, in meinen Augen viel zu lange. Der israelische Präsident Isaac Herzog hat sich gestern mit warnenden Worten gemeldet. 

Die Politiker müssen, so seine fast flehenden Worte, ihre Entscheidung, das Justizsystem völlig abzuändern und damit zu zerstören, nochmals überdenken. Der derzeitige Ton sowohl innerhalb der Knesset als auch gegenüber den Medien, sei aufgeheizt. Die Androhung eines Bürgerkrieges und die Aufforderung, Oppositionspolitiker festzunehmen, seien untragbar. 

«Ich wende mich an Sie, gewählte Vertreter von beiden Enden des politischen und öffentlichen Spektrums – zeigen Sie Zurückhaltung und Verantwortung. Wir haben kein anderes Land. Dies ist eine sensible und unbeständige Zeit in Israel. Ich kenne die Stimmen auf beiden Seiten ebenso wie die Sorgen, die Sorgen und Ängste der Menschen. Es bleibt nicht unbemerkt. Ich bin dem nicht blind und beschäftige mich ständig damit.»

Vom Super Discount Retailer zum billigen Heinrich:

Die Supermarktkette Shufersal unterhält eine billige Kette namens «Yesh chesed», was übersetzt so viel heisst wie «Es gibt noch Mitleid». 

In den Genuss dieses Mitleids kommen aber ausschliesslich die Bewohner von ultra-orthodoxen Wohngebieten.

Die Lebenshaltungskosten sind in Israel im Jahr 2022 im Durchschnitt um 4.9% gestiegen, wie das Statistische Zentralamt mitteilte. Gleichzeitig lebt mehr als die doppelte Zahl der orthodoxen Bevölkerung als in anderen Sektoren unterhalb der Armutsgrenze, was nahezu 50% dieser Bevölkerungsgruppe entspricht. 

Shufersal und Yesh Chesed produzieren ihre eigenen Marken in den gleichen Produktionsstätten und bringen sie unter verschiedenen Namen ins Geschäft. Der Unterschied in den Verkaufspreisen kann bis zu 111% (!) betragen.

Entsprechende Untersuchungen haben ergeben, dass Shufersal die Preise von den angebotenen 2.200 Artikeln etwa 860 im letzten Jahr mehrfach angehoben hat. Hingegen wurde nur bei 240 Artikeln der Preis gesenkt. 

Der Jericho Mann:

Der Ötzi, bekannt geworden als der «Mann aus dem Eis», wurde wahrscheinlich um 3.300 BCE ermordet und ruhte im ewigen Eis der Ötztaler Alpen, bis ihn Touristen im Jahr 1991 bei einer Wanderung fanden.  

Seine Mumie warf viele Fragen auf, die Reste der Kleidung, der Mageninhalt und seine Ausrüstung gaben Einblick in das Leben der Vorfahren zahlreicher heute lebender Tiroler. Mittels Röntgen- und CT- Bildern haben die Schädelexperten Adrie und Alfons Kennis ihm ein Gesicht und eine Gestalt gegeben. Das erstaunliche Ergebnis ist im Südtiroler Archäologiemuseum zu bewundern. Zahlreiche Besucher waren erstaunt: «So muss mein Urgrossvater ausgesehen haben, wenn er auf der Alm lebte.»

Viel älter ist der Jericho Mann. Im Jahr 1953 wurden sieben sehr gut erhaltene Schädel in der Nähe von Jericho, der ältesten Stadt der Welt, entdeckt. Sie befinden sich im Britischen Museum in London. 

Beim Auffinden waren die Schädel mit Gips bedeckt, die Augen mit den Schalen der Kaurischnecke ausgefüllt. In der Umgebung von Jericho siedelten Menschen ganzjährig, die Bevölkerung wandelte sich langsam vom Jäger und Sammler zum Ackerbauern. Als einer der ersten Fleischlieferanten wurde das Hausschaf im Irak und in Anatolien domestiziert. 

Was den Forschern auffiel, war, dass die Schädel bereits ab dem frühesten Kleinkindalter, vermutlich mit Bandagen, künstlich geformt worden waren. Sie sehen darin einen möglichen Hinweis darauf, dass es sich bei den Männern, die alle im Erwachsenenalter waren, um hochgestellte Persönlichkeiten gehandelt haben könnte. Zwischen den Knochen und der Gipshülle befanden sich keinerlei Reste von Muskelfasern oder Sehnen, so dass mit der Umhüllung mit dem Gipsmantel gewartet wurde, bis diese völlig verwest waren. 

Die Rekonstruktion wurde möglich, nachdem das Museum 2016 ein virtuelles 3D-Modell hergestellt hatte. Die Forscher erhoffen sich von ihrer Arbeit weitere Rückschlüsse auf die Bürger dieser ältesten Stadt der Welt. 



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