BO, Ex. 10:1 – 13:16

ב“ה

5./6. Shvat 5783                                                                27./28.Jan 2023  

Shabbateingang in Jerusalem: (Kerzenzünden)                              16:28

Shabbatausgang in Jerusalem:                                                         17:48

Shabbateingang in Zürich:                                                                 17:01

Shabbatausgang in Zürich:                                                                18:10

Shabbateingang in Wien:                                                                   16:27

Shabbatausgang in Wien:                                                                  17:37

Black sun 1999

Die dramatische Geschichte, die zum Auszug aus der Sklaverei führt, nähert sich ihrem Höhepunkt. Von sieben Plagen haben wir in der vergangenen Woche gelesen. Drei weitere werden in diesem Wochenabschnitt folgen. 

Die Heuschrecken werden über das Land herfallen und alles abfressen, was den Menschen als Nahrung gelten kann. 

Wir kennen die Schäden, die regelmässig durch gigantische Heuschreckenschwärme im Süden des Landes ausgelöst werden. Das sind Schwärme, die lästig sind, aber die man mit den modernen Mitteln halbwegs bekämpfen kann. In den Jahren 2003, 2013 und 2021 fielen die gefrässigen Insekten in Israel ein. Die meisten von ihnen bleiben in der südlichen Arava Wüste, nur wenige schaffen es bis in den Norden. Eine der Heuschreckenstämme ist sogar koscher. 

Im 3. Buch Mose 21 heisst es: „Doch das dürft ihr essen von allem fliegenden Gewürm, das auf Vieren geht; was Gelenke hat oberhalb der Hinterbeine, damit zu springen auf der Erde.“ Gerade wurde in der EU ein neues Gesetz akzeptiert, das den Verzehr von einigen Insekten erlaubt. Wanderheuschrecken, das sind die hier beschriebenen, gehören dazu. 

Für meine muslimischen Freunde: Sie sind sogar halal und dürfen auch in der strikt muslimischen Küche zu Einsatz kommen. 

Doch zurück zu Moses. 

Auf die Heuschrecken folgte die Dunkelheit. 

Wann immer ich diese Textstelle lese, werde ich erinnert an die „black sun“ im August 1999. Der Mond verdeckte für einige Minuten komplett die Sonne, es wurde völlig dunkel, die Temperatur sank merklich ab. Es war unheimlich. Auch wenn nach wenigen Minuten alles vorbei war.

Und noch immer gibt Pharao nicht nach. Doch die nächste Plage wird ihn überzeugen. Sie wird ihn, sowie alle anderen Väter und Mütter im Land treffen, Menschen, wie Tiere. Alle Erstgeborenen werden sterben. 

Um zu verhindern, dass auch die Kinder der Israeliten getötet werden, fordert Gott sie auf, ihre Türstöcke speziell zu markieren. Die Familien sollen ein Lamm zubereiten. Was folgt ist die Vorschrift wie wir das Pessach Mahl zubereiten und geniessen sollen. Ein wesentlicher Bestandteil des Mahles ist das ungesäuerte Brot, das wir während der Pessach Tage zu uns nehmen. 

Als Pharao erkannte, dass zu grosses Leid über ihn und seine Familien gekommen war, beschloss er, die Israeliten fortzujagen. Sie nahmen, wie Gott es ihnen befohlen hatte, Gold und Silber aus den Haushalten der Ägypter mit. 

Nach 430 Jahren brachen sie aus der Sklaverei auf. Man sagt, es seien 600.000 Erwachsene gewesen, die sich auf den Weg machten, Frauen und Kinder nicht mitgerechnet. 

Lesen wir diesen Wochenabschnitt, so könnten wir an der Gnade und Weitsicht Gottes zweifeln. Er lässt eine Plage nach der anderen über das Volk der Ägypter kommen, und sie machen keinen Unterscheid, ob es die Adeligen, den Pharao oder die Sklaven betrifft.  Ist das ein gerechter Gott, den wir hier treffen? Man ist geneigt zu sagen, nein, es ist ein Gott, der keine Gnade kennt. 

Was er aber tatsächlich tut, ist den Kampf gegen die alten Götter der Ägypter aufnehmen.  Gegen den Nil Gott, der sich in Blut verwandelt, gegen Ra den Sonnengott, der zur Dunkelheit gezwungen wird, gegen die verschiedenen Fruchtbarkeitsgötter, gegen die heiligen Skarabäen, die sich in Heuschrecken verwandeln.

Pharo selbst ist kein Erstgeborener, er stirbt erst im Schilfmeer, er muss die Verantwortung für den Verlust seiner Soldaten übernehmen, die er ins Schilfmeer schickt.

Shabbat Shalom!



Kategorien:Israel

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