5. Adar I 5784

Beim heutigen Beschuss auf eine Militärbasis im Norden des Landes verlor Staff Sgt. Omer Sarah Benjo, 20, s’’l ihr Leben. Sie ist damit das erste weibliche Mitglied der IDF, die im laufenden Krieg fiel.

Nachdem die Gespräche in Kairo ohne konkretes Ergebnis zu Ende gegangen sind, ist die israelische Delegation unter Führung von Mossad Chef David Barnea wieder nach Israel zurückgereist. Nach neuesten Berichten aus dem Büro des PM hätte die israelische Delegation keine neuen Vorschläge bei sich gehabt, sondern nur zugehört, welche neue Idee die Gesprächspartner vortragen würden. Netanyahu machte heute jegliche Hoffnung auf eine schnelle neue Vereinbarung zunichte: «Es wird keine Fortschritte in den Verhandlungen geben, solange die Hamas nicht ihre illusorischen Forderungen aufgibt.» Das ‘Hostages and Missing Families Forum’ beklagte, dass der Entschluss, die Delegationen ohne Verhandlungen aus Kairo abzuziehen, «einem Todesurteil für die immer noch in Gaza verbleibenden Geiseln gleichkommt. Es scheint, dass einige Mitglieder des Kabinetts beschlossen haben, das Leben der Geiseln zu opfern, indem sie das zuliessen.» Während Israel derzeit keine weiteren Delegierten nach Kairo schicken wird, um an den Verhandlungen als ‘stiller Zuhörer’ teilzunehmen, wird eine Delegation der Hamas nach Kairo reisen, um sich mit dem Mediatoren-Team aus Katar und Ägypten zu treffen.

Etwa 100 Familienangehörige von Geiseln, die noch immer im Gazastreifen festgehalten werden, reisen heute nach Den Haag, um beim ICC Klagen gegen die Hamas-Terror-Organisation einzureichen. Die Klagen betreffen u.a.: Entführung, sexuelle Gewalt, Folter. Begleitet werden sie von einigen Dutzend Rechtsanwälten, die die Klagen gemeinsam mit dem ‘Hostages and Missing Families Forum’ in den letzten Monaten vorbereitet hatten. Dr. Shelly Aviv Yeini vom ‘Minerva Zentrum für extreme Rechtsfälle’ an der Universität Haifa hatte in Zusammenarbeit mit RA Yuval Sasson von der prominenten RA-Kanzlei ‘Meitar Law Offices’ die Klageschriften aufgesetzt.

Der Chefankläger beim ICC, Karim Khan, der sich mit der Klage befassen muss, gilt als fairer Rechtsanwalt, der sich bereits in die Materie eingearbeitet hat.

Bei einem starken Beschuss aus dem südlichen Libanon wurden Raketen auf die Orte Netua, Manar und Sfad getroffen. In Sfad war eine Militärbasis das Ziel. Bei einem direkten Treffer auf ein Gebäude in Sfad wurde eine Frau getötet und acht weitere Personen verletzt. Einer der Verletzten, ein Mann in den 30-er Jahren, erlitt eine lebensbedrohliche Hirnverletzung, nachdem ein Schrapnell seinen Schädel zertrümmert hatte. Er wurde mit dem Hubschrauber ins Rambam Spital nach Haifa verlegt, nachdem das Spital in Sfad über keine neurochirurgische Abteilung verfügt.
Die politischen Reaktionen auf den Beschuss sind verständlicherweise sehr harsch. Polit-Rambo Ben-Gvir sieht in dem heutigen Beschuss eine Kriegserklärung der Hisbollah. «Das ist kein Rinnsal von Raketen, es ist Krieg.» Der Hisbollah im Libanon hielt man bisher noch eine einigermassen vernünftige Einstellung zugute. Sie hatten bisher immer betont, kein Interesse daran zu haben, in den Krieg Israel gegen die Hamas hineingezogen zu werden. Das scheint sich nun zu ändern. Hisbollah-Chef Nasrallah betonte erneut, der Beschuss werde aufhören, sobald Israel seine Kämpfe in Gaza einstellt. Ben-Gvir verlangt ein sofortiges Treffen mit Netanyahu, um die aktuelle Eskalation im Norden des Landes und mögliche Reaktionen darauf zu besprechen. Auch Avigdor Liberman zeigt sich erbost: «Aus der roten Linie ist eine weisse Flagge geworden. Das Kriegskabinett hat vor der Hisbollah nachgegeben und den Norden verloren.»
Die IDF führt derzeit, gegen Mittag, gross angelegte Vergeltungsschläge Richtung Südlibanon aus. Welche Ziele von der IAF angegriffen werden, ist noch nicht bekannt. Die libanesische Zeitung al-Meyadeen schreibt, dass bei Angriffen der IAF vier Personen ihr Leben verloren und eine nicht bezifferte Zahl verletzt wurde. Am späten Nachmittag erklärte die IDF, dass der Vergeltungsschlag abgeschlossen sei. Zahlreiche Ziele, darunter Kommandozentralen, Gebäudekomplexe und anderen Infrastrukturen der Hisbollah wurden zerstört.

Die Palästinenser haben damit begonnen, das Nasser-Krankenhaus in Khan Younis auf Befehl der IDF zu verlassen. Obwohl entsprechend den Anweisungen das medizinische Personal hätte bleiben können, wird die Gruppe angeführt von einem als Arzt erkennbaren Mann, der wie einige andere auch eine weisse Fahne bei sich trägt. Das Gesundheitsministerium hatte zuvor mitgeteilt, das derzeit etwa 450 Patienten von etwa 300 medizinischen Mitarbeitern betreut werden. Weiterhin teilte es mit, dass aktuell etwa 10.000 Evakuierte im Gebäudekomplex Schutz gesucht und gefunden hätten. Die erneute Evakuierung aus dem Gebäude fand statt, weil die Hamas nachweislich Krankenhäuser und andere zivile Einrichtungen missbraucht, um diese als Versteck für sich selbst zu nutzen.
Während die Situation für die immer noch in Gaza festgehaltenen Geiseln immer schlechter wird, lebt der meistgesuchte Mann im Gazastreifen, Yahya Sinwar unterirdisch ein angenehmes Leben, von dem die Zivilbevölkerung in Gaza oberirdisch nicht mal mehr zu träumen wagt. Ein Mannschaftraum, zwei Bäder, eine wohlausgerüstete Küche und sein eigenes Quartier. Alles recht ordentlich, im Gegensatz zu den Verliessen der Geiseln sogar sauber. In der Küche sind genügend Vorräte, teilweise offensichtlich Lebensmittel in UNRWA Säcken, die für die Zivilbevölkerung gedacht waren und diverse Alkoholika für eine lange Zeit. Doch der kostbarste Fund war in Sinwars eigenem Raum: ein Safe vollgefüllt mit Millionen von Schekeln und Dollar. Dieser Tunnel dürfte das von Sinwar die meiste Zeit benutzt worden sein. Offensichtlich ist er seiner Verhaftung nur knapp entkommen.
Das Seefrachtunternehmen Maersk gab bekannt, dass sie bis auf Weiteres die Fahrt durch das Rote Meer und den Suez-Kanal völlig einstellen werden. Bis ins dritte Quartal dieses Jahres werden alle Fahrten auf den längeren und teureren Weg um Afrika herum umgeleitet. Eine entsprechende Information erging an die betroffenen Kunden. Mit dem Entscheid soll erreicht werden, dass die Lieferketten der Kunden an die Endverbraucher nicht unterbrochen werden und der wirtschaftliche Schaden so gering wie möglich gehalten werden kann.
Eine Gruppe des Palästinensische Islamischen Djihad hat die Verantwortung für einen heute erfolgten Überfall auf den Kibbutz Meirav, der an der Grenze zu Samaria in der Nähe von Beit Sh’ean liegt, übernommen. Der Überfall erfolgte, als sich die Kinder auf dem Heimweg von der Schule befanden. Möglicherweise wurde ein Haus von einigen Geschossen getroffen, es gab gottseidank keine Verletzten!
Kategorien:Israel
Vielen Dank für Ihre Berichterstattung, sehr geehrte Frau Schreiner.
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