19. Cheshwan 5784
In Zürich fanden gestern Abend gleich zwei Veranstaltungen statt. Die eine, organisiert von «Jewish voice for just peace» und «Gruppe für eine Schweiz ohne Armee», fand auf dem Bürkliplatz statt. Das jüdische Wochenmagazin Tachles kritisiert den Text des Flyers, mit dem diese Veranstaltung beworben wurde und der auch auf der Webseite der JVJP zu finden ist.





Die zweite Veranstaltung, die ohne Unterstützung seitens einer Organisation auskam und die mit nur vier jüdischen Initianten auskam, fand nur wenige Hundert Meter entfernt auf dem Münsterhof statt. Sie stand unter dem Titel #NeverAgainIsNow. Ursprünglich war diese Demo als stille Veranstaltung geplant, jedoch stellte sich dann heraus, dass das Interesse schnell so gross wurde, dass sich prominente Politiker von SVP, SP und FDP vom Stadtrat bis zum Nationalrat, aber auch Vertreter der Kirchen sich gerne bereit erklärten, kurze Statements abzugeben. Auch das NCBI (National Coalition Building Institute) war mit einem muslimischen und einem jüdischen Mitglied vertreten. «Seit zwei Generationen wird uns gesagt, dass es so etwas [Nazi-Kriegsverbrechen und Holocaust] nie mehr geben darf und geben wird. Doch jetzt fühlt sich die jüdische Bevölkerung wieder bedroht – auch in der Schweiz. #NeverAgainIsNow ist deshalb eine Solidaritätsbekundung für die jüdischen Menschen in der Schweiz, in Europa und weltweit, sowie Gedenken an die Opfer der Massaker in Israel. Die Demonstration ist jedoch keine betreffend die politische Situation in Israel.» An der Demo nahmen zwischen 1.000 und 2.000 Personen teil.

Ein herzliches Dankeschön für den Mut und den persönlichen Einsatz unserer Tochter Tali, ihrem Partner Ronni und zwei Freundinnen, Nadine und Jenny. PS: Ein komplettes Video der Veranstaltung folgt morgen Abend.
Auf dem Heldenplatz in Wien fand gestern Abend eine Demonstration gegen Antisemitismus statt, an der nach Angaben der Veranstalter mehr als 20.000 Menschen teilnahmen. Die Veranstaltung verlief friedlich. Oskar Deutsch, der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Wien betonte: «Die Teilnehmer dieser Demonstration zeigen, dass wir für eine offene Gesellschaft und eine liberale Demokratie stehen.» Neben dem klaren Veto gegen Antisemitismus forderten die Teilnehmer die sofortige Freilassung der Geiseln der Hamas Terror-Organisation.
Die Regierung der VAE ist besorgt, dass die Gefahr für einen Krieg im Mittleren Osten täglich grösser wird. Der Aussenminister Noura al Kaabi betonte: «Es ist unbedingt dringend notwendig, die extrem aufgeheizte Stimmung zu beruhigen. Die Situation steht kurz davor, zu eskalieren. Die Gefahr für einen regionalen Übergriff und eine weitere Eskalation ist real. Auch besteht die Gefahr, dass andere radikale Extremisten die Situation ausnutzen und uns in eine Spirale der Gewalt ziehen.»


Wir beklagen den Verlust von weiteren vier Soldaten, die gestern ihr Leben im Kampf in Gaza verloren haben. Heute Vormittag musste die IDF den Tod von zwei weiteren Soldaten bekanntgeben. Nur in Gaza erhöhte sich damit die Zahl der Gefallenen auf 25. Zwei Soldaten wurden während der Nachtstunden im Kampf schwer verletzt. Insgesamt erhöht sich die Zahl der Gefallenen auf 340.
Die IDF beschuldigt Hamas nicht ohne Grund, wie wir aus der Vergangenheit wissen, etwa 100 Frauen und Kinder als lebende Schutzschilde missbraucht zu haben. Dieser Vorfall soll sich ereignet haben, als die IDF einen bekannten Stützpunkt der Terror-Organisation einnehmen wollten. Die Frauen und Kinder waren gezielt dorthin gebracht worden, um sich den IDF-Soldaten entgegenzustellen. Es gelang der IDF trotzdem, den Stützpunkt einzunehmen. Während der Operation wurden etwa 50 Terroristen eliminiert.
Nach einer relativ ruhigen Nacht gab es am Vormittag gegen 9 Uhr wieder Alarm in den Orten rund um den Gazastreifen.
Die IDF gibt die neue Zahl der nach Gaza verschleppten Personen mit 246 an. Fünf Geiseln wurden mittlerweile befreit, resp. freigelassen. Aufklärungsdrohnen der USA sollen dabei helfen, die Geiseln im Gazastreifen zu lokalisieren. Wie erst heute bekanntgegeben wurde, sind die Drohnen bereits seit einer Woche im Einsatz.

Die ägyptischen Behörden gaben bekannt, dass sich die Zahl der Personen, die sich über den Grenzübergang Rafah aus dem Gazastreifen in Sicherheit bringen wollen, auf 7.000 erhöht hat. Es handelt sich dabei um Staatsbürger oder Doppel-Staatsbürger aus mehr als 60 Ländern. Die entsprechenden Aussenministerien bestätigten, dass sich unter den gestern ausgereisten Personen 74 US-Amerikaner, 31 Österreicher, vier Italiener, fünf Franzosen und einige Deutsche befanden.

US-Aussenminister Antony Blinken ist wieder in Israel zu einer weiteren Verhandlungsrunde angekommen. Derzeit trifft er sich zu einem Vier-Augen-Gespräch mit dem PM, später ist ein Treffen im grösseren Rahmen im Militärhauptquartier in Tel Aviv vorgesehen. Bei diesem Treffen sollen Blinken auch Mitschnitte von Telefongesprächen zwischen Beamten aus dem Gesundheitswesen in Gaza und der IDF und andere Beweise vorgelegt werden, die klar festhalten, dass die Hamas-Terroristen unter dem Shifa Krankenhaus, dem grössten in Gaza, grosse Treibstoffmengen lagern. Den Aussagen des Gazaners entsprechend, sollen dort etwa eine halbe Million Liter Treibstoff lagern. Er bestätigte ebenfalls, dass die Hamas plane, etwaige Treibstofflieferungen sofort für ihre eigenen Zwecke zu stehlen. Nach den Treffen in Tel Aviv wird Blinken weiter nach Jordanien reisen.
Die pro-palästinensische UNO ruft die Welt auf, US$ 1.2 Milliarden als Direkthilfe für die Bevölkerung von Gaza, sowie von Judäa und Samaria zu sammeln. Damit, so das Büro der OCHA (Office for the Coordination of Humanitarian Affairs) könnten elementare Bedürfnisse der insgesamt 3.2 Millionen Menschen in den beiden Gebieten abgedeckt werden. Ursprünglich war der geforderte Betrag mit US$ 294 Millionen zur Hilfe für 1.3 Millionen Menschen angegeben worden. Das nennt man die wundersame Menschenvermehrung….


Gestern wurde in der Jerusalem Post veröffentlicht, dass Israel derzeit mehr als 6.000 Palästinenser festhält. In Untersuchungshaft befinden sich aktuell 2.070 Palästinenser, das sind genau 700 mehr als im September. Eine Zahl, die durchaus glaubhaft ist, wenn man die täglichen Verhaftungen seit dem 7. Oktober in Betracht zieht. Dazu kommen 105 Palästinenser, die nach Art 4 der 3. Genfer Konvention keinen Anspruch auf den Status als Kriegsgefangene haben. So weit so richtig. Aber dann stand dort ein Artikel der falsch klang: «Weiterhin gibt es geschätzte 4.000 Arbeiter aus dem Gazastreifen, die irgendwo in speziellen Militärcamps, möglicherweise in Anatot und Ofer, «verschwunden» sind.» Aber so einfach verschwinden doch keine 4.000 Menschen! Sie sind Teil der etwa 21.000 Arbeitnehmer mit einem Dauer-Arbeits-Visum für Israel. Heute gibt es im Sender «Kan» eine kurze Veröffentlichung zu dem Thema. Vertreten durch die Rechtsgruppe «Gisha» und «HaMoked» forderten Angehörige von 568 Palästinensern, ihre Familienangehörigen, die sich am 7. Oktober legal in Israel aufhielten und nun in israelischen Gefängnissen festgehalten werden, sofort freizulassen. Sie sollen entweder nach Judäa und Samaria überführt werden, oder es soll ihnen ermöglicht sein, ihre Familien nachzuholen. Heute Vormittag wurden einige Tausend Palästinenser zum eigentlich geschlossenen Waren-Übergang Kerem Shalom gebracht und in den Gazastreifen entlassen. Einer der Freigelassenen berichtet, sie seien im Militärgefängnis Ofer festgehalten worden. Die in den ersten Tagen schlechte Behandlung habe sich aber später deutlich verbessert.
Bleibt also nach wie vor unklar, was mit den restlichen mehr als 5.000 Menschen ist.
Ein eigens für die rechtliche Beurteilung der Massaker der Hamas-Terroristen zusammengestellter Gerichtshof soll sich mit den Gräueltaten beschäftigen, die am 7. Oktober in Israel ausgeführt wurden. Ein reguläres Gericht sei nicht der richtige Ort, um diese Vorfälle zu beurteilen. Der neue Gerichtshof wird nur zu dem Zweck gegründet, der Welt zu zeigen, was die Wurzeln, wer die Unterstützer, was die Ziele und die grauenhaften Aktivitäten dieser bestialischen Terror-Organisation sind.

Bei einem nächtlichen Angriff auf das nördliche Beit Hanoun eliminierte die IDF Mustafa Dallul, den Kommandanten des Sabra-Tel al-Hawa Battalions und weitere Terroristen. Dallul war verantwortlich für die Koordination der Hamas-Terroristen und ihren Kampf gegen die IDF innerhalb des Gazastreifens. Die vor Ort operierenden Bodentruppen konnten ein umfangreiches Waffen- und Munitionslager ausheben. Es wurde nicht bekanntgegeben, wo genau sich dieses Lager befunden hat, in der Regel ist es aber ein Kindergarten, eine Bibliothek oder eine Senioren-Betreuungs-Einrichtung ….Der palästinensische Terror benötigt nützliche Opfer.
Im Politico erschien am Mittwoch ein Artikel, der vorgab, Informationen aus dem Weissen Haus zu haben, dass die Amtszeit von PM Netanyahu sich dramatisch ihrem Ende zuneigt. Dies hätte nicht nur US-Präsident Joe Biden mit ihm bei ihren Treffen in New York und später auch in Israel besprochen, sondern das Thema sei auch schon intensiv zwischen Biden und seinen Beratern diskutiert worden. Biden habe Netanyahu auch schon eine Hausaufgabe gegeben: Welche Lehren er aus seiner missglückten letzten Amtszeit seinem Nachfolger mitgeben wolle. Noch gingen die Meinungen in Washington auseinander, ob die Restzeit seiner Amtszeit noch Monate oder bis zum Ende der «ersten Kriegsphase» halten wird.
Das Weisse Haus dementierte natürlich prompt: «Diese Darstellung ist falsch. Der Präsident hat dieses Thema nicht besprochen und wird es auch nicht besprechen. Wir konzentrieren uns auf die unmittelbare Krise.»
Forderungen nach einem sofortigen Rücktritt gibt es auch aus durchaus ernstzunehmenden Kreisen in Israel. Yuval Diskin, ehemaliger Chef des Shin Bet, schrieb auf Twitter «X»: «Das Pogrom an Simchat Tora ist die Explosion der Lügen, der Fälschungen und der Orientierungslosigkeit des Staates Israel vor unseren Augen. Es gibt nur einen Mann, der dafür verantwortlich ist. Der dienstälteste Premierminister in der Geschichte des Staates Israel – Benjamin Netanjahu.» Auf einer Pressekonferenz mit ausländischen Medien – gegenüber den israelischen schweigt der PM – wurde er gefragt, ob er vorhabe, zurückzutreten. Seine Antwort: «Das Einzige, was ich vorhabe, ist die Hamas zurücktreten zu lassen. Wir werden sie auf den Müllhaufen der Geschichte befördern. Das ist mein Ziel. Das ist meine Verantwortung. Das ist es, was ich dem Land zu tun gebe. Das ist jetzt meine Verantwortung.» Manchmal wäre es schön, wenn man Träume nicht nur haben dürfte, sondern wenn sie auch wahr würden!
Kategorien:Israel
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