Krieg in Israel – Tag XXVI

17. Cheschwan 5784

Israel beklagt den Verlust von weiteren Soldaten, die im Kampf gegen die Hamas Terroristen gefallen sind. Damit haben wir allein am gestrigen Tag 15 Soldaten verloren. Sieben Soldaten wurden getötet, als eine Anti-Panzer-Rakete ihr gepanzertes Fahrzeug traf. Der tragische Vorfall ereignete sich in der Hamas-Terror-Hochburg Jabaliya, die in der Nacht unter heftigen Beschuss durch die IAF geriet. Weitere sieben Soldaten wurden gleichzeitig verletzt, einer von ihnen schwer. Die Gefallenen waren junge Männer im Alter von 19 und 20 Jahren. Zwei weitere Soldaten wurden getötet, als ihre Panzer über Anti-Panzer-Minen fuhren. Möglicherweise handelt es sich aber auch um ferngesteuerte Bomben, die in dem Moment gezündet wurden, als sich der Panzer näherte. Ein zehnter Soldat wurde in einem Feuergefecht tödlich getroffen. Bereits am gestrigen Dienstag verloren zwei Soldaten ihr Leben, als ein Gebäude, das sie gerade durchsuchten, mit einem Hand-Granatwerfer zur Panzerabwehr getroffen wurde. Die näheren Umstände des Todes eines weiteren 13. Soldaten, der ebenfalls gestern im Kampf fiel, sind noch nicht bekannt. Mittlerweile wurden die Namen von zwei weiteren Soldaten bekannt gegeben, die ebenfalls gestern bei Kämpfen in Gaza gefallen sind. Sichronam le bracha!

Der hohe Blutzoll auf israelischer Seite bestätigt, in welch hochexplosivem Gebiet die Truppen agieren. Wahrscheinlich haben die Hamas-Terroristen die Zeit vor dem Massaker dazu genutzt, das gesamte Gebiet mit Bomben und Sprengfallen zu durchsetzen und die Tunnelbauten unter dem Gelände weiter vorangetrieben. VM Yoav Gallant betonte heute auf «X»: «Unsere bedeutenden Erfolge in den heftigen Kämpfen tief im Gazastreifen fordern zu unserem Leidwesen einen schweren Tribut», und schwor, dass Israel auf eine lange und komplexe Operation vorbereitet sei. Seit Beginn des Krieges wurden entsprechend der IDF mehr als 11.000 terroristische Einrichtungen, Kommandozentralen und Terrorzellen zerstört. Unterstützt werden die Bodentruppen von der Luftwaffe, die gezielte Angriffe auf Häuser fliegen, in denen Hamas-Terroristen vermutet werden, die einen Hinterhalt auf in das Haus eindringende Infanteristen planen. Die Hamas-Hochburg Jabaliya wurde heute zum zweiten Tag in Folge von der IAF beschossen. Dabei kollabierte ein Appartement-Haus. Die Zahl der Opfer wurde noch nicht bekanntgegeben. 

Im Gebiet von Judäa und Samaria wurden seit Beginn des Krieges mehr als 1.180 gesuchte Palästinenser, darunter etwa 740 mit der Hamas assoziierten Terroristen festgenommen. Laut Aussagen des PA-Gesundheitsministeriums wurden seither 122 Palästinenser getötet. 

Drei Palästinenser wurden bei Kämpfen in Jenin der Nacht auf heute getötet, ein weiterer starb in Tulkarem. In Zuge einer verdeckten Aktion betraten die IDF Jenin und nahmen dort Atta Abu Rumila, den Generalsekretär der Fatah fest. Er leistete keinen Widerstand und wurde gemeinsam mit seinem Sohn festgenommen. Rumila hatte während der letzten Monate den Terror mit Tausenden von Schekeln – aus unbekannten Quellen – finanziert und gesuchte Terroristen versteckt. Später kam die IDF zurück, um terroristische Infrastrukturen zu zerstören. Sie fanden dabei unter den Strassen verborgene Sprengsätze und Tunnelanlagen. 

Kommunikationsminister Shlomoh Khari gab bekannt, dass seine Entscheidung, den Radio- und TV-Sender Al-Jazeera, der zu Katar gehört, endgültig aus Israel zu verbannen, nur noch der Zustimmung von Verteidigungsminister Yoav Gallant bedarf, um ausgeführt zu werden.  Sowohl «Yes» als auch «Hot», die beiden grossen TV-Anbieter in Israel, werden zukünftig darauf verzichten, Al-Jazeera auszustrahlen, die Büros werden geschlossen, die Presseausweise der Mitarbeiter eingezogen und die Sendeausrüstung beschlagnahmt. Khari wirft den Mitarbeitern des Senders vor, der nationalen Sicherheit Israels zu schaden und zum Terrorismus anzustiften, sowie Positionierungen der IDF-Truppen «fotografiert und veröffentlicht» zu haben, «militärische Ankündigungen der Hamas gesendet» und «Fakten in einer Weise verzerrt zu haben, die Massen von Menschen zu Unruhen angestachelt hat.»

Die beiden palästinensischen Telekommunikations-Anbieter Paltel und Jawwal teilten heute mit, dass alle Telefon- und Internetleitungen im Gazastreifen erneut zusammengebrochen sind. NetBlocks.org führt dies auf einen weiteren vollkommenden Stromausfall im Gazastreifen zurück, dem zweiten seit Beginn des Krieges. Gegen Mittag waren die Leitungen überwiegend wieder hergestellt worden.

Houthi-Rebellen aus dem Jemen haben gestern erneut Raketen auf Israel abgeschossen. Die meisten wurden von der Raketenabwehr abgeschossen. Für die Bevölkerung habe zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr bestanden, die Raketen seien über dem Roten Meer abgeschossen worden. Mindestens eine Rakete landete in der jordanischen Wüste, in der Nähe von Mudawwara. Dieser Ort liegt etwa 1.500 nördlich des Jemen. Von den Houthis wurden Bemerkungen lanciert, dass die Raketen eigentlich das «Shimon Peres Atom-Forschungs-Zentrum» in Dimona hätten erreichen sollen. Nach dem verstärkten Beschuss durch die Houthi-Rebellen hat Israel einige Kriegsschiffe im Roten Meer positioniert. Unterstützt werden sie von US-amerikanischen Kriegsschiffen, die schon vor Ort sind. Die Abgeordneten des Iran bei der UNO drohten damit, dass die Houthi-Rebellen aus dem Jemen ihre Aktivitäten gegen Israel verstärken könnten. 

Am Grenzübergang zwischen Gaza und Rafah wurden heute die ersten Patienten in ägyptische Krankenhäuser evakuiert, wo sie weiter behandelt werden. Bei den Evakuierten handelt es sich um schwerkranke Gazaner, deren Behandlung in Ägypten sichergestellt werden soll. Derzeit wird mit einer Evakuierung von etwa 90 Personen gerechnet. 

Zahlreiche Doppel-Staatsbürger beeilten sich heute, über den Grenzübergang Rafah nach Ägypten zu fliehen. Von dort werden sie in ihre Heimatländer zurückkehren. Es ist dies das erste Mal, dass der Grenzübergang wieder für Personen geöffnet wurde. Man rechnet damit, dass es mehr als 500 angemeldete Personen sein werden, die diese Gelegenheit nutzen, sich in Sicherheit zu bringen. Die Öffnung der Grenze war durch Verhandlungen zwischen Katar, Ägypten, Israel und der Hamas in Koordination mit den USA erreicht worden. Heute waren es etwa 320 Personen, die die Grenze überschritten.

Auf den jüdischen Teil des Wiener Zentralfriedhofs wurde in der Nacht auf heute ein Brandanschlag verübt. Auf einige Mauern wurden Hakenkreuze gesprüht, der Vorraum der Aussegnungshalle brannte völlig aus. Weil sich der Vorfall in den Nachtstunden ereignete, gab es keine Verletzten. Als die Feuerwehr gegen acht Uhr morgens eintraf, war der Brand bereits erloschen. Die Tore zum jüdischen Teil des Friedhofs bleiben bis auf Weiteres geschlossen, ein Besuch der Gräber ist aber nach wie vor möglich. 

Der geschäftsführende PM des Libanon, Najib Mikati, hat sich besorgt gezeigt, dass der Krieg zwischen Israel und der Hamas «ausser Kontrolle» gerät und den Libanon mitsamt der gesamten Region in Mitleidenschaft zieht. Bisher fanden die Gefechte zwischen der Hisbollah und Israel überwiegend im grenznahen Gebiet statt. Einen Krieg kann sich das wirtschaftlich schwache Land nicht leisten. Politisch ist das Land seit Jahren gelähmt, der PM hat im Prinzip keine Macht, er ist eine Marionette der Hisbollah. Von daher ist es nicht verwunderlich, dass Mikati Israel für seine «Angriffe auf Gaza und den Libanon» scharf verurteilt, die Massaker der Hamas Terror-Organisation aber mit keinem Wort erwähnt. Israel geht davon aus, dass die Hisbollah über 150.000 Raketen verfügt, die alle gegen Israel gerichtet sind. Da klingen die Worte von Mikati nur zynisch: «Genug des Krieges im Libanon, denn wir sind für den Frieden.»

Auch der iranische Aussenminister Hossein Amirabdollahian drohte auf einer Pressekonferenz mit gravierenden Folgen, falls Israel nicht sofort die Angriffe auf den Gazastreifen einstellt.

Jordanien hat aus Protest gegen die israelischen Angriffe auf den Gazastreifen seinen Botschafter aus Israel abgezogen. 

Zwei grosszügige Spenden erreichten heute Israel. Der Pharmakonzern Eli Lilly spendete drei Intensivmedizin-Rettungswagen, ausgestattet mit hochmodernen Überwachungsgeräten. Die beiden Rettungsfahrzeuge haben einen Gesamtwert von US$ 500.000. Die zweite Spende kommt aus den USA, wo ein anonymer Spender 80.000 Tonnen an unbedingt notwendigen Hilfsgütern finanzierte. Dazu gehören neben medizinischen Hilfsgütern u.a. auch Winterbekleidung für die Soldaten. 

Hamas Sprecher Abu Obaida gab gestern bekannt, dass nach Gesprächen zwischen Qatar und dem iranischen Aussenminister möglicherweise irgendwann in den kommenden Tagen Geiseln freigelassen werden, die keine Israelis sind. Er betonte, dass es keinen entsprechenden Deal zwischen Israel und der Hamas gebe. «Wir haben kein Interesse daran, sie in Gaza festzuhalten» Weiterhin korrigierte er, dass die von der IDF befreite Soldatin, Ori Megidish, sich nicht in den Händen der Hamas befunden habe, sondern in den Händen einer «unbekannten privaten Person oder einer unbekannten Gruppe». 

Nach neuen Schätzungen waren es mehr als 3.000 Hamas-Terroristen, die am 7. Oktober nach Israel eindrangen und dort ihre grauenhaften Massaker verübten. Die Terroristen kamen in zwei grossen Wellen, die bisher bekannten Zahlen bezogen sich auf die erste Welle, die hauptsächlich mit Motorrädern und gestohlenen PKWs kam. 

Ghazi Hamad, Sprecher und «stv. PM» der Hamas Terror-Organisation, stellte heute bei einem Interview des libanesischen TV-Senders LBC klar, dass «alles gerechtfertigt ist, was wir tun. Die ‚Al-Aqsa-Flut’ ist das erste Mal, und es wird ein zweites, ein drittes und ein viertes Mal geben, weil wir die Entschlossenheit und die Fähigkeiten zum Kampf haben. Wir werden als eine Nation von Märtyrern bezeichnet und sind stolz darauf, Märtyrer zu opfern.»

Er behauptete, die Hamas hätte «keine Zivilisten verletzen wollen, aber es hat „Komplikationen vor Ort“ gegeben, als wir in Israel eindrangen, darunter das grosse Nova-Musikfestival. Die Besatzung muss ein Ende haben, nicht nur im Gazastreifen, sondern in allen palästinensischen Gebieten. Die Existenz Israels ist die Ursache für all den Schmerz, das Blut und die Tränen, nicht wir. Wir sind die Opfer der Besatzung. Punkt.»



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